Mo., 02.10.2017

Erntedankfest in Ottmarsbocholt Landwirte mahnen Respekt an

Nach dem Gottesdienst sorgten Josef Kippenbrock (kleines Foto, l.) und Thomas Lordiek für Unterhaltung.

Nach dem Gottesdienst sorgten Josef Kippenbrock (kleines Foto, l.) und Thomas Lordiek für Unterhaltung. Foto: ure

Ottmarsbocholt - 

Beim Erntedankfest in Ottmarsbocholt wurden nachdenkliche Töne angeschlagen, doch Geselligkeit und Vergnügen kamen auch nicht zu kurz.

Von Ulrich Reismann

Eine ausgesprochen erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit für die Bauern war in den vergangenen Monaten die Aktion „Blütenpracht am Wegesrand“, bei der die erste Reihe von Maisfeldern durch eine bunte Blumenmischung aufgelockert wurde. Auf dem Erntedankfest sprach der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins (LOV), Philipp Beckhove, am Samstagabend von einer „tollen Aktion“, die viel Beachtung gefunden habe. Dies wurde durch den Beifall der Besucher, die bei weitem nicht alle den Bauerschaften entstammten, unterstrichen. Eine Wiederholung im nächsten Jahr steht außer Frage.

Nachdenkliche Worte gebrauchte Beckhove mit Blick auf den Klimawandel. „Wir müssen froh sein, dass wir auf einem Fleck der Erde wohnen, der keine Hurrikans kennt und wo sich Überflutungen auch meistens in Grenzen halten. Aber wird das immer so bleiben?“

Einen weiteren Akzent setzte der LOV-Vorsitzende bei den vielen Belehrungen, die die Landwirtschaft von außen bekomme. Er wiederholte seine Kritik, dass es keinen anderen Beruf gebe, „in dem so viele mitreden wollen und es besser wissen: Politiker, Umweltschützer, Nachbarn und Verbraucher“.

Um hier Kompromisse und Lösungen zu finden, ist die „Aktion Tierwohl“ nach Auffassung von Philipp Beckhove ein guter Weg, denn hier werde der Verbraucher „an den Kosten unserer Mehrleistung beteiligt“. Die Landwirtschaft sei gerne bereit, ein Mehr an Tierwohl zu bieten, wenn sie den Mehraufwand bezahlt bekomme.

Für die Landfrauen hieß Mechthild Närmann die Besucher willkommen und hielt dabei einen Rückblick auf den Ursprung des Erntedankfestes: „Sobald die Ernte beendet war, fiel eine große Last von den Schultern der Bauern.“ Und diese Erleichterung sei Anlass gewesen, zu feiern. Oft seien daraus auch große Volksfeste entstanden, wobei die „Cannstatter Wasen“ in Stuttgart besondere Berühmtheit erlangten.

Für humoristische Einlagen sorgten Josef Kippenbrock und Thomas Lordiek , die in einem Sketch die Schwierigkeiten, die zwei altbackene Westfalen mit dem Vokabular eines neuzeitlichen Fast-Food-Restaurants haben, zum Besten gaben. Nicht minder amüsant ging es anschließend bei einem Soloauftritt Lordieks zu, der von den Erlebnissen eines „Vollpfosten“ berichtete, der seinen Lebensunterhalt unter anderem damit bestritt, bei einem Spielzeughersteller die Schaukelpferde einzureiten.

Begonnen hatte das Fest mit einem von Pfarrer Wilhelm Ausel gehaltenen und von Landfrauen vorbereiteten Gottesdienst in der mit Feldfrüchten geschmückten St. Urban-Kirche.

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