Nach Fukushima ist alles anders
Mi., 28.12.2011
Jahresrückblick 2011: Das Agenda 21-Büro des Kreises
Der Ausbau der Windkraft – hier Anlagen auf dem Schöppinger Berg – trägt wesentlich dazu bei, das Ziel zu erreichen, 2050 energieautark zu sein.
Kreis Steinfurt -
Seit dem 11. März 2011 ist vieles anders. Das gilt für die Japaner, für die Atomindustrie, aber auch für die Menschen in einem Bürotrakt im ersten Stock des Steinfurter Kreishauses. „Agenda 21-Büro“ steht in bunten Lettern über der Glastür, die den Anfang der Abteilung markiert.
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Am 11. März 2011 kam es in gleich drei Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi nach einem schweren Erdbeben zur Kernschmelze. Radioaktive Stoffe wurden in großen Mengen frei. Mitte Dezember hat die japanische Regierung das Atomkraftwerk für sicher erklärt, die sogenannte Kaltabschaltung sei erfolgreich abgeschlossen worden.
Nach dem Unglück wurde in Deutschland die Energiewende beschlossen. „Seitdem haben unsere Klimaschutzprojekte noch mehr Rückhalt, noch mehr Tempo“, sagt Ulrich Ahlke, Leiter des Agenda 21-Büros. Bereits seit Jahren arbeitet er mit seinem Team an der Energieautarkie des Kreises Steinfurt. Landrat Thomas Kubendorff steht voll und ganz hinter dem Ziel, 2050 energieautark zu sein. Das soll zum einen über die Steigerung der Energieeffizienz und zum anderen über den Ausbau alternativer Energiequellen geschafft werden.
Rund 100 Projekte, so Ahlke, bearbeiten seine Mitarbeiter. Viele werden über das Förderprogramm LEADER abgewickelt. Etwa ein gutes Drittel steht direkt im Zeichen des Klimaschutzes, so zum Beispiel der Verein Haus im Glück, der Masterplan Wind und Energiequelle Wallhecken.
Mit dem Verein Haus im Glück will das Büro die Energieeffizienz steigern. Der Verein stellt Haus-Besitzern und Kommunen Infos, Kampagnen und Dienstleistungen an die Seite.
Der Masterplan Wind zielt auf einen moderaten Ausbau der Windenergie sowie Repoweringmaßnahmen ab. Dies soll und muss zusammen mit allen Beteiligten wie Kommunen, Landwirten, Naturschützern, Stadtwerken, Windenergiebetreibern gemeinsam und im Konsens geschehen. „Im Kreis Steinfurt werden schon heute 16,5 Prozent des Stromverbrauchs durch Windenergie gedeckt“, freut sich Ahlke. Für die angestrebte Energieautarkie sei es notwendig, dass die Potenziale im Bereich der Windenergie ausgeschöpft werden.
Mit dem Konzept zur energetischen Nutzung von Wallhecken hat der Kreis Steinfurt eine Möglichkeit geschaffen, den Wert von Hecken künftig unter ökonomischen, ökologischen und kulturlandschaftlichen Aspekten zu steigern. „Allein die in Hecken nachwachsende Menge Holz würde für die jährliche Wärmeversorgung von bis zu 4.000 Einfamilienhäusern ausreichen“, veranschaulicht Ahlke.
