Gregor Gysi beim Neujahrsempfang der Linken
Der Linken-Star

Kreis Steinfurt -

Angela Merkel seit nicht eitel. Und käuflich schon gar nicht. Sagt Gregor Gysi in Greven. Aber sie haben keine Vision, nicht für Deutschland. Nicht für Europa.

Dienstag, 06.02.2018, 18:02 Uhr

Gregor Gysi mit Grevener Narren, wo sich über 300 Gäste zum Jahresempfang der Linken versammelt hatten.
Gregor Gysi mit Grevener Narren, wo sich über 300 Gäste zum Jahresempfang der Linken versammelt hatten. Foto: Günter Benning

Der Grevener Linken-Ratsherr Thomas Hudall nannte den Gast „den Kanzler der Herzen“. Was immer das über Gregor Gysi (70) aussagt, es erklärt jedenfalls, dass zum Jahresempfang des Linken-Kreisverbandes im Grevener Ballenlager am Montag über 300 Besucher kamen. Viele davon nicht aus dem Linken-Lager.

Gysi, SED-PDS-Vorsitzender nach dem Mauerfall , dann Linken-Fraktionschef, neuerdings Präsident der Europäischen Linken, ist bundesdeutsches Polit-Urgestein aus Berlin-Ost. Derzeit kann er sich als Alleinvertreter der linken Opposition im Bundestag fühlen. Was etwas bedauernd Grevens Bürgermeister Peter Vennemeyer ( SPD ) bei der Begrüßung des Ehrengastes zum Ausdruck brachte: „Wir können eigentlich nichts richtig machen.“ Entweder mache sich die SPD zum „Steigbügelhalter der Schwarzen“ oder gelte als staatsbürgerlich unverantwortlich.

Für Gysi gäbe es noch die andere Lösung. Den Ausstieg aus der kommenden Koalition. Eine Minderheitsregierung, bei der Angela Merkel ihre politischen Ziele mit jedem aushandeln müsse. Der Kanzlerin bescheinigt der drahtige Polit-Anwalt: „Sie ist erstaunlich wenig eitel, sie interessiert sich nicht für Geld.“ Aber: „Sie weiß nicht, wohin mit Deutschland und Europa.“ Und das sei gefährlich, sagte Gysi schon vorab im Grevener Rathaus, denn die EU sei noch nie so gefährdet gewesen wie heute.

Gysi wies auch auf die ökonomischen Gründe der gegenwärtigen Migrationsbewegung hin: „Die soziale Frage war bisher eine nationale.“ Die großen Konzerne hätten durch ihre Produktionsstätten und Beschäftigten auf allen Kontinenten dafür gesorgt, dass man den Lebensstandard vergleichen könne: „Plötzlich ist die soziale Frage eine Frage der Menschheit geworden. Und darauf ist keiner vorbereitet.“ Außer Abschottung falle niemanden eine Lösung ein: „Das geht nicht.“

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