Kurdischer Abend
Anstoß für einen dauerhaften Austausch

Senden -

Anstoß für neue Wege der Integration. Bei kurdischen Abend trafen Menschen zusammen, die schon in Deutschland eine neue Heimat gefunden haben, und Flüchtlinge aus derselben Region, für die Senden noch ziemlich fremd ist.

Donnerstag, 09.11.2017, 07:11 Uhr

Gut besucht war der kurdische Abend im Bürgersaal, der Kultur, Kulinarisches und Austausch bot.
Gut besucht war der kurdische Abend im Bürgersaal, der Kultur, Kulinarisches und Austausch bot. Foto: Flüchtlingshilfe Senden

Viele Gäste, ein volles Rathaus, bester Geschichts- und Politikunterricht sowie ein lebendiger Austausch: Das war der Kurdische Abend, den die Flüchtlingshilfe Senden gemeinsam mit dem Deutsch-Kurdischen Freundeskreis jetzt im Rathaus veranstaltete. Und nicht nur das: Leckeres handgefertigtes Gebäck und kurdischer Gesang begleitet durch die türkische Laute bereicherten die Zusammenkunft von Deutschen und Kurden aus allen Sendener Ortsteilen.

Ekrem Atalan zeigte sich als hervorragend informierter „Geschichtslehrer“ und gab einen detaillierten Einblick in die jüngere Geschichte und die aktuelle Situation der Kurden in Iran, Irak, Syrien und Türkei. Hiba Askan, Ahmad Omar, Krmanj Murad Ido und Ekrem Atalan berichteten über ihre persönliche schwierige Lebenssituation, die sie zum Verlassen ihrer ehemaligen Heimat gezwungen hat. Auch was sie in Deutschland erlebten und wie sich die „zweite Heimat“ anfühlt sowie ihre Wünsche für die Zukunft waren Thema.

Kurdische Kultur wurde bei dem Abend im Rathaus ebenfalls gepflegt.

Kurdische Kultur wurde bei dem Abend im Rathaus ebenfalls gepflegt. Foto: Flüchtlingshilfe Senden

Im „Dreiergespräch“ mit dem Publikum versuchten Ekrem Atalan und Hans Meckling Antworten zu finden auf die Fragen nach den Kulturunterschieden, dem Verhältnis von Mann und Frau und der berühmten Deutschen „Pünktlichkeit“. Lernen konnten die Deutschen viel von der Zusammengehörigkeit der Familien, der Gastfreundschaft und der Kinderfreundlichkeit. „Man kann in Deutschland nicht einfach so jemand besuchen ohne Termin“, bedauerte Mohammed.

Auch der Schmerz eines einzelnen Kurden, hier in Deutschland ohne seine Familie leben zu müssen, wurde für alle spürbar. Neben der Intention, den Dialog zwischen Kurden und Deutschen zu fördern, bestand der Wunsch der Initiatoren, integrierte Kurden, die bereits Deutsche Staatsbürger sind und neu Zugewanderte miteinander stärker zu vernetzen. Beides dürfte mit diesem Abend zur Zufriedenheit der Veranstalter gelungen sein. Für Senden sicher ein Gewinn!, lautet das Fazit in der Pressemitteilung.

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