So., 16.07.2017

Norbert Kuhlmann regiert Gettrup und Dorfbauerschaft: Zäher Adler fällt nach 311 Schuss

Überglücklich ließ sich Norbert Kuhlmann von seinen Kameraden feiern. Ehefrau Christa, die ihm als Königin zur Seite steht, gratulierte sogleich mit einem Küsschen.

Überglücklich ließ sich Norbert Kuhlmann von seinen Kameraden feiern. Ehefrau Christa, die ihm als Königin zur Seite steht, gratulierte sogleich mit einem Küsschen. Foto: Dieter Klein

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Erst nach zähem Wettkampf war am Freitag das Ringen um die Königswürde von Gettrup und Dorfbauerschaft entschieden: Kurz vor Mitternacht holte Norbert Kuhlmann mit dem 311. Schuss den Rest des Vogels von der Stange.

Von Dieter Klein

Es war am Freitag nicht mehr lange bis Mitternacht, als der Platz um die schöne alte Scheune der Familie Schulze Messing unter einem donnernden Aufschrei erzitterte: „Wir haben einen König!“ Und schon tauchten sie auf den Schultern der jubelnden Schützenbrüder – „trunken vor Freude“ könnte man auch sagen – auf: die neue Majestät Norbert Kuhlmann und seine heiß geliebte Christa. Denn einer der beliebtesten Anwärter auf den Königstitel bei der Schützengesellschaft Dorfbauerschaft Gettrup hatte sich damit selbst einen Traum erfüllt. Mit dem 311. Schuss und Treffer auf den beinharten Vogelrest erlöste er sich, seine Familie, seine Freunde und Schützenbrüder, wie auch das ganze Publikum aus der hochgestauten Anspannung. Und bis sich das feiernde Volk endlich beruhigt hatte, verging noch eine ganze Stunde mit Ovationen und „Küsschen hier, Küsschen da“.

Fotostrecke: Norbert Kuhlmann regiert Gettrup und Dorfbauerschaft

Wer zu den regelmäßigen Zeitungslesern gehört, weiß um die Vielzahl von Schützenfesten zur Frühsommerzeit im schönen Münsterland. Doch ein Königsschießen diesen Ausmaßes, dieser unbändigen Freude bei vielen Hundert begeisterten Fans und Freunden der Schützengesellschaft Gettrup-Dorfbauerschaft hatte schon was Einmaliges. Und wer den Tag vom Antreten auf der Dümmerwiese bis zum Abwinken sieben Stunden später bei Schulze-Messing miterlebt hat, kommt nicht umhin, den Schützen besonderes Stehvermögen zuzubilligen: Da kann es schütten, wie unter einer Dusche im Cabrio, da kann es frösteln, dass man die schwülheißen Tage letzter Woche sehnlichst herbei sehnt, die freundlichen und feierlustigen Bewohner aus Gettrup und Dorfbauerschaft ficht das nicht an.

Dazu passte natürlich auch der Vogel von Schießmeister Josef Grothues, der wohl aus Eisenholz gebaut, Stunden um Stunden im Scheinwerferlicht dahin spahnte und „Grothues und die starken Männer“ schier zur Verzweiflung brachte.

Und dennoch: Niemand verließ den Platz. Sicher gehört die romantische alte Feldscheune zu den schönsten Schießanlagen im Land. Deren Besitzer, Dr. Hermann Schulze-Messing, seiner Gattin Rosemarie, Tochter Steffi und Sohn Volker, überreichten Gettrups Schützenchefs Franz-Josef Ermann und Burkhard Brinkschulte für die „Dauergastfreundschaft“ einen Geschenkkorb als kleines Dankeschön.

Doch es verließ auch niemand die turbulente Schlacht um das ‚olle Holzviech‘ oben im Kugelfang, weil es zunehmend kühler und nass wurde. Aber auch hier „schwammen“ die Gettruper gegen den Strom und feierten fröhlich weiter.

Auch nach Mitternacht verließ sie nicht der Humor. So fragte einer der feiernden Zaungäste Elmar Grothues, in dessen Diensten der neue König steht, schelmisch: „Gibst‘ Du ihm denn für morgen frei?“

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