77 Stellungnahmen von Bürgern und Behörden zur Flächennutzungsplanänderung
Windkraft weht Arbeit ins Rathaus

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Insgesamt 77 Stellungnahmen von Bürgern und Behörden sind zur geplanten Änderung des Flächennutzungsplans „Windenergie“ im Sendener Rathaus eingegangen. Derzeit werden die Eingaben erfasst, sortiert und ausgewertet. Im Herbst soll der Gemeindeentwicklungsausschuss über das weitere Vorgehen entscheiden.

Mittwoch, 15.08.2018, 10:24 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 12.08.2018, 15:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 15.08.2018, 10:24 Uhr
Eine Menge Arbeit hat die Offenlegung zur Flächennutzungsplanänderung „Windenergie“ ins Rathaus geweht. In Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Drees & Huesmann und dem Büro Ökon muss Carsten Busche alle 77 Stellungnahmen auswerten und die Ergebnisse zusammenfassen.
Eine Menge Arbeit hat die Offenlegung zur Flächennutzungsplanänderung „Windenergie“ ins Rathaus geweht. In Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Drees & Huesmann und dem Büro Ökon muss Carsten Busche alle 77 Stellungnahmen auswerten und die Ergebnisse zusammenfassen. Foto: sff

Carsten Busche kommt in diesen Wochen ganz schön ins Schwitzen. Und das liegt längst nicht allein an den tropischen Temperaturen des Sommers 2018. Die Bearbeitung der 77 Stellungnahmen zur Flächennutzungsplanänderung „Windenergie“ treibt dem Sachgebietsleiter der Sendener Bauverwaltung manch zusätzliche Schweißperle auf die Stirn. Allein 150 Seiten umfassen die 36 Stellungnahmen aus der Bürgerschaft.

„Es sind nicht ausschließlich kritische Anmerkungen eingereicht worden, sondern auch solche, die sich positiv für die Entwicklung der Windenergie in Senden aussprechen“, sagt Busche. Das sei recht ungewöhnlich für ein derartiges Verfahren, weiß der Mitarbeiter der Gemeinde.

Ganz vorne auf der Liste der am häufigsten geäußerten Bedenken steht die Sorge um gesundheitliche Belastungen durch Lärm, Infraschall und Schattenschlag der Windräder. Ähnlich kritisch werden mögliche negative Folgen für den Artenschutz gesehen: Zerstörung von Lebensräumen und Brutplätzen beispielsweise, berichtet der Sachbereichsleiter. Ferner werden unter anderem sinkende Lebensqualität, Wertverlust von Immobilien, Störung des sozialen Friedens und die Zerstörung des Landschaftsbildes durch den Bau von Windkraftanlagen befürchtet.

Bei den Stellungnahmen der Behörden habe sich die Gemeinde Ascheberg ausführlich zum geplanten Flächenszenario für die Windkraftnutzung geäußert, sagt Busche. Die Nachbarkommune zeige sich besorgt wegen der geplanten Ausweisung der Ottmarsbocholter Konzentrationszone „Ott 2“. Wegen der Nähe zu Davensberg werde eine zu starke Einschränkung der städtebaulichen Entwicklung des Dorfes befürchtet. Vom Kreis Coesfeld seien „Hinweise zu den Themen Arten- und Landschaftsschutz“ eingegangen. Das Westfälische Amt für Denkmalpflege habe auf Auswirkungen für Denkmäler hingewiesen – in Bösensell beispielsweise sollt nach Auffassung der Behörde ein angemessener Abstand zu Haus Ruhr eingehalten werden.

Alle 77 Stellungnahmen werden derzeit per EDV erfasst und dann von der Gemeindeverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Drees & Huesmann und dem Büro Ökon für Angewandte Ökologie und Landschaftsplanung ausgewertet. „Die Ergebnisse werden in Beschlussvorschlägen zur Beratung für den Gemeindeentwicklungsausschuss zusammengefasst. Dort wird dann weiter entschieden“, erläutert Busche das folgende Verfahren. Wegen des Umfangs der Stellungnahmen und des damit verbundenen Arbeitsanfalls sei damit erst im Herbst dieses Jahres zu rechnen. Ob das von der Gemeinde angestrebte Szenario für die Nutzung der Windenergie aufrechterhalten bleiben kann, hänge nicht allein von der beabsichtigten Flächennutzungsplanänderung ab, betont der Sachbereichsleiter. „Parallel zu unserem Verfahren beobachten wir auch die Entwicklung in Düsseldorf, insbesondere die angekündigte 1500-Meter-Abstandsregelung zu Wohnsiedlungen.“

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