Mi., 28.03.2012

Vorwurf lautet Steuerhinterziehung in Millionenhöhe Schrotthändler sitzt hinter Gittern

Senden/Münster - 

Ein Schrotthändler in Münster, der im Bereich der Gemeinde Senden wohnt, soll den Fiskus um Steuern in Millionenhöhe geprellt haben. Er habe einerseits Metallreste „schwarz“ bezogen, andererseits soll er sich mit Scheinrechnungen die Mehrwertsteuer wiedergeholt haben.

Von Hans-Erwin Ewald

Wenn es um Steuerhinterziehung geht, dann stehen Zahlen und Fakten im Mittelpunkt. Zu deren Offenlegung in der 57 Seiten umfassenden Anklageschrift kam es gestern zum Prozessauftakt durch die beiden Anklagevertreter vor dem Landgericht jedoch nicht.

Stattdessen wurde der Prozess mehrfach unterbrochen und nach vier Stunden endgültig auf den 19. April vertagt. Den Grund dafür lieferte im Wesentlichen der Pflichtverteidiger des 53-jährigen Hauptangeklagten aus Senden. Gleich nach Eröffnung des Prozesses stellte der Anwalt unter anderem den Antrag, die Hauptverhandlung zu unterbrechen und auszusetzen. Eine zu kurze Einarbeitungszeit sowie ungenügende Akteneinsicht, hieß es dazu in seiner Begründung.

Bei seinen Anträgen brachte er, so wurde es empfunden, unnötige Schärfe in die Verhandlung und ging auf „Konfrontation“ zu den Richtern und Staatsanwälten.

Wie aus zuverlässiger Quelle zu erfahren war, müssen sich die fünf Angeklagten aus Senden, ein 38-Jähriger aus Nottuln , und ein Trio aus Duisburg, wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe , vor der Wirtschaftsstrafkammer verantworten.

Dabei geht es um dubiose Geschäfte mit Schrott, in deren Mittelpunkt der 53-jährige Schrotthändler aus Senden steht.

Seit Freitag soll der Mann wegen Fluchtgefahr und wegen Verdunklungsgefahr in Untersuchungshaft sitzen, hieß es. Kernvorwurf der Staatsanwaltschaft : Von 2004 bis 2007 sollen die Angeklagten in Münster und an anderen Orten in einer Vielzahl von Fällen den Fiskus um eine Millionensumme betrogen haben sollen.

Demnach soll der Schrotthändler in dem Tatzeitraum Altmetall, das er weiter verkaufen wollte, „schwarz“ von Dritten bezogen haben. Danach folgte, was Juristen Abdeckung nennen: Zur Vertuschung wurden Lieferungen in die Buchhaltung mit aufgenommen.

Die Mitangeklagten sollen Scheinrechnungen geschrieben haben. Die Masche: Nach Vorlage beim Finanzamt kam der Schrotthändler dadurch in den Genuss der Mehrwertsteuer.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/690698?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F166%2F698456%2F698457%2F