Unterstützung für Helfer bei der Arbeit mit traumatisierten Zugewanderten
Start für die fünfte Supervision

Kreis Steinfurt -

Unter den im Kreis Steinfurt lebenden Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere unter den in den vergangenen Jahren zugewanderten, hat eine hohe Anzahl traumatisierende Fluchterfahrungen gemacht. Das teilt das Kommunale Integrationszentrum (KI) Kreis Steinfurt mit. Es hat für Personen, die mit Geflüchteten arbeiten, bereits im vergangenen Jahr umfassende Schulungen zum Thema Traumatisierung angeboten. Jetzt ergänzt das KI sein Angebot durch Supervision.

Donnerstag, 12.07.2018, 14:30 Uhr

Unter den im Kreis Steinfurt lebenden Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere unter den in den vergangenen Jahren zugewanderten, hat eine hohe Anzahl traumatisierende Fluchterfahrungen gemacht. Das teilt das Kommunale Integrationszentrum (KI) Kreis Steinfurt mit. Es hat für Personen, die mit Geflüchteten arbeiten, bereits im vergangenen Jahr umfassende Schulungen zum Thema Traumatisierung angeboten. Jetzt ergänzt das KI sein Angebot durch Supervision, eine Methode, die für Mitarbeiter in psychosozialen Berufen Beratung und Unterstützung in konkreten Situationen bietet. In den Gruppen werden Konflikte und Ressourcen deutlich, sodass die Teilnehmer die Möglichkeit haben, aktiv Lösungen zu finden.

 Die Forschung geht davon aus, dass mehr als die Hälfte der Zuwanderer aus Krisenregionen traumatische Erfahrungen im Heimatland oder auf der Flucht machen musste, schreibt das KI weiter. Die Folge könne ein Posttraumatisches Stress-Syndrom mit Symptomen wie Flashbacks, Vermeidungsverhalten, emotionaler Taubheit und Übererregtheit sein. In der Arbeit mit Geflüchteten sind Beschäftigte und ehrenamtliche Helfer in den unterschiedlichsten Bereichen mit Personen konfrontiert, die aufgrund traumatisierender Erfahrungen belastet sind. Sie würden dabei immer wieder an ihre Grenzen stoßen. Sprachliche Schwierigkeiten, kulturelle Aspekte, Rollen- und Beziehungsdynamiken sowie die Zusammenarbeit im Team würden dabei besondere Herausforderungen darstellen. 

Betroffen sind Institutionen wie Kindergärten, Schulen oder Behörden, aber auch Vereine und Kirchengemeinden, die geflüchtete Menschen bei der Orientierung in Deutschland unterstützen. Die Umstände erfordern von den Einrichtungen sowie den Helfern eine entsprechende professionelle Auseinandersetzung mit dem Thema, um adäquat mit den Geflüchteten umgehen zu können, schreibt das KI weiter. 

Das KI bietet daher sowohl für professionelle als auch für ehrenamtliche Helfer Supervisionsgruppen in Rheine, Emsdetten, Lengerich und Steinfurt an. Im Februar ist die erste Gruppe gestartet. „Die Rückmeldungen sind durchweg positiv. Die Teilnehmer können die Hilfe unmittelbar in ihrer alltäglichen Arbeit nutzen“, erklärt Lilli Schmidt, Leiterin des KI. Helfer aus der Arbeit mit Geflüchteten im gesamten Kreis würden das Angebot rege in Anspruch nehmen, sodass jetzt bereits die fünfte Gruppe starten könne.

Zum Thema

Wer an einer Supervisionsgruppe interessiert ist, kann sich unter ' 0 25 51/69 27 30 oder per E-Mail an integration@kreis-steinfurt.de im KI melden.

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