Zeugen haben Jugendliche beobachtet
Sprühattacke auf Marienkapelle

Ottmarsbocholt -

Empörung in Ottmarsbocholt: Die Marienkapelle am Dillenweg, die seit Jahrzehnten von den Nachbarn gepflegt wird, wurde erheblich mit Sprühfarbe verschandelt.

Dienstag, 11.08.2015, 12:08 Uhr

Der Respekt vor dem Glauben und vor Wahrzeichen der Volksfrömmigkeit schwinden offenbar immer weiter. Und das selbst in gut funktionierenden dörflichen Gemeinschaften wie Ottmarsbocholt . Dort haben am Montagabend gegen 19.45 Uhr vier Jugendliche – drei Jungen und ein Mädchen – die Marienkapelle am Dillenweg gleich von drei Seiten mit roter Farbe besprüht.

Allerdings dürften die Täter nicht allzu lange unerkannt bleiben. Denn eine Zeugin hat das Treiben der Jugendlichen durch ihr Fernglas entdeckt, teilt die Polizei mit. Daraufhin begab sie sich zur Kapelle. Die 15- bis 16-Jährigen machten sich aber in verschiedenen Richtungen auf und davon. Den angerichteten Sachschaden beziffert die Polizei auf rund 1000 Euro.

„Ein weiterer Zeuge konnte mindestens zwei der Täter fotografieren. Die Fotos wurden der Polizei überstellt“, berichtet Stefan Frie . Von daher ist der Vorsitzende des Heimatvereins zuversichtlich, dass die Täter identifiziert werden können.

Die Kapelle wird von der Nachbarschaft der Feldmark seit 37 Jahren gepflegt. „Die Familien sorgen ständig für frischen Blumenschmuck, für Kerzen und pflegen die Außenanlagen und die beiden Bänke“, erzählt Stefan Frie.

Folgende Personenbeschreibung liegt der Polizei vor:

Alle vier Täter sind vermutlich zwischen 15 und 16 Jahre alt. Einer von ihnen ist Brillenträger und trug links einen Ohrring. Der zweite Täter hat dunkle kurze Haare und hatte einen schwarz-grauen Rucksack dabei. Der dritte Jugendliche fiel durch dunklen Teint und kurze schwarze Haare auf. Auch ein Mädchen mit langem braunen Haare wurde bei der Sprühattacke gesehen. Hinweise nimmt die Polizei in Lüdinghausen unter der Rufnummer 0 25 91 / 79 30.

Neubau mit 350 Stunden Eigenleistung

Die Kapelle am Dillenweg wurde am 3. August 1978 errichtet. Als Bildstock hatte sie zuvor in der Nähe des Hofes Niebert in der Oberbauerschaft gestanden, wo sie durch eine Flurbereinigung ins Abseits geraten war, ist im Ottmarsbocholter Heimatbuch zu lesen. So einigten sich Franz Niebert und der Heimatverein darauf, sie zum Dillenweg umzusetzen.

„Die Zimmerarbeiten führte Willi Gnegel und die Maurerarbeiten Günther Schilling aus“, heißt es weiter. Heinrich Volle und Gregor Vorspohl wurden als Kunstschmiede tätig. August Völker war für die Holzkonservierung zuständig. Benno Schülting und Franz-Josef Vorspohl organisierten nicht nur die Umsetzung, sondern sie fassten auch kräftig mit an. Es wurden mindesten 350 Arbeitsstunden geleistet, bis die Madonna ihren neuen Ehrenplatz einnehmen konnte. Änne Burdewick stiftete zwei Kerzenleuchter.

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