Nottuln
Mo., 16.08.2010
Schießen lernen wie Robin Hood
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Schapdetten - Kritisch begutachten die beiden jungen Männer ihre neuesten Errungenschaften - zwei metallisch-bunt schimmernde, richtig teuer aussehende Sport-Bogen, die sorgfältig in einem schaumstoffgepolsterten Koffer gesichert sind. Dann legen sie sich Arm-, Brust- und Fingerschutz an und schreiten zur Tat. Pfeil aus dem Köcher, in die Laderille einlegen, Sehne spannen, über Korn die große Scheibe anvisieren - ein harmonischer Ablauf, wie aus einem Guss. Und los.
Der Pfeil des ersten Bogenschützen sirrt durch die Luft und bohrt sich dann knapp neben dem bunten Zielbereich tief ins Holz. Der zweite Pfeil landet weit entfernt in den Sträuchern. „Macht nichts. Schließlich bin ich ja nicht Robin Hood“, macht sich einer der beiden auf den Weg, um die Pfeile zurückzuholen.
Schapdetten schießt sich ein. Laut Fortuna-Vorstandsbeschluss vom 30. Juli soll, der Fortuna angeschlossen, eine Bogensport-Abteilung gegründet werden. Wenn alles klappt, findet Ende September dazu eine offizielle Gründungsversammlung statt.
„25 Anmeldungen aus Schapdetten, Nottuln, Appelhülsen, Havixbeck und Dülmen haben wir schon, 15 bis 20 Interessierte warten noch auf ihre Ausrüstung, („die kann man im Fachhandel auch leihen“), dann wollen auch sie mitmachen“, freuen sich die Initiatoren, Günter Kuhr und Heinz Welling - ein Havixbecker und ein Schapdettener, beide beruflich bei der Bundespolizei in Münster, Freunde und ausgezeichnete Sportbogen-Schützen. „Mit unseren Präzisionsbogen schießen wir auf 50 Meter genauer ins Ziel als mit der Dienstpistole.“
Und wie die Alten sungen, zwitschern bekanntlich auch die Jungen. So bringt Schütze Welling mit Nico (10) und Tom (13) seinen Nachwuchs zum wöchentlichen Training gleich mit auf den Schießplatz. Doch während der Vater für seinen Bogen mit Visier und Stabilisatoren etwa 40 Pfund Kraft benötigt, reicht bei dem Equipment der Jungs schon ein Zug von 28 Pfund zum Pfeilabschuss.
Der Pfeil könnte - auf kurze Entfernung - dennoch sehr gefährlich, wenn nicht gar tödlich sein. Deshalb müssen die Schapdettener Jugendfußballer während der Schießstunde ihr Schießen aufs Fußballtor aus Sicherheitsgründen unterbrechen. Kuhr: „Wir stehen deshalb in Verhandlungen mit einem Landwirt, um auf dessen Hof, beziehungsweise bei schlechtem Wetter in der Scheune, jederzeit trainieren zu können. Jetzt warten wir nur noch auf die Genehmigung durch den Kreis.“
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