Mo., 20.11.2017

Heimatverein Ottmarsbocholt Tanne bekommt keine Chance

Auf Initiative des Heimatvereins ist der alte Adventskranz aus der Zeit von Pfarrer Terlinden aus der Versenkung geholt worden und wartet nun unter der Remise am Spieker darauf, am Mittwochabend von Landfrauen und Landwirten mit schmuckem Grün verziert zu werden. Vorsitzender Stefan Frie hat in Eigenleistung bereits vier elektrische Kerzen angefertigt.

Auf Initiative des Heimatvereins ist der alte Adventskranz aus der Zeit von Pfarrer Terlinden aus der Versenkung geholt worden und wartet nun unter der Remise am Spieker darauf, am Mittwochabend von Landfrauen und Landwirten mit schmuckem Grün verziert zu werden. Vorsitzender Stefan Frie hat in Eigenleistung bereits vier elektrische Kerzen angefertigt. Foto: ure

Ottmarsbocholt - 

Der Heimatverein Ottmarsbocholt nimmt Abschied von seiner Tanne als Adventsschmuck – weil sie Opfer von Vandalismus wurde. Statt dessen soll ein großer Kranz aufgehängt werden. Überdies geht der Appell an die Bürger, ihrerseits dekorative Zeichen in der Vorweihnachtszeit zu setzen.

Von Ulrich Reismann

Eine deutliche Veränderung wird es in diesem Jahr bei der Advents- und Weihnachtsbeleuchtung im Ort geben. Auf das Aufstellen einer Tanne, die in der Vergangenheit stets das Areal am Spieker schmückte, möchte der Heimatverein jetzt verzichten. Stattdessen wird nun der alte Adventskranz, der unter Pfarrer Ulrich Terlinden in der Kirche ein stimmungsvolles Flair erzeugt hatte, später jedoch ausrangiert werden musste, aus der Versenkung geholt und reaktiviert. Noch in dieser Woche soll er im Bereich von Spieker und Backhaus, genau an dem bisherigen Standort der Tanne, aufgehängt werden.

So ganz aus freien Stücken erfolgt der Tausch nicht. Vielmehr sind es ausgesprochen unerfreuliche Gründe, die den Heimatverein dazu veranlasst haben. Diebstahl und Vandalismus hatten ein Ausmaß erreicht, dass dem Vorstand schließlich der Kragen platzte: „Das machen wir nicht mehr mit!“ Jedes Jahr hätten für weit über 100 Euro neue Birnen gekauft werden müssen, berichtete Vorsitzender Stefan Frie auf WN-Anfrage. Entweder wurden die an der Tanne angebrachten Lichter gestohlen oder sie wurden zerstört.

Beim Kranzbinden sind Helfer willkommen

Noch ist der alte Adventskranz nur ein kahles Eisengestell. Doch das wird sich kurzfristig ändern. Die Landfrauen Ottmarsbocholt/Venne haben es in die Hand genommen, ihn in buschigem Grün erstrahlen zu lassen. Dabei werden sie vom Landwirtschaftlichen Ortsverein unterstützt. Das Kranzbinden erfolgt am Mittwoch (22. November) um 18 Uhr unter der Remise am Spieker, Helfer sind dabei willkommen. Den Masten, der in eine vorhandene Bodenhülse gesteckt werden kann und an dem der fertige Kranz anschließend aufgehängt wird, besorgt der Bauhof der Gemeinde.

Und dann erinnerte sich im Vorstand jemand an den großen Adventskranz aus der Amtszeit von Ulrich Terlinden (2005 bis 2011). Das Eisengestell mit einem Durchmesser von 2,60 Metern war damals in der Werkstatt des örtlichen Metallbaumeisters Reinhard Lindfeld entstanden. Seinen angedachten Zweck in der Kirche konnte der mit Tannengrün und Kerzen verzierte Kranz jedoch nur zwei Jahre lang erfüllen. „Aus Gründen des Brandschutzes“, so erzählt Stefan Frie, musste die Konstruktion dann aus dem Gotteshaus verbannt werden – und lagert seitdem bedeutungslos im alten Krankenhaus.

Und wenn das demnächst abgerissen wird, wäre das platzraubende Gestell womöglich weggeschmissen worden. Vor diesem Hintergrund ist Frie froh, dass sich die Dinge jetzt so ergeben haben und das verstaubte Exponat wieder einem allgemeinen Nutzen zugeführt wird.

Und den stuft der erste Mann im Heimatverein als sehr bedeutend ein. Was Ottmarsbocholt in der Vergangenheit an Weihnachtsbeleuchtung zu bieten gehabt hat, ist in seinen Augen ausgesprochen dürftig gewesen. „Da herrscht tote Hose hier“. Die Wiederbelebung der Terlindschen Adventssymbolik – die auch mit ausdrücklicher Zustimmung der Kirchengemeinde erfolge – könne da ein erster Schritt in die andere Richtung sein.

Wenn sich dann der eine oder andere Bürger davon inspirieren lasse, selbst etwas für mehr beschauliches Licht im Ort zu tun, dann könnte das ja vielleicht was werden mit dem Appell von Stefan Frie auf der letzten Generalversammlung: „Sorgt für mehr Weihnachtsbeleuchtung!“

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