So., 12.03.2017

Frauengemeinschaft Ottmarsbocholt KFD St. Urban verschafft sich Luft

Stabübergabe im Rahmen einer gut besuchten Mitgliederversammlung: Irmgard Schulze Epping (4. von rechts) und Margret Klemmer (2. von rechts) werden die Geschäftsführung der KFD übernehmen. Die anderen ehemaligen Teammitglieder mit Adelheid Hanning (3. von rechts) wurden verabschiedet. Weiterhin auf dem Bild (v.l.): Elsmarie Lindfeld, Maria Hutters, Herta Tscherney, Pastoralreferentin Ute Albrecht und und Waltraud Bülskämper.

Stabübergabe im Rahmen einer gut besuchten Mitgliederversammlung: Irmgard Schulze Epping (4. von rechts) und Margret Klemmer (2. von rechts) werden die Geschäftsführung der KFD übernehmen. Die anderen ehemaligen Teammitglieder mit Adelheid Hanning (3. von rechts) wurden verabschiedet. Weiterhin auf dem Bild (v.l.): Elsmarie Lindfeld, Maria Hutters, Herta Tscherney, Pastoralreferentin Ute Albrecht und und Waltraud Bülskämper. Foto: ure

Ottmarsbocholt - 

Die KFD St. Urban hat das drohende Aus abgewendet. Ein zweiköpfiges Leitungsteam, das noch wachsen soll, sorgt für den Fortbestand der vielfältigen Angebote.

Von Ulrich Reismann

Die Kuh ist – erst einmal – vom Eis, wie es Julia Seifert vom Diözesanverband formulierte. Pfarrer Klemens Schneider gebrauchte den Vergleich der drohenden Beerdigung, die nun abgewendet werden konnte. Irmgard Schulze Epping und Margret Klemmer haben sich ein Herz gefasst – und dadurch die 118 Jahre alte KFD St. Urban weiter am Leben erhalten. Sie erklärten sich auf der sehr von Emotionen geprägten Generalversammlung am Samstagnachmittag bereit, als Duo die provisorische Führung des Vereins zu übernehmen.

Sie wurden für ein Jahr gewählt. Bis dahin werde es hoffentlich gelingen – so wurde immer wieder betont – weitere Frauen zu gewinnen, um dann von der Schmalspur wieder zur Normalspur übergehen zu können. Pfarrer Schneider appellierte an die Versammlung, diese Zeit entsprechend zu nutzen, damit in einem Jahr die Schlagzeile in der Zeitung dann nicht „Drohendes Ende nach 119 Jahren“ laute. Denn das heute erreichte Resultat bedeute im Grunde nur einen Aufschub des Kernproblems.

Viel Anerkennung

„Laut unseren Statuten soll eine Teamsprecherin nicht mehr als zwölf Jahre agieren.“ Und die seien jetzt bei ihr um, erklärte Adelheid Hanning. Gleiches gelte für Waltraud Büls- kämper und Herta Tscherney. Maria Hutters und Elsmarie Lindfeld standen ebenfalls für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung. Die 62 anwesenden Mitglieder dankten ihnen für die geleistete Arbeit und verabschiedeten sie mit starkem Beifall. Gleiches galt für Elli Unewisse, die sich über 40 Jahre lang als Bezirkshelferin engagiert hat. Walburga Schulte Vorwick hatte die gleiche Funktion zehn Jahre lang inne.

Wo das liegt, machte Seifert, Sozialpädagogin und Bildungsreferentin des Diözesanverbandes, deutlich: „Teamarbeit kann kein Vollzeitjob mehr sein“. Ein Satz, der hörbare Zustimmung in der Versammlung fand. Denn die Befürchtung, aufgrund einer hohen Beanspruchung „durch das Ehrenamt einverleibt zu werden“, wirke abschreckend.

Dieses zu ändern, setze voraus, dass die Basis ihre Erwartungshaltung an das Team senkt, welches nicht mehr alles und jedes selbst vorbereiten und auch nicht mehr überall präsent sein könne. Zu dieser Entwicklung werde es nun auch gar keine Alternative mehr geben, „denn Zwei werden nicht das auffangen können, was vorher Sechs gemacht haben“. Viele der anfallenden Aufgaben müssten nun von den Mitgliedern selbst arrangiert werden, erklärte Seifert.

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Die Arbeit der KFD ist bewundernswert. Der Jahresbericht hat gezeigt, wie viel Gemeinschaft und wie viel Ottibotti darin steckt.

Irmgard Schulze Epping

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Genau in diesem Sinne äußerte sich auch Irmgard Schulze Epping, die seit elf Jahren „gerne“ in Ottmarsbocholt lebt. „Das sind für uns ganz kleine Schühchen“, mit denen sie diesen Schritt nun wage. Mehr als das Notwendigste werde man nicht leisten können. „Wir sind nur die Verwaltung und die Organisation des Vereins.“ Aber man könne auf die Unterstützung der Mitglieder bauen. „Ich weiß, dass viele von Ihnen sehr, sehr viel tun.“ Damit bezog sie sich auf jene Frauen, die ein bestimmtes Aufgabenfeld betreuen, sei es nun der Frühstückstreff oder diverse Turngruppen. Die bisherige Teamsprecherin Adelheid Hanning hatte in diesem Zusammenhang von einer „eindrucksvollen Infrastruktur“ gesprochen. „Solch ein Potenzial darf man doch nicht untergehen lassen, nur weil zwei Personen an der Spitze fehlen!“

Abgewendet werden konnte der Untergang, weil Margret Klemmer – bereits seit vier Jahren im Team aktiv – sich zum Weitermachen bereit erklärte. „Ich bin seit 40 Jahren in der KFD, und mir hat wirklich das Herz geblutet.“ Wenn sie sich jetzt weiterhin zur Verfügung stelle, schilderte sie, so sei das letztlich ein Verdienst ihres Mannes und ihres Sohnes, die sie dazu ermutigt hätten.

Ein „Grundgerüst“ und Hilfe aus dem Umland

Was geht? Was geht nicht? Auf was müssen wir verzichten? Diese Fragen stellte die bisherige Teamsprecherin Adelheid Hanning an den Beginn der Generalversammlung. Wie die Antworten konkret aussehen, das konnte am Ende niemand sagen. Fest steht nur: Irmgard Schulze Epping und Margret Klemmer werden „das Grundgerüst“ des Vereins bilden.

Das umfasst die Verwaltung der Kasse, die „offizielle“ Adresse der KFD als Kontaktpersonen und als „Postkasten“ zu sein, sowie „ein ganz klein bisschen Koordination der bestehenden Gruppen und Kurse“, wie es Julia Seifert formulierte. „Alles andere muss sich jetzt langsam entwickeln“. Einen erprobten Fahrplan, den gebe es hierfür nicht. Das werde ein langwieriger Findungsprozess sein.

Unterstützung kommt aus Havixbeck. Die dortige KFD-Teamsprecherin Helga Krake war über den WN-Bericht auf die Krise aufmerksam geworden. Das ging ihr dermaßen zu Herzen, dass sie sich am Samstag spontan auf den Weg nach Ottmarsbocholt machte, „um gerne meine Mithilfe anzubieten“. Denn in den Baumbergen hat man schon ein wenig Erfahrung mit personellen Umbrüchen gesammelt, die sie gerne weitergeben wolle.

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