Planung zur Umgestaltung der nördlichen Herrenstraße vorgestellt
Zu viel Blech im Ortskern ?

Senden -

Die Herrenstraße soll zwischen Einmündung Biete und DM-Markt – ähnlich wie die Eintrachtstraße – umgestaltet werden. Zwischen Sparkasse und Bäckerei Geiping soll ein Platz mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen. Die Pläne wurden am Donnerstagabend im Gemeindeentwicklungsausschuss vorgestellt.

Mittwoch, 13.06.2018, 16:02 Uhr

Der Bereich an der Sparkasse wird von parkenden Autos dominiert. Durch eine Umgestaltung wie an der Eintrachtstraße soll dort die Aufenthaltsqualität verbessert werden
Der Bereich an der Sparkasse wird von parkenden Autos dominiert. Durch eine Umgestaltung wie an der Eintrachtstraße soll dort die Aufenthaltsqualität verbessert werden Foto: sff

Ortsentwicklungskonzept ISEK, Kanalsanierungen und Erneuerungen der Wasserleitungen lassen grüßen: Baustellen werden noch über Jahre das Bild des Sendener Ortskerns bestimmen. Während sich die Umgestaltung der Eintrachtstraße allmählich ihrem Ende nähert, gerät jetzt der St. Laurentius-Kirchplatz in den Fokus. Dort sollen unter anderem eine neues Pflasterung und ein „tanzendes Band“ (WN berichteten) um das Gotteshaus gelegt werden. Der Baubeginn ist für den Spätherbst vorgesehen.

Am Donnerstag schaute der Gemeindeentwicklungsausschuss noch ein Stück weiter in die Zukunft: Die Architektin Anke Deeken stellte die Planung zur Umgestaltung der Herrenstraße zwischen Biete und DM-Markt vor. „Im gesamten Ortskern wird ein einheitlicher ,Teppich‘ aufgeschlagen“, erläuterte die Architektin. Dieser „Teppich“ soll mit demselben Pflaster und den taktilen, grauen Leitstreifen wie an der Eintrachtstraße ausgestattet werden. Der Bereich zwischen Sparkasse, Bäckerei, Pizzeria, Eisdiele Venezia und DM-Markt soll Platzcharakter erhalten und zum Verweilen in der Außengastronomie einladen. Dazu sollen die Fahrradständer dezentral angeordnet, einige Bäume entfernt und die Pkw-Plätze umgestaltet werden.

Philipp Scholz sah in der Planung keine echte Verbesserung. „Nach wie vor dominiert das Blech. An dieser Stelle sind wir enttäuscht“, erklärte der Fraktionssprecher der Grünen mit Blick auf die Parkplatzsituation. „Wir sind beauftragt worden, keine Stellplätze zu eliminieren“, räumte die Architektin ein, dass aus gestalterischer Sicht weniger Stellplätze wünschenswert gewesen wären.

„Wir haben nicht nur die Frage der Gestaltung zu beantworten, sondern dass der Ort auch weiterhin mit Leben erfüllt wird“, warf Prof. Martin Lühder (CDU) ein. Eine ausreichende Zahl von Stellplätzen sei notwendig, damit nicht mehr Kunden in Richtung Grete-Schött-Ring ausweichen. Lühder lobte den Entwurf der Architektin als „ausgewogenen Kompromiss zwischen Funktionalität und Gestaltung“.

Grundsätzlich begrüßte auch Georg Hülk (SPD) den „gelungen Entwurf“. Vor dem Hintergrund einer von den Oppositionsparteien gewünschten Fußgängerzone merkte er jedoch kritisch an: „Solange wir das Blech nicht weglassen, werden wir den Ortskern nicht verbessern.“

Der Ausschuss beauftragte die Architektin – unter Berücksichtigung diverser Anregungen – die vorgestellte Planung weiter zu konkretisieren. Grüne und FDP enthielten sich bei der Abstimmung. In der Sitzung am 20. September soll entschieden werden, zu welchem Zeitpunkt eine Städtebauförderung für die nördliche Herrenstraße erfolgen soll.

Mini-Kreisverkehr an der Gartenstraße

Die Umgestaltung der Herrenstraße zwischen Gartenstraße und DM-Markt soll Ende 2019/Anfang 2020 beginnen. Denn die Gemeinde muss zunächst auf noch zu beantragende Städtebaufördermittel warten. Außerdem beabsichtigt der Kreis Coesfeld im Mündungsbereich der Herrenstraße einen Mini-Kreisverkehr in die Gartenstraße (Kreisstraße 4) zu installieren. Der Baubeginn sei für Ende 2019 geplant, hieß es auf WN-Anfrage. Parallel zu dieser Maßnahme möchte die Gemeinde mit der Sanierung (Asphaltierung) der Herrenstraße vom Kreisel bis zur Biete beginnen. Auf diese Weise sollen beide Baustellen zügig und in einem „Rutsch“ abgearbeitet werden.

...
Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5816836?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F166%2F
Einfach nur Kroos-artig
Maßarbeit: Toni Kroos (hinten) zirkelt den Ball in der Nachspielzeit zum 2:1 ins Netz. Schwedens Torhüter Robin Olsen hat keine Abwehrchance.
Nachrichten-Ticker