Heimatverein bereitet Steinofenbrot auf traditionelle Weise zu:
Leidenschaft für alte Handwerkskunst

Ottmarsbocholt -

Einmal im Monat wird der Steinofen des Ottmarsbocholter Backhauses mit Holz befeuert. Dann gehen Karl-Heinz Westphal, Franz-Josef Brinkmann und Bernd Thole zu Werk und stellen Brot – ganz ohne Zusatzstoffe – nach alter Bäckerkunst her.

Donnerstag, 07.01.2016, 15:01 Uhr

Nach alter Tradition backen Karl-Heinz Westphal, Franz-Josef Brinkmann (Foto v.l.) und ihr Kollege Bernd Thole einmal im Monat Brot im Steinofen des Backhauses – ganz ohne Zusätze, allein aus Mehl, Buttermilch, Hefe und Salz.
Nach alter Tradition backen Karl-Heinz Westphal, Franz-Josef Brinkmann (Foto v.l.) und ihr Kollege Bernd Thole einmal im Monat Brot im Steinofen des Backhauses – ganz ohne Zusätze, allein aus Mehl, Buttermilch, Hefe und Salz. Foto: sff

Es ist muckelig warm im Backhaus. Denn der alte Steinofen strahlt ordentlich Hitze ab. Doch nicht allein deshalb stehen Karl-Heinz Westphal die Schweißperlen auf der Stirn. Der 74-Jährige leistet gerade ordentlich Muskelarbeit. Mit seinen enormen Händen lässt der Bäcker die rund 700 Gramm schweren Teigkugel geradezu elegant über die bemehlte Arbeitsplatte tänzeln. „Früher sagte man: Den Teig musst du so stramm aufmachen, dass du ne Laus drauf knacken kannst“, lacht „Kalle“ Westphal seinen Kollegen Bernd Thole (73) und Franz-Josef Brinkmann (52) zu. Alle drei sind gelernte Bäcker und betreiben ihr Handwerk mit Leidenschaft – allerdings nur noch als Hobby, einmal im Monat für den Heimatverein Ottmarsbocholt.

Heimatverein pflegt traditionelles Bäckerhandwerk

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  • Das Back-Team des Heimatvereins Ottmarsbocholt bereitet einmal im Monat Brot und Kuchen nach alter Handwerkstradition im Steinofen zu. Foto: sff
  • Das Back-Team des Heimatvereins Ottmarsbocholt bereitet einmal im Monat Brot und Kuchen nach alter Handwerkstradition im Steinofen zu. Foto: sff
  • Das Back-Team des Heimatvereins Ottmarsbocholt bereitet einmal im Monat Brot und Kuchen nach alter Handwerkstradition im Steinofen zu. Foto: sff
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  • Das Back-Team des Heimatvereins Ottmarsbocholt bereitet einmal im Monat Brot und Kuchen nach alter Handwerkstradition im Steinofen zu. Foto: sff
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Am Samstag (9. Januar) wandern im Lauf des Morgens wieder – ohne künstliche Zusätze – Buttermilch- und Rosinenstuten, Viersaat- und Dinkelbrote sowie ein riesiger Blechkuchen in den mit Holz befeuerten Ofen. Für ordentlich Glut und die passende Temperatur sorgt vorab „Oberheizer“ Ludger Lindfeld. „Der steht dazu schon um 3 Uhr auf“, lobt Franz-Josef Brinkmann seinen Mitstreiter im Backteam. Dank der Vorarbeit des Frühaufstehers kann das erste Brot schon gegen 6 Uhr aus dem Ofen wandern.

Warum steht man ehrenamtlich schon so früh auf der Matte? „Das Team ist töfte“, entgegnet Ludger Lindfeld mit breitem Lächeln. „Und es ist die Leidenschaft für das alte Bäckerhandwerk, das es heutzutage so nicht mehr gibt“, fügt Franz-Josef Brinkmann hinzu. Ähnlich geht es „Kalle“ Westphal, der schon dabei ist, seit das Backhaus am 12. August 2006 eingeweiht wurde: „Damals befand ich mich schon im Ruhestand. Aber als das hier fertig war, kribbelte es mir in den Fingern“.

Die Leidenschaft der Bäcker gibt dem Brot aus Mehl, Hefe, Salz und Buttermilch offenbar eine ganz besondere Würze. Denn der Backtag zieht nicht nur viele Ottmarsbocholter an, sondern auch Stammkunden aus der näheren und weiteren Umgebung. „Da kommt zum Beispiel einer schon seit Jahren, der ,von auf Schalke‘. Der sieht wirklich so aus, mit seiner Hose aus Ballonseide. Mensch, man lernt Leute hier kennen“, erinnert sich Karl-Heinz Westphal an einen ausgefallen Kunden.

Neben solch exotischen Gästen sind den Bäckern besonders die vielen Kinder ans Herz gewachsen, die im Laufe des Jahres immer wieder ins Backhaus hineinschauen. Das ist bei Projekten der Davertgrundschule oder auch im Rahmen des Ferienprogramms immer wieder der Fall. Dann dürfen die Mädchen und Jungen selbst kneten und formen. Und so „ganz nebenbei“ lernen sie den Weg vom Korn zum Brot kennen.

Darüber hinaus legt sich das Backteam alle Jahre wieder für den Ottmarsbocholter Weihnachtsmarkt und die Sendener Tafel ins Zeug, indem es mehrere Hundert handgefertigte Stutenkerle backt, die kostenlos verteilt werden.

Mittlerweile sind die drei „Herren in Weiß“ auch ausgezeichnete Pizza-Bäcker. Das beweisen sie beim beliebten Italienischen Abend des Heimatvereins, der im Sommer für mediterranes Flair am Spieker sorgt. Doch beim Teig bleiben sich die Bäcker treu, der wird – selbstverständlich – nach guter alter münsterländischer Bäckertradition zubereitet.

► Neben den drei Bäckern Karl-Heinz Westphal, Bernd Thole und Franz-Josef Brinkmann gehören zum Backteam „Oberheizer“ Ludger Lindfeld, „Unterheizer“ Heinrich Volle, „Boss und Mädchen für alles“ Stefan Frie sowie als hilfreiche Geister Hedwig Brüse und Josef Wieging.

Den Teig musst du so stramm aufmachen, dass du ne Laus drauf knacken kannst.

Karl-Heinz Westphal über die Kunst des fachgerechten Teigknetens
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