Do., 07.09.2017

Bürgerbus auf Erfolgsspur: „Die Stimmung ist super“

Der ehemalige Landwirt Wilhelm Lindfeld freut sich über die neue Herausforderung als Bürgerbus-Fahrer. Er ist positiv überrascht von den vielen gut gelaunten Fahrgästen.

Der ehemalige Landwirt Wilhelm Lindfeld freut sich über die neue Herausforderung als Bürgerbus-Fahrer. Er ist positiv überrascht von den vielen gut gelaunten Fahrgästen. Foto: Marina Falke

Senden - 

Gut gelaunte Fahrer, zufriedene Fahrgäste: Der Bürgerbus läuft seit seinem Start am 30. August auf einer Erfolgsspur. Das neue Angebot spricht sich herum, und die gedruckten Fahrpläne liegen mittlerweile im Rathaus sowie im Bus aus.

Von Marina Falke

8.44 Uhr: Kevin Pfister steht am Busbahnhof und wartet auf den Bürgerbus. Seitdem das neue Angebot in der vergangenen Woche gestartet ist, fährt der Sendener damit zu seiner Arbeitsstelle in Ottmarsbocholt. „Früher bin ich immer mit der Linie 612 gefahren. Da waren die Busfahrer nicht im entferntesten so nett, wie die Fahrer des Bürgerbusses“, erzählt Pfister.

Das ist Musik in den Ohren von Wilhelm Lindfeld. Der ehemalige Landwirt nutzt seine durch die Rente gewonnene Freizeit und fungiert als ehrenamtlicher Fahrer für den Bürgerbus. „Natürlich sind die Fahrer nett. Wir machen das ja alle ehrenamtlich. Und es macht verdammt viel Spaß. Die Stimmung ist immer super, die Leute freuen sich über den neuen Bus“, erklärt Lindfeld. Planmäßig soll er alle zwei Wochen eine von drei Mittwochsschichten übernehmen. Momentan fährt er noch jede Woche. „Aktuell sind wir 26 Fahrer mit vorliegender Personenbeförderungslizenz. Damit wir den angestrebten Einsatzplan erreichen, benötigen wir insgesamt 35 Fahrer.“

Zu seiner Motivation, sich ehrenamtlich zu betätigen, sagt Lindfeld: „Vielleicht bin ich irgendwann mal auf Hilfe angewiesen, hoffen tue ich es natürlich nicht, aber da gebe ich doch lieber jetzt schon was dafür zurück.“

Auf dem Weg von Ottmarsbocholt zurück nach Senden wird es voller im Bus. Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen steigen ein. Manchmal klappt es mit der deutschen Sprache nicht so gut. Aber mit Geduld und gegenseitigem Respekt ist auch eine Sprachbarriere keine Hürde. Im frisch gedruckten Fahrplan, den es jetzt im Bürgerbus und im Rathaus gibt, stehen sämtliche Fahrzeiten, Preise und Anschlussmöglichkeiten aufgelistet.

Um zum Kegelfrühstück in Senden zu gelangen, greift auch Eva Liermann auf den Bürgerbus zurück. Für sie lohnt sich die Einführung des Bürgerbusses doppelt. „Sonst musste ich immer ein 9-Uhr-Tagesticket kaufen und kam dann auch noch eine halbe Stunde zu spät. Da passt mir die Abfahrtszeit des Bürgerbusses schon besser“, so Liermann. Der einzige Dorn im Auge der Mitfahrerin sind die Treppenstufen im Seitenbereich: „Wenn man es nicht weiß, fällt die Zwischenstufe gar nicht auf, weil sie nur halb so groß ist, wie die anderen beiden Stufen. Und ohne die Zwischenstufe ist der Abstand für mich viel zu hoch. Es wäre schön, wenn der Bürgerbus seniorenfreundlichere Treppenstufen besäße.“ Diesbezüglich beruhigt der Busfahrer: Der momentan eingesetzte Bus sei nur eine Leihgabe des RVM und diene als Springerbus, bis im Oktober der neue Sendener Bürgerbus geliefert werde. „Im neuen Bus wird alles anders.“, tröstet Lindfeld.

Bis zum 15. September (Freitag) werden noch Tipps und Hinweise aus der Bevölkerung entgegengenommen. Dann nämlich findet der Fahrerstammtisch statt, bei dem die ersten Erfahrungen ausgetauscht werden. Bestimmt wird dann auch über bessere Treppenstufen beratschlagt.

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Vielleicht bin ich irgendwann mal auf Hilfe angewiesen, da gebe ich doch lieber jetzt schon was dafür zurück.

Wilhelm Lindfeld, Bürgerbus-Fahrer

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