Besserung gibt es auf jeden Fall

Mi., 25.01.2012

  • Derzeit 2 von 5 Sternen.

Artikelbewertung

Immer mehr Kinder leiden an einer Lese-Rechtschreibschwäche

Besserung gibt es auf jeden Fall : Immer mehr Kinder leiden an einer Lese-Rechtschreibschwäche

Das Spielen gehört für Frauke Jopp mit zur Therapie. Die Zahl der Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwächen nimmt zu, ist sie fest überzeugt. Foto: Axel Roll

Altenberge/Greven - 

Auf der Grundschule noch eine Vier, in der Klasse fünf eine Eins. Und das in Deutsch trotz einer Lese-Rechtschreibschwäche. Solche Riesen-Notensprünge wie bei diesem Mädchen aus Greven sind auch für Frauke Jopp nicht alltäglich. „Eine Besserung stellt sich aber immer ein“, macht die Logopädin betroffenen Kindern und Eltern Mut. Die 31-jährige Altenbergerin betreut viele Schüler, die Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben. Und sie ist überzeugt: „Es werden immer mehr.“ Das gleiche Phänomen beobachtet Frauke Jopp übrigens bei Sprachstörungen. Viele Kinder mit Problemen beim Sprechen entwickeln später eine Lese-Rechtschreibschwäche oder -störung.


Die Gründe sind für die Expertin vielfältig. Fernsehen, Computerspiele, das fehlende Vorlesen und Hören von Geschichten, die größere Ablenkbarkeit – „das alles spielt in die Problematik mit hinein.“

Google-Anzeigen

Frauke Jopp gehört zu den wenigen Therapeuten, die über eine zweijährige, vom Bundesverband Legasthenie zertifizierte Ausbildung zum „Dyslexietherapeuten nach BVL“ verfügen. Sie weiß: „Viele Eltern wissen oft nicht wohin bei Legasthenie.“ Dabei sollte eine Behandlung möglichst früh erfolgen. Am besten als Sechs- oder Siebenjährige. „Mit acht oder neun Jahren besteht schon höchste Alarmstufe“, warnt die Logopädin. „Je eher das Problem angegangen wird, desto eher stellen sich auch Erfolge ein.“ Von jetzt auf gleich lassen sich die allerdings meist nicht erzielen. Zwei Jahre, so lange behandelt Frauke Jopp in der Regel die kleinen Klienten in ihrer Praxis in Greven.

Die kommen in der Regel gerne. Die 31-Jährige: „Sie wollen in der Regel, dass ihnen geholfen wird.“ Mobbing sei heutzutage auch schon in der Grundschule ein Thema. Die Kinder selbst bekommen es auch als erste mit, wenn es mit dem Lesen und Schreiben nicht so richtig klappt. Mit normalem Schulunterricht oder einem Arztbesuch haben die Sitzungen wenig gemeinsam. Buchstabenspiele, das Klatschen von Silben, Einfügen von Vokalen, das sind typische Übungen. Aber, Frauke Jopp hebt warnend den Zeigefinger und lacht: „Ohne Hausaufgaben läuft aber auch hier nix.“ Manchmal ist das Problem ganz schnell vom Tisch. Einige Kinder benötigen schlichtweg nur eine Brille.

Mit Intelligenz oder Bildung hat Legasthenie in der Regel nichts zu tun – selbst wenn Frauke Jopp dieses Vorurteil immer wieder begegnet. Sie versucht, dem Problem auf unterschiedliche Art und Weise zu begegnen. Natürlich schaut sie auf die auditive Wahrnehmung, aber auch Konzentrationsfähigkeit und Entspannung spielen bei ihr eine Rolle, um zwei Beispiele zu nennen.

Ob Legasthenie richtig heilbar ist, darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Aber wie sagte Frauke Jopp noch? „Besserung gibt es auf jeden Fall.“


Wie bewerten Sie diesen Artikel?

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Nur eine Abstimmung möglich!

Ihre Bewertung wurde geändert.

  • Derzeit 2 von 5 Sternen.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertung: 1.9/5

1 Stern = überhaupt nicht gut; 5 Sterne = hervorragend

Artikel



 

WN-Mobil Anzeigen

Autos, Motorräder, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge aus Ihrer Region

WN-Aktionen

Immer mehr drin
Exklusive Angebote für WN-Kunden - wie funktioniert das? mehr...
Anzeige