Di., 11.06.2013

Schwieriger Wohnungsmarkt in Münster Studenten-Buden im Umland: Mit dem Schnellbus zur Vorlesung

Schwieriger Wohnungsmarkt in Münster : Studenten-Buden im Umland: Mit dem Schnellbus zur Vorlesung

Mit dem Doppel-Abi-Jahrgang, der ins Wintersemester schwappt, steigt der Druck auf dem Wohnungsmarkt in Münster drastisch an. Foto: dpa

Senden - 

Mit dem Doppel-Abi-Jahrgang, der ins Wintersemester schwappt, steigt der Druck auf dem Wohnungsmarkt in Münster drastisch an. Ein Ausweg: Studenten-Buden im Umland. Senden mit Schnellbus-Anbindung und Bahnhof in Bösensell könnte angehende Akademiker durchaus locken.

Von Dietrich Harhues

Den Fahrschein haben sie schon in der Tasche, bevor ein Umzugskarton gepackt ist: Die Gemeinden im Umland Münsters könnten für Studenten als Wohnort interessant werden. Denn zumindest finanziell schlägt der Weg zum Hörsaal nicht durch: Das Semesterticket macht´s möglich. Der Zeitaufwand hält sich ebenfalls in Grenzen. Gleichwohl stehen Adressen außerhalb der Stadtgrenzen des Oberzentrums bisher nicht besonders hoch im Kurs der angehenden Akademiker. Dies aber dürfte sich ändern – und Senden stellt sich darauf ein.

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„Der Druck auf den Wohnungsmarkt wird hoch sein.“

Uwe Warda

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Steigende Studentenzahlen

Denn: Mit dem kommenden Wintersemester werden die Studentenzahlen an Münsters Hochschulen deutlich steigen. Das beschert der Abi-Doppeljahrgang allen Uni- und FH-Standorten. Mit 1928 zusätzlichen Erstsemestern rechnet Münster , etwa 30 Prozent davon wohnen außerhalb und pendeln zur Vorlesung . Trotz unterschiedlicher Anstrengungen bleibt rein rechnerisch ein Fehlbedarf von rund 240 Wohnungen in der Uni-Metropole, erklärt Rainer Leskow vom Amt für Wohnungswesen der Stadt Münster. Das ausdrückliche Einbeziehen des Umlandes begrüßt Leskow gegenüber den WN.

Ebenso äußert sich Uwe Warda vom Allgemeinen Studierenden-Ausschuss der Uni Münster. „Die Idee geht in die richtige Richtung“, unterstreicht der Mitarbeiter des AStA-Finanzreferates. Bereits in den vergangenen Jahren und Monaten sei festzustellen gewesen, dass Vakanzen in Randlagen innerhalb Münsters wie Hiltrup oder Gremmendorf ziemlich schnell Abnehmer fanden. Mit dem Doppel-Abi, das ins kommende Wintersemester schwappt, werde es bei den Studenten-Buden in der Domstadt sehr eng werden. Die Preise seien schon jetzt heftig angezogen. „Der Druck auf den Wohnungsmarkt wird hoch sein“, so Warda, der glaubt, dass deshalb auch Gemeinden wie Senden für Studenten in Frage kommen. Vor allem mit der Schnellbus- und Bahn-Anbindung (Bösensell) werde Senden für Nachwuchswissenschaftler attraktiv sein, so der AStA-Mitarbeiter auf Anfrage der WN.

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»Wir unterstützen das ausdrücklich.«

Alfred Holz und Klaus Stefan appellieren an Hauseigentümer, Wohnraum anzubieten

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Kampagne „Studierzimmer“

Um das Studium nicht an fehlendem Wohnraum scheitern zu lassen (was in Einzelfällen schon jetzt vorgekommen sein soll), wurde vom Arbeitskreis „Studentische Wohnraumversorgung“ die Kampagne „Studierzimmer“ ins Leben gerufen. Senden macht gerne mit: „Wir unterstützen das ausdrücklich“, betonen Bürgermeister Alfred Holz und Beigeordneter Klaus Stefan.

Gesucht werden Zimmer, Appartements oder Einliegerwohnungen, die für ein oder mehrere Semester vermietet werden können. Aber auch Vermietungen für wenige Wochen („30 Tage Plus“) sind von Interesse, damit die Studierenden ihr Studium aufnehmen und in Ruhe weitersuchen können.

Dadurch können zugleich neue Wohnkonstellationen von Jung und Alt sowie Kooperationsmodelle mit gegenseitiger Unterstützung entstehen. Das Konzept „Wohnen für Hilfe“ lässt sich auf Senden übertragen: „Daraus kann sich ein neues lebendiges Miteinander ergeben“, sieht Susanne Espenhahn, Beauftragte für Gleichstellung und Demografie in Senden, Chancen.

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