Di., 13.06.2017

Feuerwehr-Einsatz am Mühlenbach Asbest bei Brand freigesetzt - Aufräumen wird zum Großeinsatz

Mit Schutzkleidung entsorgen Fachkräfte die ausgetretenen Asbest-Fasern.

Mit Schutzkleidung entsorgen Fachkräfte die ausgetretenen Asbest-Fasern. Foto: Dietrich Harhues

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(Aktualisiert am 13.6., 12.30 Uhr) Ein Mehrfamilienhaus stand in Flammen: Über 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um den Brand am Mühlenbach zu löschen. Weil Asbest freigesetzt wurde, werden jetzt die Aufräumarbeiten selbst zum Großeinsatz.

Von Dietrich Harhues

Flammen schlagen lichterloh aus dem Dach, schwarzer Rauch steigt in dicken Wolken auf und verbreitet einen beißenden Geruch. Das Feuer, das am Montag gegen 18.10 gemeldet wurde, hat einen Großalarm ausgelöst. Die Löscharbeiten haben sich bis zirka zwei Uhr nachts hingezogen; zur  weiteren Nachschau und Kontrolle waren Sendener Feuerwehrkräfte bis zum Dienstagvormittag im Einsatz. 

Das Mehrfamilienhaus und die benachbarten Gebäude wurden am Abende evakuiert. 84 Personen mussten ihre Wohnungen zwischenzeitlich verlassen.

Fünf Verletzte

Ein Feuerwehrmann wurde bei dem Einsatz schwer verletzt, berichtete die Polizei am späten Montagabend. Er ist wieder wohlauf. Der Kamerad der Lüdinghauser Wehr, der sich bei flankierenden Arbeiten verhoben hatte, konnte das Krankenhaus nach einer Untersuchung wieder verlassen.

Vier Menschen wurden zudem leicht verletzt, zunächst hatte die Polizei nur von zwei Verletzten gesprochen. Wohl mit Erleichterung nahmen die geballten Kräfte zur Kenntnis, dass der beherzte und abgestimmte Einsatz Schlimmeres verhinderte.

Fotostrecke: Brand im Mehrfamilienhaus

In dem Gebäudekomplex, in dem das Feuer tobte, waren 36 Bewohner gemeldet, sie wurde alle im Umfeld der Häuser angetroffen, teilt Polizeisprecher Rolf Werenbeck-Ueding mit, der ebenfalls vor Ort war. Ob sich alle Bewohner selbst in Sicherheit gebracht haben, konnte er nicht bestätigen. Die Evakuierung der Gebäude wurde auf weitere Hausnummern ausgeweitet.

Asbest wird entsorgt

Da es sich bei dem brennenden Gebäude – an dessen Dach durch Handwerker gearbeitet wurde – um ein Haus aus den 70er Jahren handelt, konnte eine Asbestverseuchung nicht ausgeschlossen werden, schildert Werenbeck-Ueding weiter. Deshalb seien die Bewohner der umliegenden Häuser auch per Radio aufgefordert worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Das Landesumweltamt nahm Messungen vor.

Am Dienstagmorgen gibt es die Bestätigung: Rund um das Haus sind schädliche Partikel gefunden worden, wie Hauptkommissar Rolf Werenbeck-Ueding auf Nachfrage mitteilt. Asbesthaltige Schindeln haben zu einer Belastung im Bereich des Gebäudes geführt, dessen Dach lichterloh brannte. In einem Radius von 20 Metern werden per Hand von Fachleuten in Schutzkleidung Fasern des heiklen Werkstoff aufgesammelt, danach wird das Gelände mit Maschinen gereinigt. Um einen Sicherheitspuffer zu ziehen, werden auch Straßenzüge in der Nachbarschaft mit einem Kehrwagen befahren.  Die Reinigungsarbeiten werden sich nach Einschätzung der Polizei noch mindestens bis Mittwoch hinziehen.

Fotostrecke: Asbestbelastung: Großeinsatz nach Großbrand

Über 190 Einsatzkräfte

Trotz der Asbestgefahr verfolgten zahlreiche Nachbarn und Schaulustige den Einsatz, an dem allein 127 Feuerwehrleute beteiligt waren. Die Kräfte waren aus Senden und den Ortsteilen sowie aus Lüdinghausen und Appelhülsen zum Mühlenbach ausgerückt. Ein spezieller Messwagen wurde noch von Dülmen aus losgeschickt. Ein Polizeihubschrauber kreiste in der Luft, um Einsatzkräfte mit Informationen zur Lage zu versorgen. Das DRK war zusätzlich mit 65 Kräften im Einsatz, für Rettungsdienst und Verpflegungsstation.

Brandort beschlagnahmt

Das Haus, in dem das Feuer tobte, wird längere Zeit nicht bewohnbar sein. Sobald die Nachbarhäuser gereinigt sind, werden sie für die Bewohner  wieder freigegeben. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen der Polizei auf 250.000 Euro. 

Den Bewohnern, die ihre Wohnungen nicht mehr nutzen können, wurde unter anderem durch Ordnungsamtsleiter Holger Bothur Hilfe angeboten. Doch ein Notquartier musste nicht errichtet werden, da alle Betroffenen für die erste Nacht bei Freunden unter Verwandten unterkommen konnten. 

Zur Brandursache macht die Polizei noch keinen Hinweis. „Die Ermittlungen laufen“, sagt Hauptkommissar Rolf Werenbeck-Ueding. Der Brandort ist beschlagnahmt. Neben der Kripo hat ein Brandsachverständiger bereits seine Arbeit aufgenommen, um die Ursache des Feuers zu ermitteln.

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