Neue Brücken über die Stever

Do., 02.02.2012

  • Derzeit 4.5 von 5 Sternen.

Artikelbewertung

Brückentausch in der Steveraue

Senden - 

Die beiden Fuß- und Radwegbrücken in der Steveraue werden durch neue Überwege ersetzt. Die Arbeiten dauern noch bis in die kommende Woche an. Die Kosten belaufen sich auf knapp 120 000 Euro. Die bisherigen Holzbrücken sind abgängig.

Von Dietrich Harhues

An die idyllische Lage dieser Baustelle kann sich Friedhelm Rolink noch genau erinnern: die leicht schlängelnde Stever samt Aue und Insel – aber mit wenigen Häusern. Vor mehr als 25 Jahren war der Tischlermeister schon einmal mit schwerem Gerät in Senden. im Einsatz. Der Projektleiter der Brückenbaufirma Busmann aus Schüttorf werkelte auch mit, als die Überwege montiert wurden, die jetzt das Zeitliche segnen.

Google-Anzeigen

Im Jahr 1985 wurden Fuß- und Radwegbrücken errichtet, die schnelle Verbindungen zwischen Ortskern und Siebenstücken auf der einen sowie dem Hagenkamp auf der anderen Seiten schaffen – besonders beliebt bei Hundehaltern, Joggern, Radlern und Schülern.

Doch der rege Verkehr war es freilich nicht, der das Ende der Bauwerke besiegelte. Es nagte schlichtweg der Zahn der Zeit an den Holzbrücken, deren Tragfestigkeit noch nicht akut gefährdet war. „Es bestand keine Gefahr in Verzug“, unterstreicht Marcus Thies, der als Diplom-Ingenieur im Fachbereich Bauen und Planen das Projekt betreut. Gleichwohl waren die Überwege schon 2006 bei der Brückenprüfung aufgefallen: Sie kamen auf die Liste der Objekte, die sich die Gemeinde mal vorknöpfen sollte.

Die Planung lief an, die Ausschreibung auch, bei der wieder dieselbe Firma das günstigste Angebot einreichte. 117 000 Euro kosten beide Brücken. Der Auftrag wurde im Januar 2011 erteilt – bis zur Realisierung, die jetzt begonnen wurde, verging mehr Zeit als geplant.

Was vor allem am Wetter lag, beteuert Thies. Dieser Faktor schlägt bei der Zuwegung durch. Denn der schwere Teleskop-Autokran, der die Brückenteile einschwenkt, kann den feuchten Auenboden schnell beschädigen. Lange Trockenheit oder Frost, auf diese Phasen hatten Bauverwaltung und Baufirma gewartet. Als die Temperaturen sanken, stieg die Emsigkeit. Rolink und seine vier Mannen rückten vor mehreren Tagen nach Senden aus, gestern wurde die alte Brücke zerlegt, teils zersägt, und dann weggehoben. Der Kranausleger platzierte auch die neue Konstruktion aus Stahl und Holz. Ihre Optik passt sich der Vorgängergeneration an. Der die Metallteile kommt sie aber „fragiler, insgesamt schlanker“ daher, sind sich Thies und Rolink einig. Die tragenden Holzpfeiler und die Betonwiderlager am Ufer bleiben als tragende Elemente erhalten.

Die Arbeiten ziehen sich noch bis in die kommende Woche hin. Ob eine provisorische Zuwegung zur ersten neuen Brücke schon freigegeben wird, klärt sich erst ab heute. Denn eine Pflasterung ohne Lücke vor der Brücke ist bei Frost nicht möglich.

Die klirrende Kälte schreckt Friedhelm Rolink und sein Team übrigens nicht: „Besser so als Regen.“

► Für insgesamt rund 50 kommunale Brückenbauwerke ist die Gemeinde Senden verantwortlich.

► Sämtliche Brücken werden alle sechs Jahre einer großen, sogenannten Bauwerkshauptprüfung unterzogen. In einem Rhythmus von drei Jahren erfolgt eine weniger gründliche Inspektion der Überwege.

► Der Brücken-TÜV wird von einem externen Ingenieurbüro durchgeführt.

Mehr Bilder zum Thema

in den Fotogalerien auf

www.wn.de


Wie bewerten Sie diesen Artikel?

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Nur eine Abstimmung möglich!

Ihre Bewertung wurde geändert.

  • Derzeit 4.5 von 5 Sternen.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertung: 4.5/5

1 Stern = überhaupt nicht gut; 5 Sterne = hervorragend

Artikel



Standort

 

WN-Mobil Anzeigen

Autos, Motorräder, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge aus Ihrer Region

WN-Aktionen

Immer mehr drin
Exklusive Angebote für WN-Kunden - wie funktioniert das? mehr...
Anzeige