So., 15.05.2011

Senden Dicke Luft selbst auf dem Olymp

Von Marita Strothe

Senden - „Es liegt was in der Luft“, gegrüßten Freitagabend Dietutnix musikalisch die rund 400 Besucher in der Steverhalle zu ihrem Programm „Gut durchgelüftet!“. Damit bewiesen die fünf Kabarettistinnen, Ingrid Helmer , Steffi Windhoff, Sabine Hollefeld, Susanne Anders und Heike Knief am Klavier, in ihrem vierten Bühnenprogramm als erstes, dass sie hervorragend singen und tanzen können.

Passend zum Thema plauderte dann Ingrid Helmer über das Thema Luft. Mit Wortwitz lies sie die „Kabarettbrise“ wehen. „Kommen Sie noch mit oder ist bei Ihnen schon die Luft raus?“, sorgte sie sich schließlich und kündigte lieber den nächsten Programmpunkt an. Da herrschte auf dem Olymp dicke Luft. Nicht nur die Untreue ihres Gatten Zeus lies dort Hera (Ingrid Helmer) dort, zum Unmut ihrer Töchter, ungezügelt zum hochprozentigen Ambrosia greifen. Auch der göttliche Paketdienst Hermes trug nicht zu besserer Laune bei, brachte er doch die Zahlen über die Schuldenstände in Europa.

Nicht nur Göttliches, auch Märchenhaftes brachten Dietutnix auf die Bühne. Da amüsierte sich das Publikum köstlich über Dornröschen, das frustriert in seinem Schloss fest saß, weil der Naturschutzbund die Anträge der Prinzen, die Rosenhecke „Weg zu hauen“, abgelehnt hatte. Gar nicht glücklich war ebenfalls Schneewittchen, der es leid war, nur das „Mamsellchen für sechs kleine Männer“ zu sein und deshalb beschloss, zu „Bauer sucht Frau“ zu gehen. Und der „Rotkäppchen-Pflegedienst“ hatte mit den Unbillen des Gesundheitssystems zu kämpfen.

Aber die Damen hatten auch Lösungsvorschläge mitgebracht. Da zeigten etwa „Jean Pütz“ und Assistentin Eva den Zuschauern, wie man Löcher des Alltags stopft. Er wusste nicht nur Rat gegen Löcher in Socken und Straßen, selbst zur Reparatur des Ozonlochs und diverser Haushaltslöcher hatte er Ideen.

Zwischendurch sang die eine oder andere der Kabarettistinnen bekannte Schlagermelodien. Da wurde allerdings unter anderem der von Gilbert Bécaud gesungene Song „Überall blühen Rosen“ zu „Überall kneift die Hose“, bei dem sich das Publikum zum Mitsingen mitreißen ließ. Auch ein Liebeslied fehlte an diesem Abend nicht. Allerdings besang Susanne Anders ihren Kühl-Gefrier-Automat. Schließlich fand sie einen Mann im Haus zwar als eine schöne Sache, „aber nicht von Dauer“.

Gut gemischt präsentierten die fünf Damen an diesem Abend ihr „Volx-Kabarett“ mit Monologen, Dialogen, Sketschen, Liedern und Showeinlagen. Spritzig, pointiert, mit geschickt genutzten Dialekten und Akzenten, mal kritisch, immer lustig, sorgten Dietutnix für Erheiterung.

Zum guten Schluss versetzten Dietutnix sich wieder ins antike Griechenland, wo die Göttin Freya ihren griechischen Schwestern die Kunde überbrachte, dass die Tragödie in ihrem Land „voll am Laufen“ sei. Da sagten diese lieber musikalisch „Akropolis adieu - die Chose ist versaut, wir sind weg“.

Weg von der Bühne waren die Fünf aber erst nach mehreren Zugaben, die sich das begeisterte Publikum von ihnen erklatschte.

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