Inklusionsbeirat neu formiert
Hürden einreißen – Brücken bauen

Senden -

Der Inklusionsbeirat Senden will Hürden und Schwellen im Straßenraum ebenso beseitigen wie Mauern in Köpfen. Das neuformierte Gremium sucht dafür noch Mitstreiter.

Freitag, 13.07.2018, 19:10 Uhr

Der Inklusionsbeirat in neuer Besetzung kam zur Auftaktsitzung im Rathaus zusammen.
Der Inklusionsbeirat in neuer Besetzung kam zur Auftaktsitzung im Rathaus zusammen. Foto: di

Es braucht Generalisten und Spezialisten. Und ein Gremium, das unterschiedliche Perspektiven und Expertenwissen bündelt. Mit dem Inklusionsbeirat, der nach einer Neuformierung am Mittwochabend erstmals tagte, sollen Brücken geschlagen werden, Inseln verbunden werden und vor allem eins: Barrieren beseitigt werden.

Das Ziel ist nicht neu, allerdings vielleicht aktueller denn je. Weil in Senden gerade viel Erdreich bewegt und Beton gegossen wird. Beim Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) war und ist der Inklusionsrat hinzugezogen worden und bringt sich weiterhin in die laufende Planung ein. Allerdings beschränkt sich die Aufgabe des Gremiums nicht darauf, Sorge zu tragen, dass Stufen durch Rampen ersetzt oder genug Behindertenparkplätze vorgehalten werden. Inklusion bedeutet vielmehr Teilhabe an allen gesellschaftlichen Bereichen. Entsprechend anspruchsvoll ist die ehrenamtliche Aufgabe, Kanten im Straßenraum ebenso wie Mauern in Köpfen einzureißen und neue Verbindungen zu schaffen.

Das stellte auch das Vorgänger-Gremium fest, das dieses breite Pensum nicht mehr stemmen konnte.

Es galt für den Inklusionsbeirat eine neue Struktur zu entwickeln und auch eine inhaltliche Bewertung vorzunehmen, schildert Wilhelm Eilers, einer der Motoren dieses Prozesses. Zukünftig sollen in drei Arbeitskreisen die Facetten Soziales, bauliche Aspekte und das Thema Vernetzung behandelt werden. Der Sprecherrat wird aus diesen Teams besetzt und übernimmt das Mandat des Inklusionsrats Senden. „Damit sind wir bei Fragestellungen der Inklusion nun wieder arbeits- und handlungsfähig“, so Bürgermeister Sebastian Täger. Er bedankte sich ausdrücklich für die geleistete Arbeit und wünschte dem Team eine glückliche Hand.

Der Vielfalt der Aufgaben soll mit einer Vielfalt der Blickwinkel begegnet werden, weshalb der Inklusionsbeirat „gerne weitere engagierte Mitstreiter mit Beeinträchtigungen mit an Bord hätte“, betont Eilers.

Das Gremium, das sich auch in die Fachausschüsse des Rates beratend einbringt, soll die Themen und Anknüpfungspunkte seiner Arbeit besonders aus dem Blickwinkel Betroffener angehen. Petra van Husen (Arbeitskreis Inklusives Netzwerk) formulierte den selbst gesteckten Anspruch so: Es solle nicht für Menschen mit einem Handicap gesprochen werden, sondern mit ihnen.

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