Der geistig behinderter Marcel Janke hat ein Buch geschrieben:
„Schabernack und Schlitzohren“

Ottmarsbocholt -

Mit Ausdauer und Willensstärke, aber auch mit viel Freude hat Marcel Janke ein Buch mit fünf Kurzgeschichten geschrieben. Der 23-Jährige lebt in einer Außenwohngruppe für Menschen mit einer geistigen Behinderung des Sozialwerkes St. Georg.

Mittwoch, 21.01.2015, 17:01 Uhr

Das Erstlingswerk von Marcel Janke ist soeben im Magnus See Verlag erschienen.
Das Erstlingswerk von Marcel Janke ist soeben im Magnus See Verlag erschienen. Foto: sff

Ein Buch zu schreiben – das ist längst nicht jedermanns Sache. So mancher tut sich ja schon schwer damit, ein paar Zeilen für eine Urlaubskarte zu dichten. Ganz anders Marcel Janke . Der 23-Jährige, der in einer Außenwohngruppe für Menschen mit einer geistigen Behinderung des Sozialwerkes St. Georg (Haus Davert) lebt, hat mit Beharrlichkeit und Willenskraft fünf Kurzgeschichten verfasst und in seinem Buch „ Schabernack und Schlitzohren – Geschichten vom Schwarzwald bis Miami“ zusammengefasst.

Die erste Geschichte entstand bereits 2009. Das Buch wurde jetzt im Werner Verlag Magnus See herausgegeben. „Die Geschichten sind mir alle selbst eingefallen. Ich hab‘ sie erfunden“, sagt Marcel Janke, der bei der Arbeit am Buch von seiner Betreuerin Hildegard Musholt und seiner Tante Manuela Begett mit Rat und Tat unterstützt wurde.

Tagsüber arbeitet der 23-Jährige in der Schreinerei der Caritas-Werkstätten in Nordkirchen. In seiner Freizeit hört er gerne Musik, „Techno und House“, spielt Schach – und schreibt lustige Geschichten. Sie handeln von einem Eierkauf mit Falschgeld, von Ganoven auf der Flucht nach Miami oder auch von einem geklauten Weihnachtsbaum.

Zunächst hat Marcel Janke seine Ideen handschriftlich zu Papier gebracht. „Dann hab‘ ich mir gedacht, man kann ja ein Buch veröffentlichen“, erzählt der 23-Jährige. nd so begann er damit, im Zwei-Finger-Suchsystem die Geschichten in den Computer zu tippen. Das erste Korrekturlesen übernahm Tante Manuela Begett. Marcels Vater schließlich kopierte alles auf CD und stellte den Kontakt zum Verlag Magnus See her. Dort wurden 50 Exemplare von „Schabernack und Schlitzohren“ gedruckt.

Zu haben ist das Erstlingswerk des jungen Autors zum Preis von fünf Euro. Der Kontakt wird über Haus Davert hergestellt.

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