Di., 01.08.2017

Neue Aufgabe für das Steinfurter Kreisordnungsamt Sicherheitsdienste unter neuer Aufsicht

Kreis Steinfurt - 

Jeder, der beispielsweise größere Konzerte oder Fußballspiele besucht, kennt sie: die Einlasskontrollen privater Sicherheitsdienste am Eingang. Auch in Asylunterkünften ist Security vor Ort. Da diesen Unternehmen eine besondere Verantwortung obliegt, werden sie überprüft – in Nordrhein-Westfalen seit Montag durch die jeweilige Kreisordnungsbehörde. Sie erteilt künftig die Erlaubnisse für Bewachungsunternehmen. Zuvor waren die örtlichen Ordnungsbehörden dafür verantwortlich.

 Darüber hinaus, so informiert die Steinfurter Kreisverwaltung in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung, hat der Bund die Bewachungsverordnung überarbeitet. So wird das Ordnungsamt nicht nur die Zuverlässigkeit des Unternehmers im Bewachungsgewerbe umfassend prüfen, sondern auch die Zuverlässigkeit seiner Beschäftigten. So ist zur Belegschaft – zusätzlich zur Auskunft aus dem Bundeszentral- und Gewerbezentralregister – ab sofort auch eine Stellungnahme der zuständigen Polizeibehörden einzuholen. Sollte eine Bewachungsfirma unzuverlässige Mitarbeiter mit Überwachungsaufgaben beschäftigen, kann die Kreisordnungsbehörde dem Unternehmen den Einsatz dieser Mitarbeiter untersagen. Als unzuverlässig gilt eine Person beispielsweise dann, wenn sie zu einer Geldstrafe von mindestens 90 Tagessätzen verurteilt worden oder Mitglied einer verfassungsfeindlichen Partei oder eines verfassungsfeindlichen Vereins ist.

 Einer besonderen Prüfung müssen sich zudem die Gewerbetreibenden und Beschäftigten unterziehen, die im Bereich von Flüchtlingsunterkünften und bei der Absicherung von Großveranstaltungen eingesetzt werden sollen. Zukünftig muss dieser Personenkreis nicht nur einen Unterrichtungsnachweis der Industrie- und Handelskammer vorweisen, sondern auch eine spezielle Sachkundeprüfung ablegen. Das in Flüchtlingsunterkünften beschäftigte Personal kann zudem durch eine Abfrage bei der Landesbehörde für den Verfassungsschutz überprüft werden. Durch regelmäßige Kontrollen soll sichergestellt werden, dass in den Bewachungsunternehmen nur zuverlässiges Personal beschäftigt wird.

 Aktuell sind im Kreis Steinfurt 24 Bewachungsunternehmen gemeldet. Zu ihnen gehören unter anderem Security-Firmen im Bereich von Flüchtlingsheimen, City-Streifen, Türsteher, Ladendetektive und private Personenschützer.

 Hintergrund für die Novellierung der Bewachungsverordnung durch den Bund waren sich häufende Übergriffe von Sicherheitspersonal auf Flüchtlinge in Asylunterkünften und Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitspersonal und Besuchern auf Großveranstaltungen.

Zum Thema

Für die Umsetzung der Antrags- und Erlaubnisverfahren sowie für die Überprüfung der Unternehmen im Kreis Steinfurt ist Frau Wiewel vom Kreisordnungsamt zuständig. Sie ist Ansprechpartnerin für die Betreiber von Bewachungsgewerben und per E-Mail unter wiewel@kreis-steinfurt.de oder unter ' 0 25 51/69 22 75 erreichbar. Alle Informationen und Antragsformulare zum Bereich „Bewachungsgewerbe“ stehen auch online.

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