So., 09.04.2017

Jugendkreuzweg Brücke schlagen zum Leiden Jesu

Vom Kirchplatz aus starteten die Teilnehmer des gut besuchten Jugendkreuzweges.

Vom Kirchplatz aus starteten die Teilnehmer des gut besuchten Jugendkreuzweges. Foto: dk

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Welche Botschaft kann die Leidensgeschichte Jesu heute noch aussenden? Um sich dieser Frage zu nähern, führte der Jugendkreuzweg zu Stationen, an denen der Dienst am Nächsten mit Leben erfüllt wird.

Von Dieter Klein

Es war eine stille Prozession, die am Freitagabend vom Kirchplatz aus durch die Straßen zog. Vom Haupteingang der Kirche zur Feuerwehr, den Rettungssanitätern, zum Altenheim, zur Sendenerin Anne Love vom Beerdigungsinstitut Averbeck in Münster und zuletzt zum Friedhof. Zwei junge Männer trugen dabei ein schlichtes weißes Kreuz, das zuvor von Teilnehmern mit Bitt- und Verzeih-Zetteln beklebt worden war.

„Jesus hat das Kreuz für uns getragen. So besuchen wir auf unserem Jugendkreuzweg Einrichtungen, in denen Menschen bereit sind, ein Kreuz zum Wohl der Anderen zu tragen“, betonten Pastoralreferentin Rosàlia Rodrigues und Pastoralassistent Johannes Lohre als Vertreter des Seelsorge-Teams von St. Laurentius.

„Ganz gleich, ob Christ oder Nicht-Christ: Vom Einsatz dieser Menschen im ‚Dienst am Nächsten‘ profitiert die ganze Gesellschaft. So wollen wir eine Brücke schlagen zwischen diesen, sozial engagierten Menschen, die bei ihrer Arbeit selbst immer wieder Leid erfahren und ertragen müssen, zu der biblischen Passionsgeschichte. Eine Brücke über Zeit und Raum“, lautete die Intention.

Fotostrecke: Jugendkreuzweg St. Laurentius

Und an jedem Standort sammelten sie von den jeweiligen Gastgebern Hinweise, wie diese anderen Menschen helfen, Leid zu ertragen – aber auch, wie sich selbst vor Leiderfahrungen schützen.

Zwischen den fünf Stationen dieses ungewöhnlichen Kreuzwegs (ursprünglich wurde die Leidensgeschichte Jesu in 14 Stationen dargestellt. Lohre: „Der Kreuzweg dient dem Zweck, in allen Regionen der Welt, den Weg Jesu, auch fern von Jerusalem, nachzuvollziehen. Unser Kreuzweg ist ein anderer. Wir wollen erfahren, was uns das Kreuz und die 2000 Jahre alte Leidensgeschichte heute sagen kann.“

Dahinter stehe weiterhin die Frage: Was habe ich davon, wenn ich andere Menschen verurteile? In welcher Situation habe ich ungerecht über andere geurteilt? Wann war ich zuletzt traurig, weil ich unfair behandelt wurde? Wie kann ich mich der Meinung anderer widersetzen?

Das Kreuz mit den Antworten auf Klebezetteln wanderte mit zu den Stationen. Später kamen noch eine Rettungsfolie und ein Rosenkranz dazu. Die zumeist jungen Teilnehmer beteten und sangen. Auf dem Friedhof brannten Fackeln und eine Feuerschale. Die Teilnehmer der Prozession nahmen ihre Zettel vom Kreuz. Vertrauten auch sie den Flammen an. Und sangen dazu: „Da wohnt ein Sehnen tief in uns . . .“

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