Fr., 09.07.2010

Senden Premiere schlägt hohe Wellen

Von Dietrich Harhues

Senden - So viel Verantwortung lastet auf so schmalen Schultern: Annika Kuypers blickte mit flauen Gefühlen auf die Ruderregatta , die am Freitag auf dem Kanal die Wellen aufschlagen ließ. Die Schülerin des Joseph-Haydn-Gymnasiums legte sich in einer Sportart in die Riemen, die sie überhaupt erst vier Wochen vor dem Wettstreit kennengelernt hatte. „Ich war sehr aufgeregt“, gibt die Zehntklässlerin zu. Sie wusste: Wenn es einer im Team vermasselt . . . Die Befürchtung war unbegründet. Denn das Schulduell entschied das JHG für sich.

Der Sieg der Schüler-Mannschaft wurde ganz souverän eingefahren. „Wir waren einfach besser“, lautete die Erklärung eines Haydn-Ruderers. „Die anderen haben nicht so oft trainiert“, mutmaßte ein anderer JHG-Sportler. Für die vielen Zuschauer nachvollziehbar war die Erfolgserklärung eines weiteren Teamkollegen: „Wir hatten einen besseren Start und eine bessere Taktik.“

Sie seien „an die Schmerzgrenze und darüber hinaus“ gegangen, um die 900 Meter wie im Sprint zu absolvieren, beteuerten mehrere der Zehntklässler, die für ihr Gymnasium Tempo im gemeinsamen Takt gemacht hatten. Dass die Anstrengung groß und dass Limit erreicht war, zeigte sich, als nach dem Ziel - dem Sperrtor - am Steg des Rudervereins der gemischte Vierer mit Steuermann verlassen wurde. Denn da legten sich zwei Mitglieder des JHG-Teams einfach nur flach auf den Ponton. Sie waren buchstäblich platt.

Immerhin hatten sie aber ihre eigene Trainingsbestzeit überboten - 3:14 Minuten brauchten sie für die Strecke.

Zwar einige Sekunden langsamer, aber auch vom Publikum angefeuert, erreichte die Mannschaft der Realschule die Ziellinie.

Als spannend entpuppte sich auch das Kräftemessen der Lehrer-Teams beider Schulen. Fürs JHG starteten: Elisabeth Hopmann , Björn Matthes, Raffael Untermann, Ulrike Hieck und als Steuermann der Schüler Kai Liepelt. Unter dem Signet der Scholl-Schule rangen Uta Lichte, Manuela Kattner, Uli Schoo, Claus Fischer und Marius Feldhaus um Meter und Sekunden.

Die Ruderboote waren zwar langsamer als die jugendlichen Heißsporne zuvor, von denen nur ein Teil auch im Ruderverein aktiv ist.

Doch bei den Lehrern war die Führung längst nicht so eindeutig wie beim ersten Rennen der Premiere auf dem Kanal. Denn seine anfängliche Führung verspielte das JHG-Team mit einem technischen Patzer. Doch die Realschul-Mannschaft, die gerade überholt hatte, geriet ebenfalls aus dem Rhythmus - womit das Gymnasium auch bei den Erwachsenen den Titel holte. Wolfgang Surres, Vorsitzender des Rudervereins Senden, hatte zuvor noch im bildhaften Ruderer-Jargon gewarnt: „Es muss nur einer einen Krebs fangen, dann ist es vorbei.“ Genau davor hatte Annika Kuypers Angst.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

kfzmarkt.ms Anzeigen

Autos, Motorräder, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/287023?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F166%2F698473%2F698479%2F