Förderung halbiert

Mi., 28.12.2011

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Millionen Euro gestrichen: Arbeitsmarktpolitik auf Sparflamme / Schwieriges Jahr 2012

Dank der Millionen-Überweisungen des Bundes konnte der Kreis bislang den Arbeitsmarkt gezielt fördern - etwa durch Qualifikationsmaßnahmen für arbeitslose Jugendliche. Das wird künftig schwieriger-Foto: (dpa)

Dank der Millionen-Überweisungen des Bundes konnte der Kreis bislang den Arbeitsmarkt gezielt fördern – etwa durch Qualifikationsmaßnahmen für arbeitslose Jugendliche. Das wird künftig schwieriger- Foto: dpa

Kreis Steinfurt - 

Fast 12 Millionen Euro überwies der Bund in diesem Jahr dem Optionskreis Kreis Steinfurt für sein Arbeitsmarktprogramm, nachdem es im Jahr 2010 noch 14,9 Millionen Euro waren. Und nächstes Jahr werden es nur noch 9,1 Millionen Euro sein, die für die Förderung und Qualifizierung Langzeitarbeitsloser zur Verfügung stehen. Die Tendenz zeigt weiter nach unten – für 2015 sind nur noch 7,5 Millionen Euro vorgesehen. Dann wird sich die Arbeitsmarktförderung im Kreis Steinfurt innerhalb von nur fünf Jahren glatt halbiert haben.

Von Achim Giersberg

Wahr ist: Die gute Konjunktur hat den Vermittlern zuletzt die Arbeit erleichtert und manch teure Qualifizierung überflüssig gemacht. Wahr ist aber auch: Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis ist in den vergangenen vier Jahren unabhängig von der Konjunktur ziemlich gleich geblieben.

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Für das Jobcenter Steinfurt wird es mit den schwindenden Finanzmitteln immer schwieriger, Instrumente zu finanzieren, die Langzeitarbeitslosen die Integration in den ersten Arbeitsmarkt erleichtern.

Jürgen Kockmann. Leiter des Jobcenters des Kreises, hat unlängst der Politik im Detail vorgestellt, wie seine Arbeitsbehörde auf diese Entwicklung reagieren wird – und dafür die Zustimmung des Kreistages erhalten. Wichtigste Veränderung ist der Abbau von Lohnsubventionen und Beschäftigungszuschüssen. Hatte das Jobcenter in diesem Jahr noch rund 3,7 Millionen Euro ausgegeben, um Langzeitarbeitslosen über befristete Lohnzuschüsse den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern, stehen 2012 nur noch 1,6 Millionen Euro für dieses Instrument zur Verfügung. Auch bei den gruppenbezogenen und individuellen Eingliederungshilfen wird gekürzt – von 3 auf 2,2 und 3,6 auf 3,2 Millionen Euro. Für die so genannten Brückenjobs stehen nächstes Jahr nur noch 1,1 Millionen Euro statt bisher 1,6 Millionen Euro zur Verfügung.

Erleichterte bislang die gute Konjunktur das sehr gute Vermittlungsergebnis – schon Ende Oktober war das Jahresziel von 3600 Vermittlungen in Arbeit mit einer Zahl von 4024 deutlich übertroffen – könnte das im kommenden Jahr schwieriger werden. Denn die Konjunkturprognosen für 2012 sind zurückhaltend, werden angesichts der fortdauernden Finanzkrise immer skeptischer. Das, so Kock, werde Auswirkungen auch auf den SGB II-Bereich haben. Das Ziel beispielsweise, die Zahl der Bedarfsgemeinschaften 2012 um zwei Prozent senken zu können, werde wohl nicht erreicht.

Für 2012 werde man deshalb eine Reserve von 650 000 Euro einplanen, um, wenn nötig, etwa die Zahl der Brückenjobs wieder hochfahren zu können.


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