Fr., 25.01.2013

Kulturpreis für Winfried Pielow „Humanist mit wunderbarer Schreibe“

Laer/Kreis Steinfurt - 

Der Kulturpreis 2012 des Kreises Steinfurt wurde jetzt offizielle an den in Laer wohnenden Schriftsteller Winfried Pielow vergeben. Pielow, Jahrgang 1924, sei „einer der bedeutendsten und originärsten Erzähler Westfalens“ begründete die Jury ihre Wahl.

„Ich bin voller Stolz und freue mich sehr, dass der Kulturpreis 2012 des Kreises Steinfurt in Laer an einen Laerer vergeben wird,“ begrüßte Bürgermeister Detlev Prange die Gäste der Preisverleihung im Rathaus.

Seit 1990 verleiht der Kreis Steinfurt jährlich die mit 2500 Euro dotierte Auszeichnung an Kulturschaffende Einzelpersonen oder Gruppen. Am 17. September 2012 wurde die Entscheidung getroffen, dass Winfried Pielow an diesem Tag mit dem Preis als „einer der bedeutendsten und originärsten Erzähler Westfalens“ geehrt werden sollte. So begründete Landrat Thomas Kubendorff die Wahl. „Bei seinen Werken, wie „Utopie des Landlebens“, ist der Kreis Steinfurt die Bühne des Geschehens.“

Pielow schreibt nicht nur Bücher wie „Der Zeitzeuge“ und „Pantasma“, sondern auch Hörbücher wie „Die lange Weile und die Briefe danach“, das 1992 mit dem Internationalen Hörbuchpreis ausgezeichnet wurde. Seine prosaische Art zu schreiben ist fesselnd, erheiternd und bleibt einem im Gedächtnis.

Prof. Dr. Walter Gödden hatte Pielow für den Kulturpreis vorgeschlagen und fasste die Werke des Autors in seiner Laudatio zusammen. „Winfried Pielow hat eine wunderbare Schreibe. Er ist Humanist, nimmt die Schwachen ins Visier, nimmt sich selbst dabei aber nicht aus. Er ist ein sensibler Beobachter menschlicher Geschichte.“ Durch sein bewegtes Leben habe Pielow viel zu erzählen. Er gebe seine eigenen Erlebnisse mit, aber nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern auf subtile Art, nahbar aber eindringlich. So nehme er den Leser mit auf eine Reise durch die Zeit.

In „der Zeitzeuge“ werde dies besonders deutlich. Ein heimgekehrter Soldat soll auf Wunsch seines Freundes für eine Fernsehsendung als „Zeitzeuge“ seine Erinnerungen an seine Kriegszeit preisgeben. Pielow, geboren am 19. Mai 1924 in Tungerloh/Pröbsting bei Gescher, kehrte 1944 selbst als verwundeter Soldat nach Hause zurück.

In seinem neuen Werk „Verschenktes Land“ erzählt er auf 220 Seiten von „Außenseitern“ und „Nebenpersonal“, deren Geschichten auf einer abenteuerlichen und exotischen Reise durch Osteuropa miteinander verbunden sind. „Sie sind wie Kräfte, die sich suchen, anziehen und wieder abstoßen“, so Gödden. „Ich gratuliere ihm zu imponierender literarischer Arbeit“, schloss er seine Laudatio ab.

Pielow bedankte sich mit viel Witz und freundschaftlichen Worten. Er schätzte es, dass die Gäste auch weitere Wege nicht scheuten, der Preisverleihung beizuwohnen. „Ganz besonderer Dank gilt meinen Freunden Kilian und Jonathan Debus aus Münster für die meisterhaft vorgetragenen Musikstücke“

Die Preisträger von „Jugend Musiziert“ begleiteten die Verleihung mit Klavier und Trompete.

„Heimat, du kannst sie sehen, hören schmecken, fühlen“, zitierte er aus „Der Zeitzeuge“. „Was Heimat ist, erfährt man aber oft erst, wenn man weggewesen ist.“

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