Di., 28.03.2017

Ottmarsbocholt stärken Gemeinsam lebendiges Dorf bauen

Den Startschuss für das Projekt KRAKE in Ottmarsbocholt haben die Gewerbetreibenden Berthold Ellertmann (vorne, l.) und Michael Busch (vorne, r.) mit ihrer Unterschrift unter den Kooperationsvertrag gegeben. Dr. Friederike von Hagen-Baaken (vorne, Mitte) hofft, dass sich nun auch Ehrenamtliche in das gemeinnützige Vorhaben einbringen.

Den Startschuss für das Projekt KRAKE in Ottmarsbocholt haben die Gewerbetreibenden Berthold Ellertmann (vorne, l.) und Michael Busch (vorne, r.) mit ihrer Unterschrift unter den Kooperationsvertrag gegeben. Dr. Friederike von Hagen-Baaken (vorne, Mitte) hofft, dass sich nun auch Ehrenamtliche in das gemeinnützige Vorhaben einbringen. Foto: sff

Ottmarsbocholt - 

Noch sind die Strukturen in Ottmarsbocholt solide. Damit das auch so bleibt, wenn sich Rahmenbedingungen etwa durch den demografischen Wandel ändern, sollen Vereine und Gewerbe ihre Zusammenarbeit stärken.

Von Siegmar Syffus

Der Startschuss für das Gemeinschaftsprojekt KRAKE in Ottmarsbocholt ist am Montagabend in der Tischlerei Busch gefallen. Allerdings nicht ganz so „laut“, wie es sich die wissenschaftliche Begleiterin Dr. Friederike von Hagen-Baaken von der Fachhochschule Münster erhofft hatte.

KRAKE ist ein deutsch-niederländisches Vorhaben und steht für „Krachtige Kernen/Starke Dörfer“. Ziel ist es, in kleinen Orten wie Ottmarsbocholt ein Netzwerk aufzubauen, in dem Gewerbetreibende und Ehrenamtliche zusammenarbeiten, um gemeinsam die Infrastruktur sowie kulturelle Angebote zu erhalten und weiter zu fördern.

Am Montagabend setzten mit dem Architekten Berthold Ellertmann und Tischler Michael Busch die ersten Gewerbetreibenden ihre Unterschrift unter die Kooperationsvereinbarung. Anwesend waren neben Vereinsvertretern auch die Wirtschaftsförderin Melanie Baßenhoff und die Demografiebeauftragte der Gemeinde Senden, Susanne Espenhahn.

KRAKE-Projekt

Der demografische Wandel macht sich vor allem in den kleinen Dörfern bemerkbar, die ohnehin schon über wenig Infrastruktur verfügen und unter Geschäftsaufgaben leiden. Mit dem Verlust von Arbeits- und Ausbildungsplätzen vor Ort verlassen viele junge Menschen die Dörfer und suchen ihre Zukunft in den Städten. Hauptberufliche Fachkräfte, die die kommunale Versorgung sicherstellen, sind immer schwerer zu finden.

Wie lässt sich dieser Trend stoppen? Und welche Rolle können dabei die Bürgerinnen und Bürger selbst spielen? Mit diesem Thema beschäftigt sich das deutsch-niederländische Kooperationsprojekt „Krachtige Kernen/Starke Dörfer“ (KRAKE).

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschule Rhein-Waal, der Fachhochschule Arnhem und Nijmegen, der FH Münster, verschiedener Strukturanbieter und Kommunen, der Handwerkskammer Münster und der Kreishandwerkerschaft Borken wollen im Rahmen dieses Projekts in den kommenden drei Jahren unterschiedliche erprobte Lösungen in Wissenschaft und Praxis direkt vor Ort umsetzen.

Gabi Schepmann für Blau-Weiß und Stefan Frie für den Heimatverein bekundeten zwar ihre positive Haltung zu dem Projekt. Beide Vereinsvorsitzende hielten sich bei der Unterzeichnung allerdings zurück. Das Projekt müsse zunächst noch näher besprochen werden, erklärten sie unisono. „Ich kann nicht über die Köpfe meiner Vorstandskollegen hinweg entscheiden“, so Schepmann. „Eine Grundvereinbarung zu schließen ist toll“, aber wir müssen auch sehen, was die Ehrenamtlichen leisten können“, erklärte Ute Frie für den Heimatverein.

Neben vereinsinternen Vorstellungen in den kommenden Wochen gibt es dazu am 24. April (Montag) ab 20 Uhr im Saal Vollmer Gelegenheit: Bei einem ersten Workshop soll das Projekt öffentlich allen Interessierten Ehrenamtlichen, Vereinsvertretern, Handwerkern und Gewerbetreibenden des Dorfes vorgestellt werden. Gleichzeitig sollen Ideen für gemeinsame Vorhaben gesammelt werden.

„Es soll eine Win-win-Situation für alle entstehen – für das Gewerbe und für alle, die in Ottmarsbocholt leben“, brachte Hagen-Baaken den Anspruch des KRAKE. Denn vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sei es „ein Problem aller Orte dieser Größenordnung, die Strukturen zu erhalten“. Es müssten nachhaltige Projekte zum Wohl aller im Dorf auf den Weg gebracht werden, damit Ottmarsbocholt auch in Zukunft attraktiv bleibt und nicht zu einem Schlafort für Münster wird.

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Es soll eine Win-win-Situation für alle entstehen – für das Gewerbe und für alle, die in Ottmarsbocholt leben.

Dr. Friederike von Hagen-Baaken, wissenschaftliche Begleiterin, KRAKE

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