Feld für Beisetzungen von Fehlgeburten
Di., 21.02.2012
Lichtblick für trauernde Eltern
Gemeinsamer Einsatz für das Sternenfeld: Anne Love (Bestatterin, v.l.), Karola D´Amico (Hospizkreis), Pfarrer Klemens Schneider, Marlies Möllers und Gerda Wulfing (für die Bestatter in Ottmarsbocholt), Norbert Pelzer (Gemeinde Senden), Katrin Andert, Lina Olbrich und Andrea Walkenhorst (Hebammen) und Bürgermeister Alfred Holz. Auf dem Bild fehlen Bestatter Dirk Krimpmann und Pfarrer Ulrich Breitling-van de Pol.
Senden -
Trauer braucht einen Ort und kurze Wege. Frühgeburten sollen künftig auf einer separaten Fläche auf dem Waldfriedhof beigesetzt werden können.
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Die Himmelskörper, die leuchten, wenn alles um sie herum pechschwarz ist, stehen Pate: „Sternenfeld“ soll die Fläche heißen, die auf dem Sendener Waldfriedhof angelegt wird. Eine Fläche, auf der Fehlgeburten bestattet werden können. Ein Ort, den Eltern aufsuchen, um den Verlust zu verarbeiten. Wo sie geschützt sind, wo ihre „Trauer einen Ort hat“, wie es Karola D´Amico vom Hospizkreis Senden formulierte.
Der vom restlichen Friedhof durch eine Bepflanzung abgetrennte Bereich soll im Frühjahr angelegt werden. Gemeinde Senden, der Hospizkreis Senden und der Garten- und Landschaftsbaubetrieb Tobias Grothues übernehmen Planung, Anlage und Pflege – ehrenamtlich, wie gestern vor der Presse betont wurde.
Die Bestattungsunternehmen in Senden und Ottmarsbocholt unterstützen die Initiative, die im Kreis der Sendener Hebammen entstanden war. Sie stellen ihre Dienste zur Beisetzung der Föten, die von Textilien umgeben in Weidenkörbchen gelegt werden, ebenfalls unentgeltlich zur Verfügung.
Überhaupt greifen viele Hände, die Räderwerke vieler Institutionen ineinander, um das Vorhaben zu verwirklichen. „Ich bin froh über das gute Miteinander“, fasste Pfarrer Klemens Schneider die Arbeitsatmosphäre zusammen. Gemeinsam mit seinem evangelischen Seelsorgerkollegen Ulrich Breitling-van de Pol, mit der Gemeindeverwaltung Senden, den Hebammen, den Bestattern und dem Landschaftsbauer hatte es mehrere Treffen gegeben, bevor die Pläne nun öffentlich vorgestellt wurden.
Sowohl der Laurentius-Gottesacker als auch der Waldfriedhof waren zunächst als Standort für diese Fläche in Frage gekommen. Nicht nur die Projektträger, sondern auch die politischen Mandatsträger – sie stimmten bereits Anfang Dezember zu – gaben dem etwas abgelegeneren und weitläufigeren Friedhof für dieses Vorhaben den Vorzug.
60 Quadratmeter sollen dort zur Verfügung stehen mit einer Skulptur im Zentrum der Parzelle.
„Dafür fehlen uns noch ein paar Tausend Euro“, räumte Klemens Schneider ein. Der Pfarrer ist aber zuversichtlich, diesen Part des Projektes durch Spenden stemmen zu können. Wer möchte, kann auf der Fläche den Namen oder eine Umschreibung des verstorbenen Geschöpfes hinterlassen.
Zur Bewältigung des tragischen Endes einer Schwangerschaft gehöre, einen Ort der Trauer aufsuchen zu können, ist sich die Gruppe einig. In dieser Phase, betonte Klemens Schneider, „brauchen wir kurze Wege“.
Er hatte im vorigen Jahr eine Beisetzung in Lüdinghausen begleitet, bei der sich ein junges Paar von einem ungeborenen Kind verabschiedete. Diese Distanz war zu weit. „Für die Eltern war plötzlich ein Schnitt, ein Bruch da“, erinnert sich auch die Hebamme Andrea Walkenhorst, die daraufhin mit ihren Kolleginnen die Initiative für das Sternenfeld gestartet hat. Der erste Lichtblick ist inzwischen da . . .
► Spendenkonten beim Hospizkreis Senden, Stichwort „Sternenfeld“: Sparkasse Westmünsterland Konto: 9563511, BLZ: 40154530; Volksbank Senden Konto: 32431200, BLZ: 40069546.