Fr., 21.09.2012

Sendenerin geht gestärkt aus Erkrankung hervor Zurück im neuen alten Leben

Sendenerin geht gestärkt aus Erkrankung hervor : Zurück im neuen alten Leben

Bewussteres Leben: Anne Love, die wieder den Spaziergang mit Hündin Molly genießen kann, geht gestärkt aus ihrer Erkrankung hervor. Foto: nn

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Mit Kribbeln in Händen und Füßen fing es an: Anne Love war am Guillain-Barré-Syndrom erkrankt. Die bedrohliche Erkrankung hat sie überwunden und wurde durch diese Phase sogar gestärkt.

Von Dietrich Harhues

Die Erkältung lag eineinhalb Wochen zurück, war ausgestanden. Scheinbar! Tatsächlich hatte sie sich eine Lungenentzündung eingefangen – deren fatalen Folgen sich mit einem Kribbeln in Händen und Füßen ankündigten. Das war am 12. Juni, ein Dienstag. Anne Love war klar, dass in ihrem Körper etwas nicht stimmte. Mit jedem Schritt sackte sie zusammen, beim Treppensteigen fehlte die Kraft. Eine Lähmung erfasste die Glieder, stieg an ihr hoch. Die 44-Jährige war am Guillain-Barré-Syndrom erkrankt. Eine Nervenentzündung, die tödlich enden kann.

Ihre Symptome schritten schnell voran: Am Donnerstag taube Finger, aber keine auffälligen Blutwerte, die am Mittwoch ermittelt worden waren. Am Freitag wieder beim Hausarzt, der sie zum Neurologen überweist. Der Facharzt schickt die Sendenerin noch am selben Tag zur Uniklinik. Was sich als Glück im Unglück erweist. Denn die Fachleute erkennen, nach aufwendiger Diagnose, das Krankheitsbild und behandeln es mit Immun-Globin. Das Tempo der Erkrankung ist tückisch: Noch am ersten Tag im Klinikum verschlechterte sich der Zustand so, dass die Bestatterin, die ehrenamtlich in der Pfarrgemeinde St. Laurentius engagiert ist, kopfabwärts komplett unbeweglich war. Und es drohte die Atemlähmung.

Bis zur Chefarztvisite am Montag hat sich der Zustand stabilisiert: „Sie haben im Himmel angeklopft, aber man wollte Sie noch nicht“, fasst ein Professor die kritische Phase zusammen.

Über dem Berg war Anne Love deshalb noch lange nicht. Denn die Lähmungen hielten an, erst nach einem Monat begann eine Wendung in Richtung Linderung. Bis zur Heilung ziehen sich noch Wochen hin. „Man muss die Krankheit annehmen und trotzdem dagegen kämpfen“, sagt die GBS-Patientin, die sich mit Fragen martert: Warum ist sie erkrankt, warum wird sie wieder gesund, während andere es nicht schaffen?

Die Wahrscheinlichkeit an dem Syndrom zu erkranken ist so gering wie ein Lottogewinn. Ihr Glück sieht Love darin, dass sie ihr altes Leben zurückbekommen hat. „Ich feiere jetzt zwei Mal Geburtstag.“ Wenn sie auf die drei Monate zurückblickt, zieht sie ein kurzes Fazit: „Ich danke Gott, dass er mir viele liebe Menschen an die Seite gestellt hat.“

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