Fr., 18.10.2013

Dietutnix in der Steverhalle Freibeuterinnen öffnen Schatzkisten

Die große Politik fand in Gestalt von Kanzlerin Angela Merkel (Ingrid Helmer) den Weg in die Steverhalle, wo Dietutnix einen breiten thematischen Bogen schlugen.

Die große Politik fand in Gestalt von Kanzlerin Angela Merkel (Ingrid Helmer) den Weg in die Steverhalle, wo Dietutnix einen breiten thematischen Bogen schlugen. Foto: www.axelengels.de

Senden - 

Diese Freibeuterinnen sind mit allen Wassern gewaschen: Dietutnix präsentierten ihr Programm „Aufgetakelt“ in der Steverhalle. Die Kabarettistinnen fischten ihre Pointen aus den tiefen Gründen aller Weltmeere – vom Zwischenmenschlichen bis zur großen Politik.

Von Axel Engels

Dietutnix können auf ihre treue Fangemeinde in und um Senden zählen. So war am Donnerstagabend zu ihrem fulminanten Auftritt in der Steverhalle sogar ein ganzer Fanbus aus Lüdinghausen vorgefahren. Dies war für die umtriebigen Kabarettistinnen ein zusätzlicher Ansporn, ihr Allerbestes zu geben. Das Gemäuer der Steverhalle ließen sie mit ihrem Programm „ Aufgetakelt “ erzittern, solch ein furioses Wasserspektakel hat man in dem mit maritimen Elementen nicht so gesegneten Senden noch nicht erlebt.

Dietutnix entführten in eine feuchtfröhliche Welt, in der die unmöglichsten Dinge ganz natürlich erschienen und wo bei allem unterhaltsamen Treiben in den absurdesten Ecken genug Raum für tagespolitische Exkursionen blieb. Sie verwöhnten gleich zu Beginn als süffisante Piratinnen mit einem wahren Feuerwerk rasanter Sketche das Publikum, zeigten sich selbst beim Wäscheaufhängen auf einsamer Insel mit allen Wassern gewaschen. Auf den sieben Weltmeeren wollte man diesen Piratinnen in ihrem Gummiboot wohl nicht begegnen. In der Steverhalle eroberten sie mit diesem dekorativ mit Kanone geschmückten Vehikel die Herzen des Publikums. Sie wandelten auf den Spuren von Mary Read und Anne Bonny und selbst Sir Francis Drake wäre vor solchen Gesellinnen in die Flucht geschlagen worden. Wasser in all seinen Erscheinungen zog sich natürlich fließend durch den ganzen Abend. Ob als Piratinnen, Installatösinnen oder als sinnlichverwirrende Meerjungfrauen - Dietutnix boten dem Publikum ein prickelndes Erlebnis und selbst die Robinson-Insel war vor ihnen nicht sicher. Sabine Hollefeld mit Steffi Windhoff plauderten an diesem heimeligen Ort über tagespolitische Dinge, zeigten sich bei der Geldwäsche für den Bischof von Limburg so ganz in ihrem Element. Ihre mit Selbstironie getränkten Reden waren einfach köstlich unterhaltsam.

Sogar im Stress der großen Politik hatte unser aller Kanzlerin in Person von Ingrid Helmer den Weg nach Senden gefunden, plauderte sich im Gespräch mit Steffi Windhoff beim Thema Wasser als Allgemeingut fast um den politischen Verstand.

Auch musikalisch hatten Dietutnix einiges aus ihrer Schatzkiste hervorgeholt. Als Installatösen machten sie auf allen Rohren Musik, verblasste selbst Stomp bei ihrer rhythmisch-gesanglichen Performance.

Die versierte Pianistin Heike Knief verzauberte mit ihrer Wassermusik auf dem sonst bei Jazz-live malträtierten Klavier mit einem wahren „Best of ...“ aller nur erdenklichen wässrigen Melodien von den Stones bis Paul Simon, würzte alles mit einer Prise Franz Liszt.

Sabine Hollefeld war als Moderatorin bei der Übertragung des Solo-Synchronschwimmens der Männer einfach göttlich. Jede Sportschau sollte sich diese Protagonistin zum Vorbild nehmen, dann bräuchte man sich über Einschaltquoten keine Gedanken mehr machen. Sie ließ ihrer Leidenschaft freien Lauf, war ganz dem Astralkörper des Sportlers in seiner nur spärlich bedeckten Männlichkeit verfallen. Wenn sich Dietutnix als Trio im Whirlpool-to-go räkelten und so manch politisches Geheimnis an den Tag brachten, blieb kein Auge trocken.

Selbst Berlusconi wäre vor Schamröte zur mediterranen Leuchtboje geworden, wenn Sabine Hollefeld aus ihrem Taucherinnen-Nähkästchen plauderte.

Als an Sinnlichkeit nicht zu übertreffende Meerjungfrauen trafen sie sich am Baggersee, tauschten genüsslich ihre Erlebnisse aus und zelebrierten ein wahres Fest der Sinne. Wie Futter für die Möwen streuten sie ihre Prise Lokalkolorit unter das Volk, das von ihren Eskapaden nicht genug bekommen konnte.

Wer das gemeinsame Shanty-Singen an diesem Abend erlebt hat, wird dieses Rudelsingen so schnell nicht vergessen. Das Publikum verlor jegliche Zurückhaltung zusammen mit den sangesfreudigen Piratinnen. Selbst Neptun hätte seine wahre Freude gehabt, solche Sirenen erlebt man eben nicht alle Tage. Mit dem kabarettistischen Entermesser eroberten sich Dietutnix alle Schätze der Welt.

Das große Finale krönte dann Sabine Hollefeld. Nachdem sie ihrer Leidenschaft für rote Stöckelschuhe gefrönt, ihre sommerliche Hitzewallungen präsentiert hatte, war der Abend einfach perfekt.

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