Autarke Energieversorgung
Tanken mit dem Strom vom Dach

Senden -

Sven Hoffmann steckt viel Energie darein, Energie zu sparen. Was ihm auch gelingt, denn beim Wohnen und Fahren ist der Wahl-Sendener autark, wenn er eine Bilanz zieht. Denn er fährt ein Elektroauto und „erntet“ kräftig Strom vom Dach.

Dienstag, 19.06.2018, 17:00 Uhr

Sein neues Elektroauto tankt Sven Hoffmann vor der Haustür. Mit Photovoltaik auf dem Dach gewinnt er mehr Energie, als er für Wohnen und Mobilität verbraucht.
Sein neues Elektroauto tankt Sven Hoffmann vor der Haustür. Mit Photovoltaik auf dem Dach gewinnt er mehr Energie, als er für Wohnen und Mobilität verbraucht. Foto: di

Sven Hoffmann tankt zu Hause. Und zapft dafür die Sonne an. Das perpetuum mobile hat der Wahl-Sendener nicht erfunden. Aber auf dem Papier ist seine Energiebilanz ausgeglichen: Photovoltaik auf dem Dach und ein Elektroauto vor der Tür.

Der 47-Jährige steckt viel Energie in das Ziel, Energie zu vermeiden – zumindest wenn sie aus fossilen Brennstoffen stammt. Das kommt nicht von ungefähr, denn der gelernte Malermeister, der bei einer großen Immobiliengesellschaft arbeitet, hat sich zum Energieberater weiterqualifiziert. Das Thema, regenerative Ressourcen den Vorrang zu geben, treiben Hoffmann und dessen Lebensgefährtin Karina Mildner aber schon seit Langem um.

Umweltpreis der Gemeinde Senden

Doch erst als sie 2008 von Baden-Württemberg in die Stevergemeinde an den Starenweg zogen, bot sich die Möglichkeit, ein Bestandsgebäude aus den 1970er Jahren nach ihren Vorstellungen umzumodeln. Fürs Ergebnis heimsten Hoffmann und Mildner 2009 den Umweltpreis der Gemeinde Senden ein.

Auf dem Papier sind wir autark.

Sven Hoffmann

Alte Fenster und Nachtspeicherheizung – beides musste raus und Dämmung rein. Solarthermie dient nun als Grundstock fürs Heizen, ein Holzofen, der über einen Wassertank verfügt und mit den Heizkörpern verbunden ist, deckt die Phasen ab, wo sich die Sonne rar macht.

Agenda-Gruppe Senden

Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen und moderne Mobilität sind Themen im Kreis der Agenda 21-Gruppe in Senden. Sie trifft sich an jedem zweiten Mittwoch des Monats im Nebengebäude des Rathauses (Gebäude Treffpunkt) um 18.30 Uhr. Alle Interessierten sind willkommen, sich mit ihren Ideen einzubringen. Infos: www.agenda21senden.de

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Auf dem Papier autark

Zwei Photovoltaik-Anlagen erzeugen knapp 5000 beziehungsweise gut 3000 Kilowattstunden pro Jahr. Für Kühlschrank und Co. im Zwei-Personen-Haushalt gehen nur rund 1200 kWh drauf. Bleibt eine ganze Menge Energie über – mehr als Hoffmann und Mildner für die Fahrten mit ihrem neuen Opel Ampera-e verbrauchen.

Bei einem Pensum von rund 24 000 Kilometern pro Jahr schlagen etwa 3400 Kilowattstunden zu Buche, rechnet der stolze Autobesitzer vor. Unterm Strich generiert das Paar damit mehr Energie, als es ausgibt. „Auf dem Papier sind wir autark“, betont Hoffmann.

Vorfreude auf neue Technik

Doch seinen Anspruch an ökologisches Wohnen und Fahren hat er noch nicht erfüllt, denn er möchte den eigenen Kreislauf schließen und weniger ins Netz speisen. In Ansätzen ist es für ihn schon möglich, dass bei praller Sonne nicht nur der heimische Puffer (ein Akku) im Keller, sondern auch das Auto betankt wird.

Bei der Verteilung der Energie nach jeweiligem Aufkommen, Grundlast des Hauses und weiterer Bedarfe wie dem Opel setzt der Fachmann auf eine neue Gerätegeneration: „Die sind intelligenter.“ Ein Quantensprung bei der Technik zeichne sich ab. Hoffmann freut sich schon . . .

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