Plan für Trauerhalle auf St. Urban-Friedhof vorgestellt
„Angemessene Lösung für Ottmarsbocholt“

Ottmarsbocholt -

Da die Trauerhalle in Ottmarsbocholt einer Wohn- und Pflegeeinrichtung des Sozialwerkes St. Georg weichen muss, soll auf dem Friedhof ein Neubau entstehen. Die vorläufige Planung wurde jetzt im Gemeindeentwicklungsausschuss vorgestellt.

Freitag, 15.06.2018, 08:00 Uhr

Zwischen diesem Gräberfeld und der Straße Kirchfeld soll die neue Ottmarsbocholter Trauerhalle gebaut werden. Ein Entwurf, der mit dem Bezirksausschuss und dem Gemeindeentwicklungsausschuss abgestimmt wurde, liegt bereits vor.
Zwischen diesem Gräberfeld und der Straße Kirchfeld soll die neue Ottmarsbocholter Trauerhalle gebaut werden. Ein Entwurf, der mit dem Bezirksausschuss und dem Gemeindeentwicklungsausschuss abgestimmt wurde, liegt bereits vor. Foto: sff

„Ein Volk wird danach beurteilt, wie es seine Toten bestattet“, soll der griechische Staatsmann Perikles gesagt haben. Schließt man sich dieser Auffassung an, dann spricht der dringende Wunsch der Ottmarsbocholter nach einer neuen Trauerhalle für einen hohen kulturellen Stand der Dorfgemeinschaft. Zumal das bestehende Gebäude am Davertweg voraussichtlich Ende 2019/Anfang 2020 abgerissen wird, um einer Wohn- und Pflegeeinrichtung des Sozialwerkes St. Georg ausreichend Platz zu verschaffen (WN berichteten).

Für den Neubau einer Trauerhalle hat die Gemeinde Senden bereits eine Summe von 400 000 Euro in den Haushalt 2018 eingestellt. Zudem ist auf dem Friedhof, links neben dem Hauptweg, hinter drei alten Bäumen, ein Platz für den Neubau reserviert worden.

Wie das Gebäude gestaltet werden könnte, stellte Architektin Claudia Grave am Dienstagabend im Gemeindeentwicklungsausschuss vor. Als Vorleistungen hatte Studierende der Fachhochschule Münster im Rahmen eines Ideenwettbewerbs 14 Entwürfe erstellt (WN berichteten). Die beiden Favoriten wurden anschließend zu einem Konzept vereinigt und von Grave modifiziert. Demnach soll ein circa 60 Quadratmeter großer Abschiedsraum mit 20 konventionellen Sitzplätzen sowie zwei Plätzen für Rollstuhlfahrer entstehen. Hinzu kommen Aufbewahrungs-, Kühl-, Vorbereitungs- und Technikraum sowie ein Behinderten-WC. Ein großes Vordach am zwei Meter breiten Eingang soll weiteren Trauergästen als Regenschutz dienen. Die Fassade des möglicherweise in Holzbauweise entstehenden Gebäudes könnte mit grauen Rombusleisten – ähnlich wie an der neuen Sporthalle – verkleidet werden. Ferner soll die Trauerhalle ein Gründach sowie einen sieben Meter hohen Turm mit Gedenklicht und Glocke erhalten, führte die Architektin aus.

Philipp Scholz (Grüne) und Uwe Kasten (FDP) meldeten grundsätzliche Bedenken gegen das Projekt an – unter anderem, da dem relativ geringen Bedarf recht hohe Kosten gegenüber stünden. Es sei realistisch, so Kasten, „die Gesamtinvestition auf 300 000 Euro zu begrenzen“. Der Betrag sei bereites von ursprünglich 500 000 Euro auf 400 000 Euro gesenkt worden, sagte Bürgermeister Sebastian Täger. Gleichwohl sei es denkbar, das verschiedene Leistungen von der Kirche sowie vom Sozialwerk St. Georg übernommen würden. „Wir wollen nichts Überdimensionales machen“, verdeutlichte Täger. Die angestrebte Lösung sei angemessen für Ottmarsbocholt.

Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung, den Entwurf zu verfeinern und eine genauere Kostenkalkulation zu erstellen.

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