Ehrenamtliche halten Spieker und Backhaus in Schuss:
Herz und Hand für Ottmarsbocholt

Ottmarsbocholt -

Einmal im Monat treffen sich Ehrenamtliche des Heimatvereins Ottmarsbocholt zum Arbeitseinsatz. Mit Besen, Scheren, Brenner und Schüppen wird auf dem Gelände rund um Spieker und Backhaus „klar Schiff“ gemacht.

Dienstag, 05.08.2014, 12:08 Uhr

Gemeinsam rücken die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer dem Unkraut und Wildwuchs an Spieker und Backhaus zu Leibe. Die Hingucker des Dorfes sollen schließlich immer picobello aussehen.
Gemeinsam rücken die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer dem Unkraut und Wildwuchs an Spieker und Backhaus zu Leibe. Die Hingucker des Dorfes sollen schließlich immer picobello aussehen. Foto: sff

Picobello präsentieren sich Spieker und Backhaus des Heimatvereins, knapp drei Wochen vor dem italienischen Abend (23. August) und dem Musikcafé (24. August). Doch nicht die Heinzelmännchen oder Bauhofmitarbeiter haben das Gelände „auf der Horst“ herausgeputzt. Vielmehr machten Ehrenamtliche am Montagnachmittag bei schweißtreibender Hitze den Buckel krumm.

„Seit April treffen wir uns regelmäßig am ersten Montag im Monat, um hier ,klar Schiff‘ zu machen. Schließlich sind Spieker und Backhaus das Zentrum unseres Dorfes und die Hingucker schlechthin“, sagt Stefan Frie . Deshalb ist der Vorsitzende des Heimatvereins Ottmarsbocholt froh, dass sich immer – zumeist die gleichen – Helferinnen und Helfer zum Arbeitseinsatz für die Allgemeinheit einfinden. Viele bringen sogar noch eigene Werkzeuge und Geräte mit.

Sie sorgen gemeinsam dafür, dass alles rundum sauber wird, dass die Wege von Unkraut befreit, die Rosen geschnitten und die Dachrinnen sauber sind. Auch eine neue Beleuchtung wurde von den Ehrenamtlichen am Backhaus installiert.

„Wir haben viele Besucher im Spieker und im Backhaus. Und es werden immer mehr. Das sind nicht nur Ottmarsbocholter, sondern zum Beispiel auch Fahrradtouristen aus anderen Orten, die hier Station machen“, macht Stefan Frie auf die Bedeutung der historischen Gebäude aufmerksam. „Wir würden uns wünschen, dass auch Mitglieder anderer Vereine unsere Aktion unterstützen. Jeder, der helfen will, ist willkommen“, sagt der Vorsitzende des Heimatvereins. Zumal der Einsatz nicht in Plackerei ausartet: Die Gemütlichkeit kommt nicht zu kurz. Denn nach getaner Arbeit sitzen die Ehrenamtlichen bei selbst gebackenem Kuchen zu Kaffee und Klön zusammen, bei schönem Wetter in der Sitzecke hinter der Weide.

► Der italienische Abend beginnt am 23. August (Samstag) um 18 Uhr. Nach dem großen Erfolg der Premiere im vergangenen Jahr, will der Heimatverein den organisatorischen Ablauf optimieren, damit niemand zu lange auf seine frisch gebackene Pizza warten muss. Am folgenden Tag (Sonntag, 24. August) beginnt um 15 Uhr das seit Jahren beliebte Musikcafé am Spieker.

Der „Spieker“ (plattdeutsch für ‚Speicher’), ein ehemaliges Kötterhaus, stand ursprünglich als Stroh- und Kornspeicher in der Lüdinghauser Bauerschaft Aldenhövel, heißt es auf der Ottmarsbocholter Internetseite.

Im Jahr 1984 wurde es von Ottmarsbocholter Bürgern an seinem heutigen Standort „Auf der Horst“, im Zentrum des Dorfs, wieder aufgebaut.

Heute dient das historische Gebäude als Treffpunkt für Veranstaltungen und kann von Vereinen/Verbänden genutzt werden.

Im Obergeschoss beherbergt das Gebäude ein kleines „ Heimatmuseum “, in dem alte Werkzeuge, Haushaltsutensilien und Ackergeräte ausgestellt sind.

► Im Jahr 2005/2006 wurde neben dem Spieker auf Initiative und durch freiwillige Helfer des Heimatvereins ein altes Backhaus wieder aufgebaut. Nach anfänglicher Skepsis in der Ottmarsbocholter Bevölkerung erfreut sich das Backhaus – und vor allem das darin gebackene Brot – heute wachsender Beliebtheit. Wie zu Großmutters Zeiten, werden heute noch regelmäßig an jedem zweiten Samstag im Monat in dem alten originalen Holzofen Brote gebacken und zum Verkauf angeboten. Nicht selten nehmen auch örtliche und überörtliche Gruppen das Angebot wahr, sich das alte Bäckerhandwerk praxisnah im Backhaus erklären zu lassen, um anschließend die frischen Backwaren im Spieker nebenan am gemütlichen Herdfeuer in geselliger Runde zu verzehren.

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