So., 18.06.2017

Frauen lernen Lebenswirklichkeit auf dem Bauernhof kennen: Quieklebendige Stallbesuche

Exklusive Einblicke hinter die Türen eines Schweinestalles wurden am Freitagabend im Rahmen der Landfrauen-Aktion „Pumps@Bauernhof“ gewährt. Maria Mersmann (r.) führte 25 Sendener und Bösenseller Frauen durch die moderne Lebenswirklichkeit von Schweinen. 

Exklusive Einblicke hinter die Türen eines Schweinestalles wurden am Freitagabend im Rahmen der Landfrauen-Aktion „Pumps@Bauernhof“ gewährt. Maria Mersmann (r.) führte 25 Sendener und Bösenseller Frauen durch die moderne Lebenswirklichkeit von Schweinen.  Foto: Ulrich Reismann

Senden/Bösensell - 

Die Ferkel im Stall von Maria Mersmann vermittelten 25 Sendenerinnen und Bösensellerinnen einen quieklebendigen Eindruck von der Viehhaltung. Im Rahmen der Aktion „Pumps@Bauernhof“ hatten die Landfrauen zum Hofbesuch eingeladen.

Von Ulrich Reismann

Familienleben – das kann man auf einem Bauernhof auch zusammen mit der Arbeit genießen. „Das ist sehr schön“, betont Maria Mersmann. Sie ist verheiratet und hat vier Kinder. Zusätzlich sitzen noch ein Angestellter und ein Auszubildender am Tisch. Alle wollen versorgt werden. Das gilt den Tag über auch noch für eine vierstellige Zahl von Schweinen, die sich gleich nebenan befinden. Denn für die Ställe ist die Bäuerin ebenfalls verantwortlich. Neben Hausfrau und Mutter auch Betriebsleiterin zu sein, das sind Herausforderungen, denen sich die Landfrau gerne stellt. Von der Freude an der Arbeit mit den Tieren, aber auch von der stark zugenommenen Last politischer Gängelungen, zeichnete Mersmann am Freitagabend ein umfangreiches Bild.

Hofgespräche von Frau zu Frau waren vom Landfrauenverband Senden-Bösensell initiiert worden mit dem Ziel, hautnahen Anschauungsunterricht darüber zu geben, wie Schweine tatsächlich gehalten werden. Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Bauern keine fremden Personen in ihre Ställe ließen. Auch auf Weisung der Veterinärbehörden, denn die Furcht vor der Einschleppung von Krankheitserregern war und ist groß.

Mittlerweile ist aber ein Spagat gelungen – zwischen dem Gesundheitsschutz der Schweine und dem Wunsch der Landwirtschaft, gegenüber der Öffentlichkeit mit offenen Karten zu spielen: Wenn alle Besucher in Schutzanzüge steigen, steht offenen Stalltüren nichts mehr im Wege. Eine Entwicklung, die die Kreisvorsitzende der Landfrauen, die Sendenerin Christa Ermann, ausdrücklich begrüßt: „Wir haben ja nichts zu verstecken. Dieser Eindruck hat sich in der Vergangenheit aufgedrängt“.

„Hereinspaziert!“ Diese Einladung hatte Mersmann das zweite Mal in diesem Jahr ausgesprochen. Im März war ein 60-köpfiges Publikum aus dem Kreisgebiet aus Anlass des Internationalen Frauentages zu Gast gewesen. Und konnte dabei sehen, was unternehmerische Frauen-Power in der landwirtschaftlichen Viehhaltung zu leisten vermag. Am Freitag wurde speziell Sendener Frauen Einblick in die Arbeits- und Lebenswelt gewährt. „Bauernhöfe sind heute ganz andere Wirtschaftsbetriebe als zu meiner Kindheit und erfordern eine ganz andere Kompetenz“, so die Wahrnehmung einer der 25 Besucherinnen.

Andere Stimmen waren überrascht, „dass die Schweine so viel Bewegungsraum haben und sich offensichtlich wohl fühlen. Die sind ja richtig quirlig“. Auch zu der „guten Luft“ in den Ställen gab es Äußerungen.

Frauen-Power auf dem Bauernhof

Eine Frau als Chefin auf einem Bauernhof, das war vor 20 oder 30 Jahren noch ein Exot. Auch heute muss sich Maria Mersmann gelegentlich noch behaupten. Sie leitet den Betrieb in der Dorfbauerschaft, wo sie Ferkel im Alter von drei Wochen von ihrem Ehemann Hubert Kleuter übernimmt, dessen Hof in Gettrup zur Geburtsstation umgebaut wurde. Beide Betriebe bilden als „geschlossenes System“ eine Einheit, in dem die Schweine von der Geburt bis zur Schlachtung leben. ure

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