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Di., 02.03.2010

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Lebenshilfe erhält mehr „Luft“

Der Anbau der Lebenshilfe schließt eine Lücke zwischen dem bisherigen Wohnheim und dem evangelischen Gemeindezentrum. Klaus Kuhlmann (v.l.), Architekt und Gründungsmitglied der Lebenshilfe in Senden, erläutert Ina Droste Freifrau Droste zu Senden, 2. Vorsitzende der Lebenshilfe mit Tochter Levinia, Wohnheimleiterin Bärbel Kreimeier und Uwe Lucht, Vorsitzender der Lebenshilfe, die Besonderheiten der Pfahlgründung des Gebäudes. Foto: (di)

Senden - „Wir sind froh, dass es endlich losgeht“, verlautet es aus dem Wohnheim der Lebenshilfe. Seit nunmehr Montag sind die Bagger angerückt, und es wird Ernst mit dem langjährig geplanten Anbau an das Wohnheim der Lebenshilfe Senden.

In Richtung der evangelischen Friedenskirche sollen weitere Räume für die Einrichtung entstehen. Derzeit leben dort 21 Bewohner mit körperlicher und geistiger Behinderung in drei verschiedenen Gruppen, zusätzlich werden vier junge Männer, die in einer Außenwohngruppe im nahe gelegenen Grünen Grund wohnen, von der Steverstraße aus betreut.

Durch die Erweiterung sollen zwei neue Wohnheimplätze entstehen, die bereits an zwei schwerstbehinderte Sendener vergeben sind. Außerdem entstehen für die Mitarbeiter des betreuten Wohnens neue Büros, was somit auch konkret mehr Bewegungsfreiheit in den bisherigen Räumlichkeiten bedeutet.

„Ein weiterer wichtiger Punkt, der zur Entscheidung für den Neubau führte, war der Ausbau der sogenannten Verhinderungspflege“, so Bärbel Kreimeier, Leiterin der Einrichtung. Dabei handelt es sich um eine auf kurze Zeit angelegte Betreuung von behinderten Menschen, die meist bei ihren Eltern wohnen. Ist es denen beispielsweise aufgrund eines Krankenhausaufenthalts vorübergehend nicht möglich, für ihr Kind zu sorgen oder lassen es die erschwerten Umstände nicht zu, den Sohn oder Tochter mit in den Urlaub zu nehmen, ist ein zeitweiliges Unterkommen im Wohnheim möglich.

Oftmals sind jene „Kinder“ aber auch schon längst erwachsen und wollen lieber mit gleichaltrigen Reisegruppen in den Urlaub, anstatt sich „Mama und Papa“ anzuschließen.

„Wir können die Nachfrage derzeit nicht erfüllen“, weist Uwe Lucht, Vorsitzender der Lebenshilfe Senden, auf den Bedarf an Plätzen in der Verhinderungspflege hin.

„Geplant wurde der Anbau schon seit 2008, allerdings ziehen sich derlei Planungen ja meistens hin“, ergänzt Kreimeier. Nach den strengen Witterungsverhältnissen dieses Winters werden die Entwürfe aber nunmehr in die Tat umgesetzt.

Der Anbau umfasst eine Fläche von 200 Quadratmetern Nutzfläche auf zwei Etagen.

» Der Schluff-Boden verlangt eine besondere Gründung des Gebäudes.

» Der Neubau entsteht auf Pfählen, dazu werden neun Meter tiefe Löcher gebohrt und mit Beton gefüllt.

» Vermutlich verlief das Bett der Stever einstmals in diesem Bereich, hieß es.

» Die Gesamtkosten betragen 500 000 Euro. Die Lebenshilfe greift in die Rücklagen und auf Darlehen zurück. Der Trägerverein ist auch auf Spenden angewiesen und erwartet, dass sich die „Aktion Mensch“ finanziell beteiligt.


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