Di., 14.11.2017

Zweiter Bauabschnitt der Stever-Renaturierung läuft an: Bagger schlürft Schlamm weg

Am Hagenkamp „flogen“ gestern die Baucontainer für die Renaturierung an der Stever ein. Die Teiche, die von Nebenarmen des Flusses gebildet werden, sind in weiten Bereichen verlandet. Ende der Woche rückt die Firma Eggers mit einem Schlauchbagger an, der die Schlamm-Massen absaugt.

Am Hagenkamp „flogen“ gestern die Baucontainer für die Renaturierung an der Stever ein. Die Teiche, die von Nebenarmen des Flusses gebildet werden, sind in weiten Bereichen verlandet. Ende der Woche rückt die Firma Eggers mit einem Schlauchbagger an, der die Schlamm-Massen absaugt. Foto: sff

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Am Hagenkamp läuft soeben der zweite Bauabschnitt der Stever-Renaturierung an. Die Nebenarme des Flusses, die zwei Teiche bilden, werden vom Schlamm befreit. Am Wehr Schulze-Bremer entsteht eine „Fischtreppe“.

Von Siegmar Syffus

Die Natur hat den Plänen des Menschen ein Schnippchen geschlagen. Denn an der Steveraue zwischen Hagenkamp und Siebenstücken ist von den zwei Teichen, die auf den Karten der Gemeinde eingezeichnet sind, so gut wie nichts mehr zu sehen. Schlamm statt Wasser prägt das Bild der beiden Stever-Nebenarme. Das wird sich in den kommenden Monaten ändern: Im Zuge der Stever-Renaturierung (WN berichteten) soll das Areal naturnah gestaltet werden.

Die Teiche, die durch Nebenarme der Stever gebildet werden, haben sich zu einem großen Teil zu Schlamm-Wüsten entwickelt.

Die Teiche, die durch Nebenarme der Stever gebildet werden, haben sich zu einem großen Teil zu Schlamm-Wüsten entwickelt. Foto: sff

„Ende der Woche kommt ein Saugbagger, der den Schlamm abpumpt. Die Substanz wird vor Ort aufbereitet. Und das Wasser wird zurück in die Teiche geleitet“, erläutert Projektleiter Erwin Oberhaus. Letztendlich entstehen aus dem Schlamm schätzungsweise rund 1000 Kubikmeter feste Masse, die beispielsweise zur Abdeckung von Mülldeponien oder zum Bau von Lärmschutzwällen eingesetzt werde. Mit den Arbeiten wurde das Erd- und Tiefbauunternehmen Eggers beauftragt.

„Durch die Renaturierung wird die Gewässer-Ökologie verbessert“, betont Oberhaus. „Gleichzeitig schaffen wir zusätzlichen Rückstauraum für den Hochwasserschutz.“ Der Zeitpunkt der Aktion sei mit Bedacht gewählt, unterstreicht der Projektleiter. Und das aus doppeltem Grund: Zum einen entstehen in der kalten Jahreszeit deutlich weniger Geruchsbelästigungen durch den abgepumpten Schlamm. Zum anderen wird auf das Brut- und Nistverhalten der Vögel in dem dicht bewachsenen Bereich Rücksicht genommen.

Neben der Wiederherstellung der Teiche läuft als weiterer Schritt der Teilrückbau des Stauwehres Schulze-Bremer. „An dieser Stelle wird die Durchlässigkeit des Gewässers für Fische und Kleinlebewesen hergestellt. Damit erfüllen wir Auflagen der EU Wasserrahmenrichtlinien und Verbessern zugleich den Hochwasserschutz“, erklärt Oberhaus.

Am Stauwehr Schulze-Bremer soll durch Steinaufschüttungen eine „Fischtreppe“ entstehen.

Am Stauwehr Schulze-Bremer soll durch Steinaufschüttungen eine „Fischtreppe“ entstehen. Foto: sff

Um das vorhandene Gefälle auszugleichen, werde eine Steinschüttung (Sohlgleite) in das Flussbett eingebaut, die als „Fischtreppe“ dient. Ebenso soll ein gleichmäßiger Ablauf der Stever gewährleistet werden. Oberhaus geht davon aus, dass die Renaturierung der beiden Teiche und der Rückbau der Staustufe – je nach Witterung – Ende März/Anfang April 2018 abgeschlossen sind.

Damit das angrenzenden Wohngebiet Hagenkamp durch den Baustellenverkehr nicht belastet wird, soll Ende November eine eigene Zufahrt zur Steveraue geschaffen werden. Dazu wird der parallel zum Hagenkamp verlaufende Geh- und Radweg ab der Einmündung der Appelhülsener Straße auf die L 844 zur Baustraße umfunktioniert. Gleiches gilt für den Geh- und Radweg, der an der Steveraue in Richtung Stauwehr Schulze-Bremer verläuft.

An der Steverstraße laufen die letzten Arbeiten zur Optimierung der Kanalisation. Die Straße soll Ende November wieder freigegeben werden.

An der Steverstraße laufen die letzten Arbeiten zur Optimierung der Kanalisation. Die Straße soll Ende November wieder freigegeben werden. Foto: sff

Kanalarbeiten kurz vor dem Abschluss

Aktuell laufen auch noch die Arbeiten am ersten Abschnitt der Stever-Renaturierung auf Höhe des Lebenshilfe-Wohnheims. „Dort ziehen sich die Arbeiten am Flussbett etwas hin. Der Untergrund für den geplanten Ruhebereich muss stabilisiert werden“, berichtet Projektleiter Erwin Oberhaus auf Anfrage.

Die Optimierung des Kanals der Vogelsiedlung werde voraussichtlich Ende November/Anfang Dezember abgeschlossen. sff

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Durch die Renaturierung wird die Gewässer-Ökologie verbessert. Gleichzeitig schaffen wir zusätzlichen Rückstauraum für den Hochwasserschutz.

Projektleiter Erwin Oberhaus

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