Do., 21.08.2008

Senden Spazierfahrten endeten mit Missbrauch

Von Hanno Ewald

Senden/ Münster . Leger gekleidet sitzt der 45-Jährige neben seinem Verteidiger auf der Anklagebank des Landgerichtes. Lächelt er? Sein Gesichtsausdruck verändert sich jedenfalls auch nicht, als die Staatsanwältin die massiven Vorwürfe erhebt. Mindestens 15 Mal soll der Mechatroniker seine zu Beginn der Tatserie erst zwölf Jahre alte leibliche Tochter zwischen 2002 und dem Sommer 2004 sexuell missbraucht haben.

Eine Art Ersatzvater soll der Angeklagte für die Kinder der alleinerziehenden Frau aus Senden gewesen sein, bei der er zur Untermiete gewohnt hatte. Mit der Zeit baute sich eine Beziehung auf, aus der eine Tochter hervorging. Doch Trennung und Streitigkeiten über das Sorgerecht der gemeinsamen Tochter folgten.

Das ihm zugesprochene Besuchsrecht seiner Tochter nahm er wahr. Dafür war dem Mann kein Weg zu weit. Mit fatalen Folgen für das Kind. Auf ihren Spazierfahrten – die meistens auf Waldparkplätzen in der Nähe von Senden endeten – und einmal in den Ferien an der Ostsee , soll der in Xanten wohnende Angeklagte mit dem Kind den Beischlaf vollzogen haben. Schonungslos konfrontierte die Anklägerin den Mann mit den schweren Vorwürfen.

Wer danach ein Geständnis erwartet hatte, der irrte. Der Angeklagte bestreitet alle Anschuldigungen und spricht von konstruierten Vorwürfen durch die Kindesmutter. Durch diese Angaben ihres Vaters blieb der heute 14-Jährigen eine erneute Aussage vor Gericht nicht erspart. Noch einmal musste sie die Geschehnisse durchleben.

Der Jugendlichen blieb gestern aber ein erneutes Zusammentreffen mit ihrem „Peiniger“. erspart. Während ihrer Aussage mussten der Anklagte und die Zuschauer den Gerichtssaal verlassen. Aus einem Nebenraum konnte der Kindesvater per Videoübertragung die Aussage seiner Tochter verfolgen. Nach fast 90 Minuten im Zeugenstand verließ die Schülerin sichtlich mitgenommen den Saal.

Dann hörte das Gericht eine Zeugin die schilderte, das Kind habe ihr gegenüber immer wieder leichte Andeutungen eines sexuellen Übergriffes gemacht. Das Kind sei zusammengebrochen, habe geweint und ihr gesagt, sie wolle ihren Vater nicht mehr sehen. Der habe sie bereits im Traum mit dem Auto verfolgt. Der Zeugin selber soll aufgefallen sein, dass das Kind immer zu große Kleidung getragen hatte und kein Mädchen sein wollte.

Diese Aussagen kommentierte der 45-Jährige fortwährend von der Anklagebank aus. Dass er sich dadurch keine Sympathien erwarb, brachten Staatsanwältin und Richter klar zum Ausdruck. Weitere Zeugen werden am kommenden Dienstag gehört.

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