Fr., 24.11.2017

Projekt zur „Dorf-Stärkung“ Potenzial ist groß, aber unbekannt

Arbeitskreissitzung: Über welch großes Potenzial an Handwerkern und Dienstleistungen sowie an Ausbildungsplätzen Ottmarsbocholt verfügt, ist vielen Bürgern nicht bekannt – was die KRAKE-Beteiligten ändern wollen.

Arbeitskreissitzung: Über welch großes Potenzial an Handwerkern und Dienstleistungen sowie an Ausbildungsplätzen Ottmarsbocholt verfügt, ist vielen Bürgern nicht bekannt – was die KRAKE-Beteiligten ändern wollen. Foto: ure

Ottmarsbocholt - 

Das Angebot an Dienstleistungen, Handwerk und Ausbildungsplätzen ist in Ottmarsbocholt erstaunlich groß, ergab das KRAKE-Projekt. Das Manko: Viele Bürger wissen das nicht.

Von Ulrich Reismann

Warum nach auswärts schweifen, wenn’ s den Handwerker auch im eigenen Ort gibt? Einfacher gesagt als getan. Denn dazu muss man ja überhaupt erst einmal von dessen Existenz wissen. Das ist der springende Punkt. Und genau da setzt das Projekt „KRAKE – Krachtige Kernen / Starke Dörfer“ an. Dank der Unterstützung vieler Ehrenamtlicher ist es gelungen, eine umfassende Auflistung der ortsansässigen Handwerker und Dienstleistungen zu erstellen – was zunächst nur im Internet steht, kann ab Januar dann auch als gedruckte Broschüre in die Hand genommen werden.

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Eine Win-Win-Situation für alle.

Friederike von Hagen, FH Münster, über die Bestandsaufnahme

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Beim siebten Workshop, der am Mittwochabend in der Gaststätte Lindfeld tagte, stellte die Diplom-Kauffrau Friederike von Hagen von der Fachhochschule Münster die zentrale Erkenntnis der im vergangenen Sommer erfolgten Bestandsaufnahme vor: Ottmarsbocholt sei „sehr, sehr breit aufgestellt“.

Doch was den Bürgern unbekannt ist, können diese auch nicht in Anspruch nehmen. Ein beträchtlicher Teil der hiesigen Bevölkerung wisse gar nicht, was man quasi vor der Haustür alles bekommen könne. Diese Defizite seien prekär, wenn es darum gehe, die Infrastruktur im Ort zu stärken und damit langfristig zu erhalten. Die Fachfrau freute sich, dass es „in relativ kurzer Zeit“ gelungen sei, bei den Dienstleistungen „für Durchblick“ zu sorgen. Wenn man bedenke, welche Fülle an Infos da habe zusammengetragen werden müssen, „können wir allen, die mitgemacht haben, danken und gratulieren“. Das Ergebnis bezeichnete sie als eine „Win-Win-Situation“, denn den Nutzen daraus ziehen könnten sowohl die Gewerbetreibenden als gleichermaßen auch alle, die in Ottmarsbocholt leben.

Auflistung steht online

Im Internet ist auf www.ottmarsbocholt.de von Webmaster Stephan Overbeck unter „Gewerbe“ eine Auflistung mit insgesamt 74 Einträgen eingerichtet worden. Diese teilen sich auf die drei Kategorien „Handel und Verkauf“ (13 Einträge), „Handwerksbetriebe“ (30) und „Dienstleistungsunternehmen“ (31) auf. Darüber hinaus kann eine Zusammenstellung sämtlicher Ausbildungsbetriebe angeklickt werden. Es sind 28 Unternehmen, die Lehrstellen anbieten.

Einen ganz besonderen Aspekt stellt die Zusammenstellung aller Ausbildungsbetriebe dar, für Friederike von Hagen „das schönste“ Resultat von KRAKE. Denn so werde den Schulabgängern eine Übersicht der in ihrem Heimatort möglichen Ausbildungsberufe an die Hand gegeben. Viele hätten sicherlich nicht gedacht, „dass das Potenzial hier so groß ist“. Den Jugendlichen bietet sich „eine wirkliche Chance, hier im Dorf zu bleiben, was ja auch finanzielle Vorteile mit sich bringt“.

Das von der Euregio finanzierte KRAKE-Projekt läuft noch bis Ende 2018. Bis dahin möchte Friederike von Hagen gerne noch eine „Dorfrallye“ einstielen, deren Route entlang der Ausbildungsbetriebe führt mit dortigen Besichtigungen und Aktionen. Die Jugendlichen sollen bereits bei der Ausarbeitung des Konzepts eingebunden werden.

Während für diese Generation eine digitale Fassung sicherlich voll ausreichen würde, hat das Internet für die älteren Semester vielfach noch nicht den Stellenwert eines allgegenwärtigen Begleiters eingenommen. Eine Print-Version wird deshalb als unerlässlich angesehen. Nachdem die Finanzierung solch eines Drucks am Mittwoch über Spenden von Unternehmern und einem Zuschuss der Gemeinde gesichert werden konnte, soll die Broschüre „Wo finde ich Was?“, die auch Infos über öffentliche Organisationen enthält, nun im neuen Jahr an alle Haushalte verteilt werden.

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