28-jähriger Angolaner legt Feuer
Brandstiftung in Flüchtlingsunterkunft

Senden -

(Aktualisiert) Auf vorsätzliche Brandstiftung führt die Kripo das Feuer in der Flüchtlingsunterkunft an der Schulze-Bremer-Straße zurück. Ein 28-Jähriger aus Angola steckte Wäsche in Brand, um auf seine schlechte Wohnsituation hinzuweisen. In dem Hochhaus leben 54 Menschen.

Donnerstag, 08.02.2018, 11:02 Uhr

Feuerwehr und Rettungsdienst rückten zur Schulze-Bremer-Straße aus. 
Feuerwehr und Rettungsdienst rückten zur Schulze-Bremer-Straße aus. Löschzugführer Heiko Pohlmann (kleines Bild, l.) und Wehrführer Manfred Overbeck sind am Ende des Einsatzes erleichtert, dass das Feuer glimpflich verlaufen ist..  Foto: di

Die Alarmierung löste einen Großeinsatz aus: Einen Brand in der Flüchtlingsunterkunft an der Schulze-Bremer-Straße, ein Gebäude, in dem 54 Menschen leben, meldete die Leitstelle am Donnerstag um 8.26 Uhr. Die Löschzüge Senden, Ottmarsbocholt und Bösensell rückten daraufhin aus; Unterstützung leistete die Wehr aus Lüdinghausen, die ihre Drehleiter zur Verfügung stellte. Wie die Polizei inzwischen bestätigt, lag Brandstiftung vor. Ein 28-jähriger angolanischer Bewohner habe absichtlich Wäsche angezündet, um auf seine schlechte Wohnsituation hinzuweisen.

Weitere Bewohner laut Polizei nicht gefährdet

Das Feuer war – so lautet jedenfalls die Einschätzung der eingesetzten Polizisten – nicht geeignet, weitere Bewohner zu gefährden, heißt es im Bericht der Polizei. Den 28-Jährigen erwartet jetzt ein Strafverfahren wegen vorsätzlicher Brandstiftung. Das Gebäude weist einen geringen Schaden auf. Verletzt wurde niemand.

Löschzugführer Heiko Pohlmann (l.) und Wehrführer Manfred Overbeck sind erleichtert, dass der Brand relativ glimpflich verlief.

Löschzugführer Heiko Pohlmann (l.) und Wehrführer Manfred Overbeck sind erleichtert, dass der Brand relativ glimpflich verlief. Foto: di

Als die Einsatzkräfte ankamen, war das Feuer im zweiten Obergeschoss aber schon gelöscht. Für die Wehr, die im Tagesalarm mit 37 Kräften und zehn Fahrzeugen ausgerückt war, blieb nur Lüften und Brandnachsorge.

Großeinsatz, aber Feuer schon gelöscht

Die Bewohner hatten richtig reagiert, hebt Sendens Feuerwehrchef Manfred Overbeck hervor. Brandmelder schlugen an. Doch die Bewohner der Nachbarräume flüchteten nicht einfach vor Rauch und Flammen, sondern erstickten das Feuer.

Overbeck und Heiko Pohlmann, Leiter des Löschzugs Senden, äußerten sich vor Ort erleichtert, dass das Feuer glimpflich verlaufen ist. Sie fühlten sich an einen Großbrand erinnert, der erst im vorigen September ein paar Häuser weiter in derselben Straße zu dramatischen Szenen bei der Rettung der Bewohner per Drehleiter geführt hatte.

Das ist ein absolutes No-Go!

Bürgermeister Sebastian Täger verurteilt die Brandstiftung scharf

Bürgermeister Sebastian Täger reagierte auf WN-Anfrage entsetzt über die Nachricht, dass ein Bewohner selbst Feuer gelegt habe. „Das ist ein absolutes No-Go!“, betonte Täger. Der Weg, über Brandstiftung Aufmerksamkeit zu heischen, sei inakzeptabel. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass alle geltenden Standards, was die Unterbringung betrifft, dort erfüllt werden. Sollte es dennoch Grund zu Kritik gegeben, stünden dafür viele Wege offen, die Hinweise vorzutragen. Am Freitag will der Bürgermeister das Gebäude aufsuchen, um sich ein genaues Bild zu machen.

Anders als bei dem sonst auf dezentrale Unterbringung ausgelegten Konzept leben in dieser Unterkunft aber viele Flüchtlinge unter einem Dach. Schon öfter, räumt die Gemeinde ein, kam es dort zu Problemen, darunter Streitigkeiten unter Bewohnergruppen, die auch die Polizei auf den Plan riefen.

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