Mi., 21.06.2017

Historisches Gebäude bleibt mit neuem Nutzen erhalten: Müllerhaus wird Senioren-Domizil

Gegenüber der Windmühle steht an der Ascheberger Straße das ehemalige Müllerhaus. Michael und Dr. Ursula Kuhlmann haben das historische Gebäude saniert und darin neben der eigenen auch fünf barrierefreie Wohnungen für Senioren eingerichtet. Das Bauwerk wurde komplett entkernt und im Inneren mit modernen Standards sowie barrierefrei – unter anderem mit einem Fahrstuhl – ausgestattet..

Gegenüber der Windmühle steht an der Ascheberger Straße das ehemalige Müllerhaus. Michael und Dr. Ursula Kuhlmann haben das historische Gebäude saniert und darin neben der eigenen auch fünf barrierefreie Wohnungen für Senioren eingerichtet. Das Bauwerk wurde komplett entkernt und im Inneren mit modernen Standards sowie barrierefrei – unter anderem mit einem Fahrstuhl – ausgestattet.. Foto: sff

Ottmarsbocholt - 

Michael und Dr. Ursula Kuhlmann haben das alte Ottmarsbocholter Müllerhaus saniert und modernisiert. Neben der eigenen Wohnung hat das Ehepaar dort fünf barrierefreie Mietwohnungen für Senioren aus dem Dorf eingerichtet.

Von Siegmar Syffus

Spieker und Backhaus sind Ottmarsbocholter Wahrzeichen, die Charme versprühen und an die „gute alte Zeit“ erinnern. Doch stammen beiden Fachwerkbauten ursprünglich nicht aus dem Dorf, sondern wurden vor Jahren andernorts abgebaut und zum Hörster Platz „importiert“. Von daher existieren – ähnlich wie in Senden und Bösensell – in Ottmarsbocholt neben der St. Urbankirche und der Windmühle nur noch wenige „eigene“ historische Gebäude.

Michael und Ursula Kuhlmann

Michael und Ursula Kuhlmann Foto: Michael Höhne

Dem Ehepaar Michael und Dr.  Ursula Kuhlmann ist es zu verdanken, dass das aus dem Jahr 1885 stammende Müllerhaus an der Ascheberger Straße erhalten bleibt. Und zwar nicht nur als bloßes „Schmuckstück“, sondern darüber hinaus auch mit nutzbringender Funktion für das Dorf – mit fünf barrierefreien Wohnungen für Ottmarsbocholter, die sich im Alter „kleiner setzen“ wollen.

„Während einer Radtour vor vier Jahren fiel uns das leerstehende Fachwerkhaus auf. Mein erster Gedanke war: Wenn das zu kaufen ist, könnte man sicher was daraus machen“, erinnert sich Michael Kuhlmann. Nach Verhandlungen mit der Eigentümerfamilie und mehreren Besichtigungen wurde das Gebäude gekauft und in drei Jahren mit einer tüchtigen Portion Eigenleistung saniert und in Bezug auf Wärme- und Schalldämmung, Elektrik und Sanitäranlagen auf modernen Standard gebracht.

Unterstützt wurde das Ehepaar Kuhlmann von den Bauingenieur-Studenten Paul Schröder und Andreas Pelizäus. Da keine brauchbaren Baupläne vorhanden waren, mussten diese durch ein detailliertes Aufmaß angefertigt werden. „Allein hierfür benötigten die beiden Studenten ganze zwei Monate. Mit Zollstock, Bandmaß und Lasermessgeräten wurden fast täglich acht Stunden gearbeitet“, berichtet Ursula Kuhlmann.

Während der dreijährigen Sanierungs- und Umbauphase wurde das alte Müllerhaus entkernt. Fehlende Steine wurden durch Ziegel im „Reichsformat“ ersetzt.

Während der dreijährigen Sanierungs- und Umbauphase wurde das alte Müllerhaus entkernt. Fehlende Steine wurden durch Ziegel im „Reichsformat“ ersetzt. Foto: Michael Höhne

Im zweiten Teil ihrer Bachelorarbeit entwickelten Pelizäus und Schröder den Entwurf „für einen Komplettumbau im bestehenden Fachwerkhaus mit anschließender Wirtschaftlichkeitsberechnung“, erzählt Michael Kuhlmann. „Uns war wichtig“, so der 68-Jährige weiter, „das dass Fachwerkhaus erhalten bleibt, das Projekt für uns aber auch finanzierbar ist.“

Aufgrund der Nachfrage nach kleinen, komfortablen und barrierefreien Wohnungen in Ottmarsbocholt entschied sich das Ehepaar, neben den eigenen Räumen auch fünf Mietwohnungen für Senioren im Müllerhaus einzurichten. „Schon während der Bauphase hatten wir Anfragen“, berichtet Kuhlmann. Da das Haus nicht unter Denkmalschutz steht, konnte dieses Vorhaben ohne weitere kostspielige Auflagen umgesetzt werden. So war es zum Beispiel möglich, vier ursprünglich nicht vorhandene Gauben und einen Fahrstuhl einzubauen.

Nun soll das historische Gebäude mit Leben erfüllt werden – „mit Menschen, die im Alter in Ottmarsbocholt bleiben möchten und sich untereinander verstehen“, nennt Michael Kuhlmann den Grundgedanken für das geplante Senioren-Domizil im Müllerhaus.

Zum Thema

Das Ehepaar Kuhlmann lädt alle Intereressierten zu einem Tag der offenen Tür ein, der am 2. Juli (Sonntag) von 10 bis 17 Uhr stattfindet.

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