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Bilder als Spuren der Zeit

Montag, 15.09.2008, 15:09 Uhr

-ep- Senden. Kunst nicht nur im übertragenen Sinn, sondern auch im wahrsten Sinne des Wortes näher bringen – das möchte die Künstlerin Gaby Lepper-Mainzer zur Zeit mit ihrer Ausstellung „Das kleine Format“ im Foyer des Sendener Rathauses.

„Kleinformate, wie ich sie jetzt hier erstmals ausstelle, haben den Vorteil, dass man ganz dicht an die Bilder herankommen muss“, erklärt die Künstlerin und Kunstwissenschaftlerin aus Dülmen den „Trick“ ihrer 36 Werke aus Acryl. Sie bezeichnet diese Arbeiten selbst auch gern als Essenz, „da man sich als Künstler auf einer kleinen Leinwand auch sehr reduzieren muss“.

Lepper-Mainzer, die ihre Inspirationen überwiegend auf Reisen sammelt, hat zwar keine Details á la Spitzweg in ihre Bilder eingebaut, aber sie sorgt zum Beispiel mit dem Kontrast zwischen glatter Fläche und offenen Farbpigmenten für Spannung. Für die Kunsthistorikerin Lepper-Mainzer sind, wie man anhand der Motivwahl feststellen kann, geschichtliche Ursprünge und damit auch der Faktor Zeit wichtig. So blättert beispielsweise an ihren Venedig Motiven die Farbe an den Häusern ab oder man sieht eine dicke Algenschicht, die an den im Wasser liegenden Booten nagt.

Auch die anderen Themenbereiche wie brasilianische Strukturen, Pompejii oder das Thema EROS entwickeln so erst bei näherer Betrachtung ihr Eigenleben. „Hier muss man sich zuwenden“, fasst Lepper-Mainzer es einfach zusammen und bringt dabei auch wieder den Faktor Zeit ins Spiel, nämlich die Zeit, die sich der Betrachter für das Bild nehmen muss.

Auch wenn die Ausstellung „Das Kleine Format“ im Foyer des Sendener Rathauses zu sehen ist, ist es dennoch keine „Kunst im Vorbeigehen“. Wer sie sehen möchte, hat bis zum 2. Oktober Zeit dazu.

Am 22. September (Montag) ist Gaby Lepper-Mainzer wieder im Sendener Rathaus zu Gast. Dann hält sie um 20 Uhr im Bürgersaal einen Vortrag über die „Highlights von Venedig“.

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