Sa., 28.10.2017

Neubau auf dem Friedhof: Studenten entwickeln Ideen für Trauerhalle

Die freie Rasenfläche in Höhe des Haupteinganges am Kirchfeld ist als Standort für die neue Trauerhalle vorgesehen. Damit soll nach dem Willen des Bezirksausschusses ein Ersatz für die Leichenhalle am Davertweg geschaffen werden, welche voraussichtlich 2019 abgerissen wird, weil das Sozialwerk St. Georg an der Stelle Angebote für alte und pflegebedürftige Bürger von Ottmarsbocholt etablieren möchte.

Die freie Rasenfläche in Höhe des Haupteinganges am Kirchfeld ist als Standort für die neue Trauerhalle vorgesehen. Damit soll nach dem Willen des Bezirksausschusses ein Ersatz für die Leichenhalle am Davertweg geschaffen werden, welche voraussichtlich 2019 abgerissen wird, weil das Sozialwerk St. Georg an der Stelle Angebote für alte und pflegebedürftige Bürger von Ottmarsbocholt etablieren möchte.

Ottmarsbocholt - 

Die Trauerhalle am Davertweg soll abgerissen werden. Architektur-Studenten der Fachhochschule Münster sollen Alternativen für einen Neubau auf dem Friedhof entwickeln.

Von Ulrich Reismann

Das Sozialwerk St. Georg möchte am Davertweg Angebote für alte und pflegebedürftige Ottmarsbocholter schaffen und Haus Davert durch einen Neubau ersetzen (WN berichten). Um den notwendigen Platz zu schaffen, muss auch die Trauerhalle abgerissen werden. Architektur-Studenten der Fachhochschule Münster sollen Vorschläge für die bauliche Gestaltung und das Raumkonzept einer neuen Trauerhalle entwerfen. Als Grundlage dienen ihnen Eckpunkte, welche von den örtlichen Vereinen, Bestattern, dem Rathaus und Politikern sowie den Kirchen in zwei, anfangs getrennten und mittlerweile an einem Tisch sitzenden Arbeitskreisen aufgestellt wurden. Nach dem von Fachbereichsleiter Holger Bothur im Bezirksausschuss vorgestellten Zeitplan sollen die Konzepte im Februar vorliegen.

Insgesamt werden sich 28 Studenten, allesamt im ersten Semester, an der Trauerhalle versuchen. Da sie jeweils zu zweit arbeiten, werde man insgesamt 14 Ideen bekommen, berichtete Bothur. Um sich ein Bild davon zu machen, „was wir wollen“, werden die Studenten am 16. November eine Exkursion nach Ottmarsbocholt unternehmen und sich von den beiden Arbeitskreisen informieren lassen. Eine erste Zwischenpräsentation der Entwürfe wird dann am 21. Dezember im Pfarrheim vorgestellt.

„Erwarten Sie hier noch nicht zu viel, denn erfahrungsgemäß geben die Studenten erst auf den letzten Metern richtig Gas“, zitierte Bothur den leitenden Professor. Wenn die fertigen Arbeiten nach Karneval vorliegen, wird eine Jury eine Bewertung vornehmen und eine Empfehlung an den Bezirksausschuss abgeben.

Was ist notwendig? Was brauchen wir? Das war die Prämisse für die beiden Arbeitskreise gewesen, die sich im Frühjahr zum einen aus einem Auftrag des Bezirksausschusses und zum anderen aus dem Heimatvereins-Projekt „Krake“ heraus gebildet hatten. Um die Kräfte zu bündeln, tagen beide Gruppierungen seit ihrer zweiten Sitzung gemeinsam. Bei dem dabei entwickelten Anforderungsprofil steht ein Sitzplatzangebot für 20 Trauergäste (zuzüglich der Stellfläche für einige Rollstühle) sowie eine schlichte Ausstattung ohne jeden pompösen Aufwand im Vordergrund. Auf diese Weise möchte man eine „kostengünstige“ Bauweise erreichen, erläuterte Bothur.

Vor diesem finanziellen Hintergrund sprach sich Dr. Evelyn Stauch (Grüne) im Bezirksausschuss dafür aus, den Studenten bereits „eine Kostenobergrenze“ zu benennen. Ansonsten befürchte sie, „ dass die Kosten aus dem Ruder laufen“. Diese Bedenken wurden von den anderen Parteien nicht geteilt. Patrick Alfs (CDU): „Da wird kein Luftschloss geplant“. Und für Ludger Janning (SPD) ist klar, wer nachher die Entscheidungen zu treffen hat: „Wir müssen letztlich den Finger heben. Ich gehe schon davon aus, dass wir das Richtige finden werden.“

Bezüglich der Fläche hat der Friedhof noch ausreichend Luft für eine Trauerhalle. „Platz haben wir reichlich“, erklärte Bothur. Zur Bestattungskultur sagte der Fachbereichsleiter, dass der Anteil Urnenbeisetzungen speziell in Ottmarsbocholt „noch sehr schleppend“ sei. Eine „starke Nachfrage“ gebe es hier stattdessen bei pflegefreien Rasengräbern für Särge. In Senden verhalte es sich genau gegensätzlich. Im Jahr hatte Ottmarsbocholt in der Vergangenheit durchschnittlich 25 Beisetzungen.

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Da wird kein Luftschloss gebaut.

Patrick Alfs (CDU) zu den Kosten für eine Trauerhalle

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