Literarisch-musikalsicher Abend des Hospizkreises spendete Hoffung und Mut

So., 05.02.2012

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Jeder Tag ist ein Geschenk des Lebens

Literarisch-musikalsicher Abend des Hospizkreises spendete Hoffung und Mut : Jeder Tag ist ein Geschenk des Lebens

Sebastian Aperdannier Foto: dej

Senden - 

Auf Einladung des Hospizkreises las Sebastian Aperdannier Texte zum Thema Tod und Trauer. Hoffnung, Neubeginn und Zuversicht sprach aus seiner Geschichte, und nicht selten gab es sogar etwas zu lachen.

Von Sandra De Jong

„Jeden Morgen gießt sie drei Tassen Kaffee weg, die sie zu viel gekocht hat. Die drei Tassen, die bis vor kurzem ihr Mann jeden Morgen getrunken hatte.“ Schon am Anfang der Geschichte, die Sebastian Aperdannier am Freitag im evangelischen Gemeindezentrum vortrug, meinten die Zuhörer zu wissen, was sie erwartet: Eine Geschichte voller Trauer, Abschied und Wehmut. Aperdannier, der auf Einladung des Hospizkreises nach Senden gekommen war, überraschte seine Zuhörer jedoch. Hoffnung, Neubeginn und Zuversicht sprach aus seiner Geschichte, und nicht selten gab es sogar etwas zu lachen. Aperdannier, der beim Bistum Münster arbeitet und sich inzwischen auch als Autor einen Namen gemacht hat, ließ seine Protagonistin ganz vorsichtig den Wandel vollziehen von der einsamen, trauernden und mutlosen Frau hin zu einer Figur, die dankbar für das Erlebte vorsichtig erste Schritte in ein Leben nach dem Tod ihres Mannes wagt.

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Der literarisch-musikalische Abend des Hospizkreises lockte zahlreiche Gäste in das evangelische Gemeindezentrum. Manche mochten mit gemischten Gefühlen gekommen sein, wie Karola D’Amico wusste: „Der Tod ist ein Thema, dass man nicht in seinem Leben haben möchte, und doch ist es immer da“, sprach sie in ihrer Begrüßung vielen Gästen aus der Seele. Mit Aperdannier, der bereits im vergangenen Jahr in Senden zu hören war, hatte der Hospizkreis jedoch einen sensiblen Referenten gefunden, der die richtigen Töne traf und sich dem Thema Tod und Trauer behutsam und gleichzeitig ehrlich näherte. Er eröffnete den Abend zunächst mit der Lebensgeschichte eines alten Mannes, der auf die gemeinsame Zeit mit seiner verstorbenen Frau zurückblickt. „Traurig sind wir, weil wir die Erinnerungen nicht mehr teilen können“, lässt Aperdannier seinen Ich-Erzähler eine wichtige Erkenntnis selbst auf dem Punkt bringen.

Spontan bezogen die Mitglieder des Hospizkreises ihren gebastelten Stern der Hoffnung (die WN berichteten) in den Abend mit ein und boten allen Teilnehmern die Gelegenheit, ganz persönlich eine Kerze auf dem Stern anzuzünden. Aperdannier brachte mit eigenen Gedanken oder mit Lyrik von Tucholsky oder Ringelnatz Impulse. Er forderte seine Zuhörer auf, die täglichen 86 400 Sekunden als Geschenk zu betrachten und wohlüberlegt damit umzugehen. Im Wechsel mit den Lesungen sorgten Frank Schiweck (Saxofon) und Antonio D’Amico (Klavier, Gitarre) mit ausgewählten Musikstücken für den klanglichen Rahmen. Dankbar nahmen die Zuhörer das Angebot des Hospizkreises an, nach dem Rezitationsabend noch zu verweilen und sich auszutauschen.


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