Eine Exotin in Altenberge

Mi., 15.02.2012

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Christiane Steffens hat neue Harfe eingespielt / Mitglied des Sinfonie-Orchesters Münster

Eine Exotin in Altenberge : Christiane Steffens hat neue Harfe eingespielt / Mitglied des Sinfonie-Orchesters Münster

Christiane Steffens und ihre neue Harfe, die sie in den vergangenen drei Monaten zu Hause eingespielt hat. Foto: mas

altenberge - 

Christiane Steffens sitzt vor ihrer Harfe, zupft mit ihren Fingern die Saiten und strahlt: „Herrlich, dieser Klang.“ Seit rund drei Monaten steht die Doppel-Pedal-Harfe im Haus der 46-jährigen Musikerin. Hauptberuflich spielt Steffens als Solo-Harfenistin im Sinfonie-Orchester Münster. Und dort wurde nach vielen Jahren wieder einmal die Neuanschaffung dieses nicht ganz alltäglichen Instrumentes fällig. Doch bevor die 43 000 Euro teure Harfe erstmals öffentlich zum Einsatz kommt, musste sie von Christiane Steffens eingespielt werden. Ihren ersten „Auftritt“ hat die neue Harfe am morgigen Freitag im Bürgerhaus (Beginn 20 Uhr) – dann spielt die 46-Jährige zusammen mit dem Mendelssohn-Quartett. Erstmals in Münster sind Steffens und die Harfe am 23. Februar (Donnerstag) im Rahmen eines Rathauskonzertes zu hören und zu sehen.

Von Martin Schildwächter

Seit über 30 Jahren spielt Christiane Steffens Harfe – angefangen hat ihre Musikerkarriere in Berlin. Dort ist sie aufgewachsen und hat das Harfenspiel schon in jungen Jahren perfektioniert. Hilfreich war dabei damals eine Solo-Harfenistin an der Deutschen Oper Berlin, bei der Christiane Steffens ihre ersten Schritte im Alter von 15 Jahren auf der Harfe unternahm. Zuvor hatte sie seit ihrem fünften Lebensjahr Klavier gespielt. Nach dem Abitur studierte Steffens von 1983 bis 1989 an der Hochschule der Künste in Berlin – natürlich mit dem Hauptfach Harfe. Täglich zwischen ein bis zwei Stunden muss die Musikerin üben. „Extreme Fingerfertigkeit“, sagt Christiane Steffens, „ist gefragt.“ Doch nicht nur das. Wenn sie das 47-saitige Zupfinstrument in Bewegung setzt, sind nicht ausschließlich ihre Finger gefordert, sondern auch ihre Füße. Jede Harfe hat sieben Pedale, die wiederum jeweils in drei verschiedene Stellungen gebracht werden können. Doch es sind nicht nur geschickte Finger und viel Kraft zum Zupfen erforderlich, sondern auch reichlich Kopfarbeit. Steffens: „Das ist ein sehr komplexes Instrument.“ Die neue Harfe, die ab der nächsten Woche zum Sinfonie-Orchester nach Münster umzieht, kommt aus Frankreich. Eine in Deutschland produzierte koste rund 70 000 Euro, erzählt Steffens. Doch auch mit der 43 000-Euro teuren Harfe aus Fichtenholz ist die Musikerin zufrieden. Nach rund 50 Jahren, schätzt Steffens, machen sich die Verschleißerscheinungen so stark bemerkbar, dass oftmals eine Neuanschaffung erforderlich wird. Besonders die mechanischen Teile werden extrem beansprucht. Doch auch die Saiten werden einer hohen Belastung ausgesetzt. „Da reißt schon mal öfter eine“, sagt das Mitglied des Sinfonie-Orchesters – sei es durch Temperaturunterschiede oder normalen Verschleiß. Wagner, Strauß oder Mahler – das sind Komponisten, die Stücke auch für Harfe geschrieben haben. Beethoven dagegen gar keins und Mozart nur eines. Steffens: „Am liebsten spiele ich die lyrischen Stellen in Opern. Ich bin eher ein Mensch fürs Herz.“

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