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Mi., 25.08.2010

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„Kampf um Köpfe ist entbrannt“

Kein Öko-Freak mit Wollsocken, sondern ein Diplom-Kaufmann, der auch Informatik studiert hat: Andreas Plietker führt die Davert GmbH durch die sich wandelnde Bio-Branche. Die Azubis werden gefordert und gefördert. Foto: (di)

Ottmarsbocholt - Wirtschaftsverbände und Kammern schlagen Alarm: Fachleute warnen vor einem Fachkräftemangel, der in manchen Branchen und Regionen schon jetzt durchschlägt. Andreas Plietker kann sich bei den Azubis noch die Besten heraussuchen. „Jeder, der bei uns einen Ausbildungsplatz bekommt, ist schon ein Sieger.“ Dem Geschäftsführer der Davert GmbH ist die Nachwu...

Von Dietrich Harhues

Ottmarsbocholt - Wirtschaftsverbände und Kammern schlagen Alarm: Fachleute warnen vor einem Fachkräftemangel, der in manchen Branchen und Regionen schon jetzt durchschlägt. Andreas Plietker kann sich bei den Azubis noch die Besten heraussuchen. „Jeder, der bei uns einen Ausbildungsplatz bekommt, ist schon ein Sieger.“ Dem Geschäftsführer der Davert GmbH ist die Nachwuchsförderung gleichwohl ein wichtiges Anliegen. „Das ist keine Pflichtübung, sondern gehört zur Unternehmenskultur.“

Wenn es eben geht, nutzt die Firma das Fach- und Branchen-Knowhow der eigenen Azubis weiter. Aus gesundem Egoismus: „Der Kampf um Köpfe ist entbrannt“, weiß Plietker, dass das Angebot an guten Bewerber auch im Münsterland knapper wird.

Dass die Bereitschaft, junge Leute fürs Berufsleben fit zu machen, bei der Davert GmbH hoch ist, belegen die Zahlen: Acht Azubis finden sich in Produktionsstätte und Verwaltungssitz Ottmarsbocholt - bei insgesamt 86 Mitarbeitern. Allein zum Juli und August haben vier neue „Lehrlinge“ bei dem Unternehmen angeheuert, das sich in der Brandung der Bio-Branche - „der Wettbewerb wird härter“ - behauptet.

Erstmals bildet die Davert GmbH eine Fachkraft für Lebensmitteltechnik aus. Diesen Ausbildungsplatz bekam Alexander Smirnov. Für beide Seiten von Vorteil: Der Schüler der Realschule Lüdinghausen jobbte schon vor seiner Bewerbung in dem Betrieb, den er dadurch kennenlernte. Umgekehrt wussten die späteren Chefs, was sie an dem jungen Mann haben, der auch bei einem sechsmonatigen Praktikum einen guten Eindruck hinterlassen habe, betont Plietker mit einem freundlichen Schulterklopfen auf den Azubi.

Alexander Smirnov ist ein Davert-Mitarbeiter der zweiten Generation. Denn: Sein Vater füllt als Mühlmeister bereits seit zehn Jahren eine Schlüsselfunktion im Produktionsbetrieb aus. Also ein Fall von purem Vitamin B?

Der Davert-Chef schüttelt den Kopf. Alexander, der privat gerne an Maschinen tüftelt, habe auch ein sehr gutes Zeugnis mitgebracht.

Die Noten allein zählen für Plietker jedoch nicht: Kandidaten sollten Engagement und Verantwortungsgefühl bewiesen haben - auch außerhalb der Schule. Beispiel: Wer sich als Jugendtrainer einsetzt, punktet auch im Beruf, zumindest bei der Davert GmbH.


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