So., 31.01.2016

Umzug in Otti-Botti Pure Party trifft Spaß am Spott

Die Stimmung ließen sich weder die Akteure noch die Zuschauer vom mauen Wetter verhageln. Laut Polizei zog der närrische Höhepunkt in Ottmarsbocholt rund 6000 Besucher an, somit etwas weniger als in den Vorjahren.

Die Stimmung ließen sich weder die Akteure noch die Zuschauer vom mauen Wetter verhageln. Laut Polizei zog der närrische Höhepunkt in Ottmarsbocholt rund 6000 Besucher an, somit etwas weniger als in den Vorjahren. Foto: di

Ottmarsbocholt - 

Man muss es diesem kleinen Dorf im Münsterland lassen: Otti-Botti hat mal wieder den Beweis angetreten, dass es sich mit Fug und Recht wohl als „die“ Karnevalshochburg weithin bezeichnen kann.

Von Dietrich Harhues

Die Karnevalsgesellen Otti-Botti gelten nicht gerade als Warmduscher. Am Tag vor dem großen Tag ging ihnen der „Hintern“ aber wohl doch auf Grundeis. Denn Sturm und Dauer-Schauer von oben wie am Samstag hätten dem Höhepunkt der fünften Jahreszeit einen Tiefschlag versetzt. „Wir hatten Muffensausen“, gestand einer der Karnevalsgesellen. Doch die KG Otti-Botti, als Veranstalter des Umzugs, atmete am Sonntag auf. Das Wetter spielte so einigermaßen mit. Und die Fans der Freiluftfeier ebenfalls.

„Wir sind super zufrieden“, lautet das Fazit von Sebastian Halsbenning, Vorstandsmitglied der Karnevalsgesellen. Nach seiner Einschätzung lag die Zahl der Besucher nur geringfügig unter dem Level der vorigen Jahre. Was die KG Otti-Botti freute, war, dass die meisten Jecken ausgeharrt haben, obwohl der Himmel im Verlauf des Zuges eher dunkler wurde.

Desto mehr strahlten die 15 großen Motivwagen (drei mehr als im Vorjahr) sowie rund 50 Fußtruppen und Musikformationen. Darunter waren einige, die es vor allem partymäßig krachen ließen. Viele Zugbeschicker besannen sich aber auf die närrische Tugend, eine Prise Spott auszuschütten. Dieses Motto beherzigte die Landjugend (KLJB) Senden schlüpfte in die Koch-Kluft, um die Gerüchteküche aufs Korn zu nehmen, die durchs soziale Netzwerk „Du bist Sendener, wenn . . .“ wabert.

Lokalkolorit gab den Narren der Ecke Horst Auftrieb: Ihren Wagen zierte ein drehender Rotor und eine liebevoll erstellte Ottmarsbocholt-Silhouette mit dem Spruch: „Windkraft treibt kein´ Keil, unser Dorf bleibt heil“. Damit verband sich der Wunsch, dass der „dörfliche Frieden erhalten bleibt“, wie es Lothar Unewisse und Markus Hillmoth für die Horst formulieren.

Gleich mehrfach piksten die Jecken den Schlamassel unter den Fußball-Funktionären auf. Fifa und Mafia waren Begriffe, die von den Narren dicht nebeneinander geschrieben wurden.

Ex-Manager Martin Winterkorn wurde ebenfalls aufs Korn genommen. Eine närrische Formation aus Senden, Ottmarsbocholt und Lüdinghausen scheute dafür keine Mühen: Die jungen Leute erstanden sogar einen Golf auf dem Schrott und bastelten seit Ende vorigen Jahres kräftig an ihrem Wagen für den Umzug herum.

Dass Arbeitsstunden, Ideen, Aufwand und Geschick ohne Grenzen investiert werden, damit sich Otti-Botti wieder als „die“ Karnevalshochburg im Münsterland qualifiziert, zeigte sich an vielen Vehikeln: darunter der rollende Thron von Queen Elisabeth (Ecke Neustraße), der rosa Straßenkreuzer auf der Route 66 (Dillenbaum) und die Außerirdischen (Venne). Wahrer Hingucker freilich auch die orientalische Pracht des Prinzenwagens von Daniel I. und Sabine II.

Daniel I. greift nach der Rathaus-Macht

Noch kaum 111 Tage im Amt – und schon ist er seine Macht wieder quitt: Sebastian Täger, noch ziemlich frischgebackener Bürgermeister, leistete kaum Gegenwehr, als das närrische Oberhaupt, Daniel I. mit seinem Funkenmariechen Sabine II. nach dem Zugang zum Rathaus griff. Bei der Schlüsselübergabe, die vor dem Start des Umzugs am Jallermann über die Bühne ging, wusste Täger, dass sein Widerstand zwecklos gewesen wäre. Denn schließlich hatte sogar sein Vorgänger, Alfred Holz, als Ottmarsbocholter vor den Jecken die Segel gestrichen. Die Schlüsselgewalt ist in Ottmarsbocholt in guten Händen, pochte Daniel darauf, dass sich das närrische Regiment über Senden bewährt habe. Täger selbst entpuppte sich in der Jecken-Terminologie als nicht ganz sattelfest, denn ihm entglitt ein Saison statt Session, bemerkte den Fehler sofort und bot als Musiker schlagfertig an: „Wir können eine Session machen . . .“

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