An der Skateranlage soll eine Schutzhütte entstehen, die Jugendliche als Treffpunkt nutzen dürfen
Mi., 08.02.2012
Jugend auffangen, statt vertreiben
Ivana Radenkovic (l.) und Natalie Knorr-Spittel zeigen, wo die Schutzhütte, die Jugendliche als „formeller Treffpunkt“ dienen soll,, entstehen wird.
Senden -
Jugendliche treffen sich in den Sommermonaten an verschiedenen Stellen im Ortskern, an denen sie Anwohner stören und nicht gerne gesehen sind. Im Laufe des Jahres soll für sie an der Skateranlage ein offizieller Treffpunkt eingerichtet werden.
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Oft sind sie laut, hinterlassen leere Chips-Tüten und Flaschen. Anwohner sind genervt. Passanten haben ein mulmiges Gefühl. Kurzum: Für so manchen Erwachsenen sind Jugendliche, die in Gruppen „herumlungern“, ein Ärgernis.
Doch das ist nur eine Seite der Medaille, wissen Ivana Radenkovic und Natalie Knorr-Spittel vom Ökumenischen Jugendtreff. Denn: „Für viele Jugendlichen ist es sehr wichtig, irgendwo frei und ungestört mit Freunden zusammen sein zu können. Nicht jeder möchte dazu ins Jugendhaus ,Vivo‘ kommen“, erklären die Sozialarbeiterinnen.
Ein Treffpunkt unter freiem Himmel soll im Sommer im Bürgerpark, nahe der Skateranlage, geschaffen werden. Darauf hat sich der Runde Tisch in seiner jüngsten Sitzung geeinigt. In diesem Gremium finden sich Vertreter der Kommunalpolitik, der Verwaltung, des Sicherheitsdienstes, des Wushu Sportclubs und des Ökumenischen Jugendtreffs regelmäßig zusammen.
„Offiziell wird der formelle Treffpunkt eine Wetterschutzhütte sein, die tagsüber Wanderern und Radfahrern dient. Abends könnten Jugendliche die Hütte nutzen“, erklärt Knorr-Spittel. „Oft werden sie abends vom Sicherheitsdienst von ihren Plätzen verwiesen“, weiß Radenkovic. „Sie fragen dann: Wohin sollen wir denn gehen? Der Treffpunkt am Bürgerpark wäre ein Ort, an dem sie sich dann offiziell aufhalten dürfen.“
Die Stelle scheint aus mehreren Gründen geeignet: Die Skateranlage wird ohnehin von Jugendlichen angenommen. Dort gibt es keine Anwohner, die gestört werden könnten. Außerdem ist der Ort übersichtlich und kann beleuchtet werden. „Das ist für die Mädchen wichtig, damit sie angstfrei dorthin gelangen können und von Weitem sehen, wer sich am Platz aufhält“, erläutert Knorr-Spittel.
Voraussichtlich 10 000 Euro wird das Projekt „Schutzhütte/formeller Treffpunkt“ inklusive Beleuchtung und Umfeldgestaltung kosten. Gemeinde Senden und Ökumenischer Jugendtreff bemühen sich hierzu um eine Förderung der Sparkassenstiftung, erklärte Bürgermeister Alfred Holz auf Anfrage unserer Zeitung. Wichtig sei allerdings auch eine Beteiligung der Jugendlichen selbst beim Bau des Treffpunktes. Ziel sei es, die etwa 13- bis 18-Jährigen von vornherein mit einzubeziehen und somit in die Mitverantwortung zu nehmen.
Im Rahmen der aufsuchenden Jugendarbeit wird Ivana Radenkovic den Prozess begleiten. „Ich bin allerdings nicht zur Kontrolle da, sondern als Vermittlerin und Ansprechpartnerin“, betont die Sozialarbeiterin. Sie sehe das Projekt auch als „Zeichen des guten Willens. Die Gemeinde signalisiert den Jugendlichen: Ihr seid gewollt, es ist ein Platz für euch da.“
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