Mi., 03.05.2017

Ausschuss fordert Ersatzbau Ottmarsbocholt pocht auf Leichenhalle für den Ortsteil

Die Leichenhalle am Davertweg muss 2019 einem Gebäude für Sozialstation und Tagespflege weichen.

Die Leichenhalle am Davertweg muss 2019 einem Gebäude für Sozialstation und Tagespflege weichen. Foto: ure

Ottmarsbocholt - 

Die Leichenhalle am Davertweg muss 2019 einem Gebäude für Sozialstation und Tagespflege weichen. Kommunalpolitiker pochen darauf, dass auf dem Friedhof ein Ersatzgebäude errichtet wird.

Von Ulrich Reismann

Wenn die bestehende Leichenhalle am Davertweg 2019 abgerissen wird, soll es einen Ersatzbau gaben, und der gehöre dann auf den Friedhof. Daran ließen alle Politiker im Bezirksausschuss keinen Zweifel aufkommen. Das gehöre für ihn „zur Daseinsfürsorge“ und sei deshalb „unverzichtbar“, sagte Ludger Janning (SPD). „Sollen die Angehörigen etwa mit dem Taxi nach Senden fahren?“, so fragte er. Mit der CDU war er sich ebenfalls darin einig, dass sich dieser Ersatzbau nicht mehr nur auf die Aufbahrung der Verstorbenen beschränken, sondern auch – in kleinem Umfang – Platz für die Trauerzeremonie bieten sollte.

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Sollen die Angehörigen etwa mit dem Taxi nach Senden fahren?

Ludger Janning

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Ebenso auf einer Linie waren beide Parteien in der Auffassung, dass solch eine Trauerhalle „keine deluxe-Ausstattung“ benötige, wie es Sascha Weppelmann (CDU) formulierte. „Einfach und schlicht“, das reiche, hieß es im Ortsteil-Parlament. Eine „für Ottmarsbocholt angemessene Variante“ benötigt nach Einschätzung des CDU-Sprechers Platz für 20 bis 30 Sitzplätze. „20 reichen“, lautete die Position der SPD. Denn: „Alles, was darüber hinaus geht, nimmt die Kirche in Anspruch.“ Im gleichen Sinne wies die CDU darauf hin, dass sowohl Katholiken als auch Protestanten für die eigentliche Trauerfeier das Kirchengebäude nutzen würden. Deshalb bräuchten auf dem Friedhof „keine riesigen Kapazitäten“ vorgehalten zu werden.

Größerer Wandel

Zum Hintergrund: Die Leichenhalle am Davertweg muss 2019 einem Gebäude mit Sozialstation und Tagespflege weichen. Auslöser für die Quartiersentwicklung in dem Bereich ist ein Neubau von Haus Davert, den das Sozialwerk St. Georg errichten möchte.

Übereinstimmung herrschte zwischen Union und Sozialdemokraten gleichfalls in der Notwendigkeit einer Toilette: „Ich finde, dass die auf dem Friedhof dazu gehört“, erklärte Janning. Nach Auffassung von Weppelmann dürfte sich der Aufwand dafür auch in Grenzen halten, „weil eine Wasserversorgung ja sowieso geschaffen werden muss“.

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Wir brauchen keine deluxe-Ausstattung, sondern eine angemessene.

Sascha Weppelmann

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Damit waren erste Eckpunkte für ein genaueres Anforderungsprofil gesetzt, welches die Verwaltung braucht, um den Politikern belastbare Zahlen über die Kosten an die Hand geben zu können, wie sie im Bezirksausschuss gewünscht wurden. „Jetzt reden wir ja über Luftschlösser“, so Patrick Alfs (CDU). Für Sascha Weppelmann stellte sich die Frage, „ob sich die Bestatter am Ort in die neue Trauerhalle einbringen können?“

Weiter vertieft werden soll das Thema nun an einem Runden Tisch, an dem in Anbetracht einer sich wandelnden Bestattungskultur unbedingt auch die jüngere Generation sitzen sollte, wie Alfs betonte. Den zunehmenden Trend zu Feuerbestattungen griff Weppelmann mit dem Gedanken auf, ob in dem Neubau einer Trauerhalle eventuell nicht auch noch ein Kolumbarium untergebracht werden könne. Über solch eine letzte Ruhestätte für die Urnen ließen sich zusätzliche Gebühreneinnahmen erzielen, was den ohnehin sehr niedrigen Kostendeckungsgrad wenigstens etwas erhöhen könnte.

Vorhandene Technik für neue Leichenhalle nutzen

Bevor konkrete Kostenberechnungen angestellt werden können, muss Klarheit über die Anzahl der für erforderlich gehaltenen Kühlzellen geschaffen werden. Die derzeitige Leichenhalle verfügt über eine Kühlzelle. Das teilte der Bestatter Klaus Wulfing den WN auf Anfrage mit. „Das reicht auch“, so lautet seine Erfahrung. Im Bezirksausschuss Ottmarsbocholt empfahl Bürgermeister Sebastian Täger, für die neue Trauerhalle zwei Kühlzellen vorzusehen, um auch für den Fall von zwei gleichzeitigen Sterbefällen gewappnet zu sein. Innerhalb eines Jahres habe Ottmarsbocholt in der Vergangenheit nach der Statistik etwa 25 Beisetzungen gehabt.

Sascha Weppelmann (CDU) sprach in seinem Anforderungsprofil an die neue Trauerhalle von „ein bis zwei“ Kühlzellen und stellte Überlegungen zur Übernahme der vorhandenen und noch nicht sonderlich alten Technik (sie stammt aus dem Jahr 2008) aus der derzeitigen Leichenhalle an, um Kosten einzusparen.

Bürgermeister Täger hatte darauf hingewiesen, dass die notwendige Kühltechnik den teuersten Faktor bei dem Vorhaben darstellen werde.

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