Begegnungsstätte für ezidische Gemeinschaft
Identität bewahren und in Dialog treten

Senden -

Die ezidische Gemeinschaft in Senden möchte eine Kultur- und Begegnungsstätte errichten. Die eigene Identität soll dort gepflegt und eine Brücke zu anderen Kulturen geschlagen werden – als toleranter Dialog.

Donnerstag, 13.08.2015, 17:08 Uhr

Kurdische Eziden aus Senden und der Umgebung möchten eine Begegnungsstätte gründen.
Kurdische Eziden aus Senden und der Umgebung möchten eine Begegnungsstätte gründen. Foto: di

Sprache, Kultur und Glauben zu pflegen und zu bewahren – dies ist den Eziden ein hohes Anliegen. Nicht nur in Senden. Doch in der Stevergemeinde und im näheren Umkreis leben rund 500 Kurden, die dieser Religion angehören. Eine Glaubensrichtung, die im Norden des Irak , in Syrien und in Teilen der Türkei durch Terror und Verfolgung in akute Bedrängnis gerät. Nicht nur vor dem Hintergrund von Mord und Vertreibung durch den IS, die mit Trauer und Wut betrachtet werden, suchen die Eziden in Senden einen Anlaufpunkt für sich und für den Dialog mit anderen Menschen und Kulturen. Ganz oben auf der Wunschliste steht ein Grundstück oder ein Haus, das die ezidische Gemeinschaft erwerben könnte.

Ein Trägerverein, der die Kultur- und Begegnungsstätte als Projekt realisieren und dauerhaft betreiben könnte, sei in Gründung, erklärt Orhan Atalan , Mitglied des Deutsch-Kurdischen Freundeskreises Senden und Mitstreiter der ersten Stunde bei der Flüchtlingshilfe „Aktion Hoffnungsschimmer“.

Das Haus soll eine doppelte Funktion übernehmen: Als Treffpunkt für die Eziden, unter denen vor allem Jugendliche ihre eigene kulturelle und religiöse Identität noch besser kennen lernen und an Selbstbewusstsein gewinnen sollen. Zugleich soll die Stätte als Ort der Aufklärung und des Austauschs dienen über die Grenzen von Glauben und Herkunft hinweg. Es sei besonders für die jüngere Generation der Eziden wichtig, sich die eigenen Wurzeln bewusst zu machen. „Als Basis, um auf andere in einem toleranten Dialog zuzugehen“, erklärt Atalan, der wegen der Lage ein Objekt in Bösensell favorisieren würde.

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